Wasserflecken im Keller

Frage:
Wir wohnen jetzt seit ungefähr einem halben Jahr in unserem neuen Haus. Der Keller wurde als weiße Wanne ausgeführt, denn hier im Viertel ist der Grundwasserspiegel sehr hoch. Als wir vor einigen Wochen im Keller waren, bemerkten wir, dass eine der Wände unten feucht ist. Es handelt sich um eine Kalksandsteinwand. Wir sind uns sicher, dass diese feuchte Stelle neu ist, denn als wir hier eingezogen sind, wurde ja alles gestrichen. Nun war am vergangenen Wochenende ein Gutachter da, den wir bestellt hatten, und er sagte uns, dass es wohl Kapillarwasser sein würde. Begründet hat er das damit, dass der Fleckenrand einen salzigen Geschmack hat. Wir fanden diese Argumentation etwas seltsam und haben deshalb auch noch den Bauträger hinzugezogen. Der war der Ansicht, es würde sich um Kondenswasser handeln. Das Problem ist, dass es bei der Abnahme des Hauses noch weitere Mängel gab und wir deswegen noch eine Rate einbehalten haben. Insgeheim vermuten wir nun, dass der Bauträger uns für das Wasser die Schuld in die Schuhe schieben will und deshalb darauf besteht, dass es Kondenswasser ist, damit die Liste der Mängel nicht noch länger wird. Was sollen wir jetzt machen? Sollen wir einen dritten Experten den Fleck anschauen lassen?

Antwort:
Sie haben ein gutes Gespür. Beide Ansichten klingen für mich reichlich fragwürdig. Ich habe noch nie gehört, dass man heraus schmecken kann, warum Feuchteschäden auftreten. Um festzustellen, woher das Wasser wirklich kommt, muss die Oberflächentemperatur der Wand untersucht werden, die Luftfeuchte, die Feuchte im Bauteil und vieles mehr. Eventuell muss auch der Estrich aufgestemmt werden. Dafür werden Sie wohl oder übel noch einen Fachmann brauchen, der hoffentlich zur Abwechslung mal was von seinem Fach versteht.