Estrichschicht so richtig ?


Frage:
Mein Partner und ich wollen seit einiger Zeit ein Haus bauen, höchstwahrscheinlich wird es ein Passivhaus werden. Wir haben uns schon verschiedene Anbieter angesehen und in den Detailbeschreibungen stand nie etwas von Estrich. Ist es denn in Passivhäusern nicht üblich, Estrich zu verlegen? Man sieht ja immer nur Holzplatten bei den Passivhäusern in den Katalogen. Könnten wir darüber einfach ohne Estrichschicht das Laminat verlegen lassen? Lässt sich die Trittschalldämmung gleich ins Laminat integrieren oder brauchen wir eine gesonderte Trittschalldämmung? Müssen wir ohne Estrich mit viel Lärmbelästigung von den Nachbarn rechnen? Bisher tendieren wir zu einem Holzständerhaus, falls das einen Unterschied beim Schallschutz machen sollte.

Antwort:
Nun ja, wenn die Bodenplatten oder Decken nicht aus Beton bestehen, ist im Prinzip kein Estrich nötig. Stattdessen kann man, wie Sie schon richtig vermutet haben, Holzwerkstoffplatten einsetzen. Das wirkt sich allerdings wirklich negativ auf die Schalldämmung aus. Von Laminat würde ich Ihnen im Allgemeinen abraten. Es sorgt automatisch für Lärm und ist obendrein nichts als ein Holzimitat – zu einem meist ziemlich überteuerten Preis. Wie wäre es denn mit Parkett? Notfalls, wenn der Geldbeutel nichts anderes hergibt, kann es auch Fertigparkett sein.

Inwieweit Sie vom Schall der Nachbarn geschützt sind, hat mehr damit zu tun, ob die Wände vernünftig voneinander getrennt wurden. Es ist schon möglich, dass der Schallschutz ausreicht, aber dazu muss alles sorgfältig und korrekt geplant und ausgeführt werden. Daher meine Empfehlung an Sie: Lassen Sie sich im Vertrag einen erhöhten Schallschutz (mit Schallschutzangabe!) zusichern. Nur so haben Sie Gewissheit.