Nachträgliche Schallisolierung

Frage:
Wir haben vor Kurzem die Hälfte eines alten Hauses gekauft, es ist etwa hundert Jahre alt. Leider ist es vom Schallschutz her nicht gerade Weltklasse, was auch nicht besser dadurch wird, dass jetzt die Nachbarn genau dort ihr Bad bauen lassen, wo die Wand ans Zimmer unserer Kinder grenzt. Da die Wasserrohre durch die Wand verlegt wurden, die uns gemeinsam gehört, ist der Schall vorprogrammiert. Die Fliesen im Badezimmer wurden schon verlegt, deshalb lässt sich auf der Seite der Nachbarn nicht mehr viel dämmen. Wir hoffen jetzt, dass es noch eine Möglichkeit gibt, bei uns eine Schallisolierung anzubringen. Wir wären unendlich dankbar für gute Tipps!

Antwort:
Grundsätzlich sollte der Schall dort gemindert werden, wo er entsteht. Als erstes sollte ein schallgedämmter Rohreinbau erfolgen, aber ich nehme mal an, dass ist bei Ihnen nicht geschehen. Da jedoch die Nachtruhe Ihrer Kinder gestört ist, wäre es gut möglich, dass Sie berechtigt sind, vom Nachbarn eine Nachbesserung zu verlangen. Ein Gutachter sollte entscheiden, ob die Lärmentwicklung noch im Rahmen des Zumutbaren liegt und dann sollten Sie sich an einen entsprechenden Fachanwalt wenden. Richtig etwas bringen würden aber wohl nur doppelte Trennwände auf entkoppelten Decken. Das einzige, was ich Ihnen raten kann, ist eine Vorsatzschale anzubringen. Diese wird die Geräusche aber leider nur um ein paar Dezibel mindern, daher lässt sich schwer sagen, ob sich der Aufwand und die Kosten überhaupt lohnen würden. Vielleicht haben Sie ja auch die Möglichkeit, die Zimmerverteilung im Haus noch einmal zu überdenken? Sodass Sie eventuell ein weniger oft genutztes Zimmer an dieser Wand einrichten, wie zum Beispiel das Gästezimmer?