Fertigteilwand aus Liapor-Blähton und mit integriertem WDVS

Fertigteilwand aus Liapor-Blähton und mit integriertem WDVS

Der seit 1896 bestehende Spar- und Bauverein Konstanz eG (SBK) hat heute 5.200 Mitglieder und 1.300 Wohnungen im Bestand. Jüngstes SBK-Projekt war der Neubau von 40 Mietwohnungen im Konstanzer Stadtteil Petershausen. Das Konzept sah vor, fünf Gebäude in einem energieeffizienten Standard zu errichten. Neben der innovativen Wärmeerzeugung ermöglicht dies ein überdurchschnittlicher Wärmeschutz durch die Super-Plus-Wand des Betonwerks Wochner. Sie besteht aus Liapor-Leichtbeton und einem Mineralwolle-Wärmedämmverbundsystem.Ein 6.100 Quadratmeter großes Grundstück im Konstanzer Stadtteil Petershausen sollte mit Solarhäusern bebaut werden, deren Architektur und konstruktiver Aufbau nicht näher definiert war. Da jedoch die Vermarktung scheiterte, kam der Spar- und Bauverein Konstanz eG (SBK) zum Zug und konnte das Gelände erwerben. Durch die Vorprojektierung bestand die Forderung, Häuser mit einem energieoptimierten Standard zu errichten. Anfangs waren vier Niedrigenergiehäuser und ein Passivhaus geplant, da der SBK Erfahrungen zu Erstellungs- und Betriebskosten beider Bauweisen gewinnen und die Passivbauweise in der Region voranbringen wollte. Die beteiligten Experten vom Architekten über die Haustechnikplanung bis hin zum Massivbauunternehmen kamen durch die Optimierung der baulichen Hülle und der energetischen Seite jedoch zu der Analyse, dass fünf identische energieeffiziente Häuser die bessere Lösung seien. So entschied sich der SBK, fünf Zweispänner mit je acht Wohnungen zu errichten, deren Wärmebedarf sich mit weniger als drei Litern Heizöl pro Quadratmeter und Jahr abdecken lässt. Die Investitionssumme für das Projekt lag bei 11,4 Millionen Euro.

Super-Plus-Wand als Lösung

Um die angestrebte Energieeffizienz zu erreichen, sah das Konzept eine innovative Wärmeerzeugung und einen überdurchschnittlichen Wärmeschutz vor. Neben Isolierglasfenstern mit niedrigem Wärmeverlust kam es vor allem auf ein optimales Außenwandsystem an. Besonders heikel gestaltete sich hier die Befestigung der erforderlichen Dämmstoffdicken von 30 Zentimetern. Für mehrge-schossige Bauten sahen alle damaligen Befestigungs-lösungen eine Verklebung und eine mechanische Dübelung vor, was Wärmebrücken zur Folge gehabt hätte.
Die Lösung fand der Architekt beim Betonteileanbieter Sebastian Wochner GmbH & Co. KG aus Dormettingen in dessen Super-Plus-Wand. Das System besteht aus Liapor-Leichtbeton und einem Wärmedämmverbundsystem, das bereits im Betonwerk befestigt wird.

Blähton mit vielen Vorteilen

Ein Leichtzuschlag wie luftporendurchsetzter, keramischer Liapor-Blähton erreicht, dass Festigkeit, Dichte, Dauerhaftigkeit und Wärmedämmung beim Leichtbeton gegenüber Normalbeton optimiert sind. Die natürliche Liapor-Blähtonkugel stattet massive, vorgefertigte Leichtbetonelemente mit vorteilhaften baubiologischen Eigenschaften aus, wodurch ein permanent gutes Raumklima entsteht. Neben hoher Wärmedämmung schneiden Liapor-Leichtbetonelemente auch bei der Wärmespeicherung überdurchschnittlich gut ab. Die sehr guten Schallschutzwerte liegen über denen vergleichbarer Wände. Ein geringer Dampfdiffusionswiderstand und die Feuerwiderstandsklasse F180 sind weitere Pluspunkte für Liapor-Leichtbetonelemente.

