Fassade mit Liapor-Sichtbeton

Fassade mit Liapor-Sichtbeton

Drei Millionen Internetadressen hielten im neuen Dienstleistungszentrum Brauerboulevard in Karlsruhe Einzug. Der größtenteils von der 1&1 Internet AG genutzte Bürokomplex wurde nach rund einjähriger Bauzeit im Frühjahr 2003 fertiggestellt. Die Hauptfassade an der Brauerstraße besteht aus einer 45 Zentimeter starken Leichtbetonfassade. Der eingesetzte Liapor-Sichtbeton LB 25 überzeugt durch seine sehr geringe Rohdichte und damit verbunden hervorragende Wärmedämmwerte, wodurch auf eine zusätzliche Dämmung verzichtet werden konnte.

Die Planung des Bürokomplexes lag beim Architekturbüro Graf & Graf in Montabaur. Im Februar 2002 erfolgte die Grundsteinlegung auf dem 4.740 Quadratmeter großen Gelände unweit der Karlsruher Innenstadt. Nach nur acht Monaten stand der Rohbau des sechsgeschossigen Bürogebäudes. Für den rund 20 Millionen Euro teuren Neubau, dessen Gesamtbürofläche rund 14.000 Quadratmeter beträgt, fungiert die Niederlassung Südwest der HOCHTIEF Projektentwicklung GmbH als Bauherr.Heimat für Internetprovider

Da die 1&1 Internet AG bereits im Vorfeld als langfristiger Mieter feststand, galt es bei der Planung, einige technische Anforderungen des Internetproviders zu berücksichtigen. So stehen auf dem Dach des Dienstleistungszentrums bis zu 40 Tonnen schwere Notstrom- und Kühlaggregate für das Rechenzentrum. Als eines der größten Rechenzentren in Europa nimmt dieses im Untergeschoss rund 2.000 Quadratmeter ein. Hier befindet sich zudem eine Tiefgarage mit 130 Stellplätzen teilweise im Grundwasser und daher als weiße Wanne ausgebildet. Die Gründung erfolgte auf einer bis zu einem Meter dicken Betonplatte.
Die Hauptfassade zur Brauerstraße wurde mit Liapor-Leichtbeton gestaltet, da der Baustoff leicht und gleichzeitig wärmedämmend ist. So weist Liapor-Konstruktionsleichtbeton bei der Wärmedämmung wesentlich bessere Ergebnisse auf verglichen mit den geforderten Normwerten. "Während man mit Normalbeton lediglich eine Wärmeleitzahl l = 2,1 W/(mK) erzielt hätte, wurde mit Liapor-Leichtbeton ein hervorragender Wert von 0,65 W/(mK) erreicht", erläutert Liapor-Fachberater Adrian Wolf. Die Wärmeleitfähigkeit des gefügedichten Liapor-Betons ist abhängig von Trockenrohdichte und Sandart: Je niedriger die Rohdichte, umso höher die Wärmedämmung. Der Planer sollte deshalb die Betonfestigkeitsklasse so niedrig wie möglich ansetzen, denn mit einer höheren Betonfestigkeit verbindet sich zwangsläufig auch eine höhere Rohdichte und größere Wärmeleitfähigkeit. Beim Brauerboulevard liegt die Rohdichteklasse des Liapor-Leichtbetons bei 1,4.

Blähton als Basis für Leichtbeton

Neben hervorragenden Wärmedämmwerten überzeugt Liapor durch weitere positive Eigenschaften. Das Material ist für bewehrten und unbewehrten Leichtbeton sowie für Spannleichtbetone aller Festigkeitsklassen bestens geeignet. Liapor besteht aus hochwertigem Lias-Ton, der gemahlen, zu kleinen Kugeln granuliert und bei circa 1.200 °C gebrannt wird. Dabei verbrennen die organischen Anteile des Tons, die Kugeln blähen sich auf und es entsteht luftporendurchsetzter, keramischer Liapor-Blähton. Liapor ist nicht brennbar und deshalb in der Brandschutzklasse A1, verhält sich im Wasser neutral, schimmelt und verrottet nicht. Außerdem ist der ökologische Baustoff unempfindlich gegen Feuchtigkeit und Frost. Der feinporige Blähton verleiht dem Leichtbeton hervorragende Wärme- und Schalldämmwerte. Darüber hinaus zeichnet sich der Baustoff durch seine hohe statische Festigkeit und sein geringes Gewicht aus. Alle diese positiven Eigenschaften sprechen für einen Einsatz als Zuschlag in Leichtbeton.

Fassade mit Aussparung

Die 45 Zentimeter dicke Fassade ist 58,3 Meter lang sowie 18 Meter hoch und besteht aus Konstruktionsleichtbeton der Festigkeitsklasse LB 25 mit Liapor 6,5, Korngruppe 2/10 und Leichtsand 0/4 mm geliefert von Waibel Beton Lampertheim, Werk Karlsruhe. In der Fassadenmitte befindet sich eine Aussparung von 23 mal 10 Metern für den Haupteingang und den Durchgang zum begrünten Innenhof. Für die Sichtbetonfassade war eine besondere Schalung der Firma Peri GmbH aus Weißenhorn notwendig. Entstanden ist eine glatte, geschlossene Oberfläche ohne Muster. Die Leichtbetonfassade, in die Holzfenster eingebaut wurden, erhielt lediglich einen Graffitischutz in hellgrauer Farbe. Im Innenbereich wurde der Sichtbeton teilweise natur belassen, verputzt oder gestrichen.
Die weiteren Gebäuderiegel haben Wärmedämmverbund-systemfassaden mit Alufenstern bzw. Pfosten-Riegel-Fassaden. An die ellipsenförmige Eingangshalle angeschlossen ist eine mehrgeschossige Stahl-Glas-Brücke, welche die Gebäudeteile miteinander verbindet. Alles in allem präsentiert sich der Bürokomplex als modernes Dienstleistungszentrum, das sowohl optisch als auch technisch den hohen Ansprüchen der Nutzer entspricht.

Bild 1
Der Brauerboulevard in Karlsruhe ist die neue Heimat des Internetproviders 1&1.
Foto: Liapor

Bild 2
Die 45 Zentimeter starke Liapor-Leichtbetonfassade an der Brauerstraße mit der Aussparung von 23 mal 10 Metern für den Haupteingang.
Foto: Liapor

Bild 3
Der verwendete Liapor-Sichtbeton LB 25 überzeugt durch seine sehr geringe Rohdichte und damit verbunden bessere Wärmedämmwerte.
Foto: Liapor

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