Flachsfasern

Flachsfasern

Flachs (Leinen) sind die Fasern, die aus der Flachs- oder Leinpflanze stammen. Während Baumwolle am Ende des 19. Jahrhunderts die Rolle von Leinen fast gänzlich übernommen hat, wird Leinen heutzutage als Naturfaser wieder immer wichtiger. Man reißt die Leinpflanzen mit Hilfe von Spezialmaschinen mitsamt ihren Wurzeln aus dem Boden, denn man wenn sie mähen würde, würden Schäden an den Fasern auftreten. Zu dieser Ernte kommt es bei der sogenannten Gelbreife. Hinterher lässt man die Pflanzen trocknen, und wendet anschließend die Tauröste an, sprich, man benutzt Pilze und Baktieren, um die Faserbündel von dem Gewebe um sie herum zu lösen. In Ägypten, Belgien, China oder Osteuropa wendet man auch die Warmwasserröste an. Dabei lässt man das Stroh einige Tage lang in warmem Wasser rösten. Ist die Röste abgeschlossen, trocknet man das Stroh erneut und verarbeitet es dann. Zu diesem Zweck zerkleinert man es und trennt die einzelnen Teile voneinander.

Ein Großteil der Fasern wird von der Textilindustrie verbraucht. Sie lassen sich weben oder spinnen und zu Kleidungsstücken sowie Dekostoffen, Bezugsstoffen für Bucheinbände, Taschen und Schuhen verarbeiten. Als technische Fasern  wird der verarbeitete Flachs ebenfalls oft verwendet. Kurzfasern, die sich als Nebenprodukt bei der Gewinnung von Leinen bilden, kommt eine wichtige Bedeutung im Baugewerbe zu. Dort werden sie als Naturdämmstoffe verwendet. Sie kommen in Form von Stopfwolle, Platten oder Matten zum Einsatz. Ihr WLG-Wert liegt bei 040, also etwa auf einer Höhe mit Polystyrol, Holzfaser oder Steinwolle. Man stuft dieses Dämmmaterial in die Baustoffklasse B2 ein, was bedeutet, dass es normal entflammbar ist. Noch ist der Anteil von Leinen für Dämmstoffe mit unter 0,5 Prozent sehr gering, aber mit der zunehmenden Beliebtheit von umweltbewusstem Bauen wird ein Wachstum auf immerhin 5% vermutet.