Nachträgliche Abdichtung eines Revisionsschachtes

Frage:
Bei uns ist guter Rat teuer. Unser Haus stammt aus den 70ern, ist also nicht mehr ganz baufrisch. Jetzt ist im Schacht drückendes Wasser aufgetreten, was wohl daran gelegen haben muss, dass der Boden gefroren ist und es sehr viel Niederschlag gab. Damit sich hier alle Experten ein genaues Bild machen können, möchten wir auch die Maße mit angeben: Also unser Revisionsschacht misst ungefähr 0,7 x 0,5 x 1,0 Metern. Unten befindet sich die Grundleitung mit einer Rückstauklappe. Diese Klappe ist noch recht neu und ich habe sie auch gerade kontrolliert. Die Leitung verläuft über Kies und darunter befindet sich nur Erde. Vor einigen Tagen war der Schacht so voll, dass einen oder zwei Zentimeter hoch das Wasser im Keller stand. Schöner Schlamassel...

Ein Bekannter hat uns geraten, Estrich oder Beton in den Schachtboden zu gießen. Dann müssten wir aber den Kies herausholen und alles genau auf den Beton gießen. Welches Material wäre denn besser zum Ausgießen? Und sollen wir zuerst eine Bítumenbahn aufbringen? Wir würden uns über alle hilfreichen Tipps sehr freuen!

Antwort:
Also ich würde wie folgt vorgehen:
Heben Sie die Sohle im Revisionsschacht etwa einen Viertelmeter tiefer aus, zumindest jedoch bis zur Unterkante der Schachtwand. Arbeiten Sie dann eine 5 cm dicke Sauberkeitsschicht aus Estrich ein. Anschließend bohren Sie im Abstand von ungefähr 5 cm über dem Estrich in die Sohlwände 12 mm Löcher, etwa 5 cm tiefe. In diese Bohrungen kleben Sie mit Hilfe von Epoxidharz Bewehrungsstahl ein, und lassen von diesem die Spitze, etwa 10 bis 15 cm heraus ragen. Im nächsten Schritt reinigen Sie die Sohlplatte, dann verbinden Sie die Klebeanker mit Rödeldraht mit Bewehrungsstahl. Dieser sollte einen Durchmesser von 10 mm haben. Schließlich bringen Sie Sohlbeton ein, in einer Höhe von in etwa 20 cm und verdichten alles sorgfältig. Anschließend muss die Oberfläche ordentlich geglättet werden. Sie müssen außerdem noch die Rückstauklappe reinigen und dafür sorgen, dass sie funktionstüchtig bleibt. Sollte wider Erwarten trotzdem erneut Schichtenwasser durch die Anschlussfugen eindringen, muss ein Profi das Ganze mit Epoxidharz verpressen, möglicherweise auch mehrmals, bis alles wirklich wasserdicht ist. Die Bitumenbahnen, die Ihnen vorgeschlagen wurden, brauchen Sie jedenfalls nicht unbedingt, denn der Aufbau entspricht ohnehin nicht der DIN. Vielleicht ließe sich auch eine Tauchpumpe mit Schwimmerschaltung einsetzen, das wäre jedenfalls nicht so teuer wie die Bitumenbahn. Auf alle Fälle wünsche ich Ihnen viel Erfolg beim Verdichten und in Zukunft hoffentlich einen dichten Keller.