Fertigbaubranche legt eigenen Entwurf für Rentenkonzept vor

Fertigbaubranche legt eigenen Entwurf für Rentenkonzept vor

Der Bundesverband Deutscher Fertigbau hat das Institut der Deutschen Wirtschaft Köln (IW) beauftragt, ein Modell zu erarbeiten, wie die Förderung des Wohneigentums im Rahmen des Altersvermögensaufbaugesetzes ausgestaltet werden kann. Zu den vorgelegten Ergebnissen erklärt der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Deutscher Fertigbau, Dirk-Uwe Klaas:

“Die staatliche Förderung von selbstgenutztem Wohneigentum im Rahmen des neuen Altersvorsorgekonzeptes der Bundesregierung ist sowohl aus vermögenspolitischen wie auch konjunkturpolitischen Erwägungen unerlässlich: - Durch die lange Nutzungsdauer von Immobilien ist gewährleistet, dass bis zum Tod des Eigentümers Auszahlungen in Form eingesparter Miete erfolgen. Der Mietwert der selbstgenutzten Wohnungen macht abzüglich der laufenden Aufwendungen für den Unterhalt bei Rentnerehepaaren im Durchschnitt 740 DM je Monat aus. Dadurch erzielen sie eine zusätzliche Rente von 30 Prozent. Durch die Erträge aus der geförderten privaten Altersversorgung würden sich nach Modellrechnungen des BMA dagegen nur eine Zusatzrente von 12 Prozent ergeben.

- Sinn des AVAG ist es, möglichst frühzeitig eine sichere Form der Altersvorsorge zu fördern. Gerade im jungen Alter gibt es oft noch keine genauen Vorstellungen über die zukünftigen Wohn- und Lebensverhältnisse. Sicher ist aber, dass es nach dem Erwerb einer Immobilie zunächst schwierig sein wird, die Wohnkostenbelastung zu tragen und gleichzeitig in geförderten Anlageformen Geld zu sparen. Wie eng der finanzielle Spielraum ist, zeigt die starke Einkommensabhängigkeit der Eigentümerquote. So liegt nach Berechnungen des Forschungsinstituts Empirica die Eigentumsquote bei den von 35- bis 39-Jährigen geführten Haushalten mit einem Monatseinkommen unter 4.000 DM bei nur 20 Prozent, während sie bei einem Einkommen bei über 5.000 DM in derselben Altersgruppe 45 Prozent beträgt. Der jetzige Gesetzentwurf benachteiligt daher die Bildung von Eigentum massiv und fördert im Gegenzug einseitig Versicherungssparen.

- Nach dem derzeitigen Gesetzentwurf sollen bekanntlich für die private ergänzende Altersvorsorge nur diejenigen Anlageformen zugelassen werden, die das Risiko der steigenden Lebenserwartung und damit der zunehmenden Leistungsbezugsdauer angemessen berücksichtigen. Bei dem selbstgenutzten Wohneigentum ist dieses Risiko in nahezu idealer Weise abgedeckt. Auch unter dem Aspekt der Anlagesicherheit und damit dem Schutz vor Risiken haben Investitionen in den selbstgenutzten Wohnungsbau handfeste Vorteile vor anderen Kapitalanlagen. Im längerfristigen Vergleich erzielt der privaten Wohnungsbau beachtliche Wertsteigerungen.

Eine möglichst exakte Gleichbehandlung des Wohneigentums mit anderen begünstigten Anlageformen ist allerdings sehr schwierig, da sie zu sehr komplizierten Gesetzesregelungen führen würde, die mit einem äußerst hohen administrativen Aufwand verbunden sind.

Daher schlagen wir für die Förderung des Wohneigentums einen eigenen Weg im Rahmen des AVAG - vor. Der Ansatz unseres Modells ist so gewählt, dass die Regelungen einfach umsetzbar und leicht verständlich sind. Zugleich wird sichergestellt, dass selbstgenutztes Wohneigentum im Rahmen der staatlichen Förderung gegenüber anderen Anlageformen nicht übervorteilt wird.

Unser Modell besteht aus zwei Förderphasen, der Ansparphase und Nachsparphase:

Jeder Bürger, der das AVAG in Anspruch nimmt, kann selbst über die Anlageform entscheiden. Er kann im Rahmen von Lebensversicherungen, Bausparverträgen oder ähnlichem für die Altersvorsorge sparen. In dem Moment, in dem er sich dafür entscheidet, dass die eigenen vier Wände die beste Altersvorsorge sind, kann er das bisher Ersparte für die Finanzierung z. B. des Hausbaus verwenden. Dies ist der erste Teil unseres Modells, bei dem in der Ansparphase über das AVAG gefördert wird.

Da eine weitere Förderung im Rahmen des AVAG nach dem Erwerb des Eigentums (wir sprechen im folgenden von der Nachsparphase) zu äußerst komplizierten und selbst für Fachleute unübersichtlichen steuerrechtlichen Regelungen führen würde, wird jetzt auf die Förderung durch das AVAG verzichtet. Dennoch kommt der Häuslebauer in den Genuss staatlicher Unterstützung. Denn man muss berücksichtigen, dass das im Rahmen des AVAG aufgebaute Vermögen auf jeden Fall besteuert werden muss. In unserem Fall würde diese sogenannte nachgelagerte Besteuerung wegfallen. Dies ist der Ausgleich für den Verzicht auf die AVAG-Förderung.

Damit es zu keiner Bevorzugung der Eigenheimbesitzer gegenüber anderen kommt, die eine andere Anlageform gewählt haben, sind Anspar- und Nachsparsphase gleich lang. Wer zum Beispiel zehn Jahre lange auf ein Eigenheim spart, kann in den zehn Jahren nach Eigentumserwerb keine andere staatlich geförderte Anlageform wählen.

Die Vorteile dieser Regelung sind einleuchtend:

Die Regelung ist leicht umsetzbar und für den Geförderten leicht verständlich. Vor allem ermöglicht sie den einfachen Wechsel zwischen verschiedenen Anlageformen und beseitigt so das Hauptproblem des jetzigen Gesetzentwurfs, das darin liegt, dass Immobilieninteressenten häufig nicht gleichzeitig das AVAG nutzen und Eigenkapital für den Erwerb aufbauen können. Die Förderung der Schwellenhaushalte, die ja ein Hauptanliegen des Eigenheimzulagesetzes ist, wird damit gestärkt, während sie bei einem Ausklammern des selbstgenutzten Wohneigentums aus dem Förderkatalog des AVAG geschwächt würde. Bis zum Eigentumserwerb ist ein leichter Wechsel der begünstigten Anlageformen möglich - es besteht also kein Zwang, sich frühzeitig Gedanken um die Sparform zu machen.

Die parlamentarischen Beratungen des Gesetzentwurfes haben in dieser Woche begonnen. Der Bundesverband Deutscher Fertigbau fordert den Bundesarbeitsminister daher dringend auf, Wohneigentum nach dem beschriebenen Modell in das Gesetzesvorhaben aufzunehmen und damit die zur Zeit existierende gravierende Benachteiligung des Wohnungsbaus gegenüber anderen Anlageformen zu beseitigen. Diese ist auch eine Entscheidung im Interesse der Bürger unseres Landes, die auf die eigenen vier Wände als sicherste Altersvorsorge setzen.