Starkes Doppel: Blähton und Mineralwolle

Die Kombination von Liapor-Wand und WDVS bewirkt eine ungewöhnlich hohe Wärmedämmung der Super-Plus-Wand aus dem Hause Wochner, die vom Passivhaus-Institut zertifiziert ist. Da Bauherr und Architekt Mineralwolle als Dämmstoff wünschten, kooperierte die Firma Wochner mit Marmorit und verwendete dessen Volamit-WDVS, das rückseitig mit Haftspachtel versehen wurde. So erreicht das Wochner-Wandsystem mit einer 18 Zentimeter dicken Liapor-Leichtbetonwand und einer 30-Zentimeter-Mineralwolledämmung einen U-Wert von 0,12 W/(m2K). Den gleichen Wert erzielt auch das analog aufgebaute Dachsystem. Dieses verwendet jedoch Polystyrol als Dämmelement, das im Betonwerk eine kraftschlüssige Verbindung mit dem Leichtbeton eingeht. Nach einem patentierten Verfahren wird die Dauerhaftigkeit durch in das WDVS eingefräste Nuten und den Verguss mit Frischbeton sichergestellt. Mit den durchgängig eingesetzten und gleich wärmedämmenden Bauteilen ergeben sich energetische Vorteile für die gesamte Gebäudehülle. Gerade am Dach kann sich die hohe Wärmespeicherfähigkeit der Liapor-Massivbauweise voll entfalten und auch im Sommer ein vorteilhaftes Raumklima bieten.
Mit seiner Erfahrung empfahl sich Wochner als Teil-Generalunternehmer für die komplette Gebäudehülle. Um das Zusammenwirken von Gebäudehülle und Gebäudetechnik weitergehend zu untersuchen, schaltete der Betonspezialist das Tübinger Ingenieurbüro ebök ein. ebök stimmte den EnEV-Nachweis zusammen mit dem vom Bauherrn beauftragten Fachplaner ab und war auch für den Blower-Door-Test zuständig.

Wärmeerzeugung und Wohnkomfort

Mit der Gesamtplanung der technischen Gebäudeausrüstung sowie der thermischen Bauphysik beauftragte der Spar- und Bauverein Konstanz die Firma PKi. Deren Konzept sieht vor, dass die fünf Gebäude von einer gemeinsamen Heizzentrale versorgt werden, die sich in der Tiefgarage befindet. Erste Priorität bei der Wärmeerzeugung genießen die beiden thermischen Solaranlagen, die einen 6.000 Liter großen Pufferspeicher speisen. Die Wärmeversorgung stellen weiterhin eine Wärmepumpe mit 150 Meter tiefen Erdsonden und ein Gas-Spitzenkessel sicher. Für Wohnkomfort sorgt eine zentrale, kontrollierte Be- und Entlüftung plus Fußbodenheizung. Durch zu geringes Lüften entstehen auch im Neubau Schimmelpilzprobleme und damit hohe Folgekosten, die durch eine kontrollierte Be- und Entlüftung vermieden werden.
Das Projekt in Konstanz-Petershausen wurde im August 2003 abgeschlossen. Seitdem genießen die Mieter die Vorzüge ihrer komfortabel gestalteten Wohnungen dank innovativer Wärmeerzeugung und besonders hoher Wärmedämmung.

Bildunterschriften

Bild 1
Der Spar- und Bauverein Konstanz eG (SBK) entschied sich, im Stadtteil Petershausen fünf identische energieeffiziente Zweispänner mit je acht Wohnungen errichten zu lassen, deren Wärmebedarf weniger als drei Liter Heizöl pro Quadratmeter und Jahr beträgt.
Foto: Liapor / Abdruck bei Urheberangabe Liapor honorarfrei

Bild 2
Bei allen fünf Häusern kam die Super-Plus-Wand der Firma Sebastian Wochner GmbH & Co. KG aus Dormettingen zum Einsatz: Das System besteht aus Liapor-Leichtbeton und einem Wärmedämmverbundsystem, das bereits im Betonwerk befestigt wird.
Foto: Liapor / Abdruck bei Urheberangabe Liapor honorarfrei