Filz ist ein Textilwerkstoff, der aus einem ungeordneten und nur schwer zu trennenden Fasergut besteht.
Filz ist keine gewebte Textilie; Filz ist ein Werkstoff mit einer sehr langen Geschichte. Die ersten Funde von Filz datieren aus der Jungsteinzeit. Diese Funde sind Reste, die aus gepressten Tierhaaren bestehen. Da sich Filz gut kompostieren lässt, sind ältere Funde von Filz kaum zu erwarten. Laut wissenschaftlichen Schätzungen war mindestens schon 8000 v. Chr. die Herstellung von Filz bekannt. Es gibt mindestens drei Herstellungsmethoden von Filz:
1. Das Nassfilzen
Nach DIN 61210 wird Nassfilzen auch als Walkfilze bezeichnet. Nassfilzen ist die handwerkliche Verarbeitung von Wolle oder von Tierhaaren mit warmem Wasser und Seife. Wenn die Wolle oder die Tierhaare mit Wasser und Seife bearbeitet werden, stellen sich die Schuppen in der obersten Schuppenschicht der Haare auf. Parallel wird das Material gewalkt und bewirkt so ein gegenseitiges Durchdringen der einzelnen Fasern. Dabei verkeilen sich die Schuppen so ineinander, dass sie nur mit großer Kraftanstrengung wieder voneinander zu lösen sind. Bei diesem Vorgang schrumpft das Material ziemlich stark und es entsteht ein festes textiles Flächengebilde. Dabei kann die endgültige Form nahtlos aus einem Stück herausgearbeitet werden.
2. Das Trockenfilzen
Bei diesem Herstellungsverfahren wird die trockene Wolle mit speziellen Filznadeln in eine Form gebracht. Die Nadeln sind dabei mit zahlreichen Widerhaken ausgestattet. Die Widerhaken sind umgekehrt wie bei einer Harpune angeordnet. Dadurch werden die Fasern in den Filz gedrückt, können sich aber leicht wieder lösen. Die Nadeln werden mehrfach in den Filz gestochen. Die Fasern verschlingen sich sehr stark miteinander und werden anschließend mit Wasserdampf nachbehandelt. Der heute industriell hergestellte Filz wird mit diesem Verfahren hergestellt.
3. Der Walkstoff
Dieser wird auch Loden genannt. Er wird zunächst gewebt und dann gewalkt und gekämmt. Loden dient in erstere Linie als Stoff für bayerische und österreichische Trachten.
Die Eigenschaften von Filz sind: er ist temperaturbeständig, nicht brennbar, schallhemmend, kältehemmend, wärmend und feuchtigkeitsabweisend. Aufgrund dieser Eigenschaften ist Filz ein beliebter Stoff bei der Herstellung von Kleidungsstücken. Typische Kleidungsstücke sind der Filzhut, der Lodenmantel, der Pantoffel, der Filzstiefel und der Janker.
Die Anwendungsfälle in der Technik sind breit gestreuter. Vor allem bei Dichtungen in Wälzlagern, bei Filzringen und Filzstreifen kommt Filz zum Einsatz. Wenn Gas gefiltert wird, werden reinigbare Filtermedien wie Filz verwendet. Bei Musikinstrumenten wie beispielsweise Klavieren wird Filz zum Geräuschdämmen und Abdichten verwendet. Ein anderer Anwendungsfall sind Abstreifer bei Stahl- und Aluminium-Kaltwalzen. Nadelfilz wird auch bei der Herstellung von naturfaserverstärkten Kunststoffen eingesetzt.


