Müssen die Badfliesen unbedingt R10 sein?

Frage:
Beim Bau unseres Hauses erleben wir wirklich jede Woche neue spannende Geschichten. Momentan geht’s um die Fliesen. Wir hatten uns sehr schöne Fliesen für unser neues Badezimmer ausgesucht und jetzt das: Der Fliesenleger weigert sich standhaft, diese zu verlegen, weil sie nicht die richtige Rutschfestigkeitsklasse haben. Er meinte, im Bereich der Dusche dürften nur R10-Fliesen verlegt werden. Davon haben wir leider noch nie etwas gehört und sämtliche Fliesen bereits gekauft – wohlgemerkt mit Fachberatung und der Verkäufer versicherte uns glaubhaft, dass die Rutschfestigkeit in privaten Häusern und Wohnungen nicht erfüllt werden müsste, sondern lediglich im öffentlichen Bereich. Wem sollen wir jetzt glauben und was sollen wir mit den Fliesen machen, falls der Fliesenleger Recht hat? Darf er wirklich nur R10-Fliesen verlegen? Steht er etwa in der Haftung, falls etwas passiert? So etwas hatte er angedeutet.

Antwort:
Hier geht es prinzipiell um Ihre eigene Sicherheit. Ein direktes Verbot, diese Fliesen im Bereich der Dusche zu verlegen, existiert nicht. Jedoch hat der Fliesenleger grundsätzlich Recht. Ich bin selbst Fliesenlegermeister und weiß daher aus eigener Erfahrung, was am besten für die Kunden ist. Persönlich verlege ich auch ausschließlich rutschhemmende Fliesen, es sei denn, die Kunden geben mir in schriftlicher Form die ausdrückliche Zusicherung, dass sie sich darüber bewusst sind, dass sie Fliesen verlegen lassen, die für diesen Bereich ungeeignet sind. Das ist bisher allerdings in meiner gesamten Laufbahn nur zweimal vorgekommen. Ich denke, notfalls können Sie die Fliesen noch umtauschen. Oft bietet sich im Badezimmer auch eine Kombination aus mehreren Fliesen an. Eventuell können Sie die von Ihnen bereits ausgewählten Fliesen an den Wänden verlegen lassen und sich auf dem Boden für sicherere Fliesen entscheiden. Es ist ja wie gesagt vor allem zu Ihrem eigenen Wohl und die Sicherheit sollte eine größere Rolle spielen als die Optik.