Freitragende Tunneldecke mit Doka-Schalwagen: SCC-Beton und Doka-Know-how für „U-Bahnhof Klinikum“ Fürth

Freitragende Tunneldecke mit Doka-Schalwagen: SCC-Beton und Doka-Know-how für „U-Bahnhof Klinikum“ Fürth
Die Baumaßnahme „U-Bahnhof Klinikum“ im Westen von Fürth stellt in zweierlei Hinsicht besondere Anforderungen an die bauausführende ARGE U-Bahn Fürth BA 3.1.1: Die Gebäude an der Oberfläche sind über eine aufwändige Rohrschirmdecke abzufangen. Zusätzlich wird die freitragende Tunneldecke mit Selbstverdichtendem Beton (SVB bzw. SCC) errichtet. Doka lieferte dafür einen zweiteiligen Schalwagen – ganz aus Normteilen. Aus herkömmlichem Rüttelbeton entstehen die Tunnelwände, mit speziell verstärkten Doka-Abstützböcken für die einhäuptigen Schalungen.Oberbauleiter Dipl.-Ing. Peter Hain von der Max Bögl Bauunternehmung GmbH & Co. KG erläutert die Einzelheiten: „Seit August 2000 arbeiten wir gemeinsam mit den ARGE-Partnern Bilfinger Berger AG und Ed. Züblin AG an diesem Baulos 3.1 – der künftigen Verbindung zwischen Stadthalle und Klinikum. Größte Herausforderung in diesem Abschnitt ist ein Wohnheim direkt über dem Tunnel, das wir bei geringer Überdeckung unterfahren müssen. Dazu hat eine Teilschnittmaschine auf einer Länge von 60 Metern 13 Stahlrohre mit einem Durchmesser von 1.420 mm in Stücken von je 9 m horizontal eingebohrt und verschweißt. Mit Füllbinder verfüllt, tragen die Rohre die Lasten zuverlässig ab.“

Soweit die Vorbereitungen. Seit November letzten Jahres laufen in relativ kurzen Blöcken parallel zum Vortrieb die Betonierarbeiten nach dem Schema Sohle – Wände – Decke. Für die einhäuptigen Wände nutzt die ARGE speziell verstärkte Doka-Abstützböcke. Die Tunneldecke wird mit einem zweiteiligen Doka-Schalwagen geschalt, der komplett aus Normteilen konstruiert ist. Er ist hydraulisch zu heben und zu senken und so aufgebaut, dass die Notunterstellung ebenfalls wirtschaftlich dazwischen gesetzt werden kann. Die verbleibende Fläche zwischen den Schalwagenhälften in den Deckenabschnitten ohne Notunterstützung wird mit einem Doka-Traggerüst Staxo abgestützt.

Für den Schalwagen selbst verwendet Doka HEM-Profile. Sie nehmen mit ihren überdurchschnittlich starken Flanschen pro Punkt Querkräfte von bis zu 400 kN auf und benötigen keine Querschotte.

Jeder Block ist 8 m lang und wird in zwei Takten betoniert. Ein Fräsbagger hebt jeweils etwa 11 m aus, mehr erlaubt die Rohrschirmdecke nicht. Die Ortsbrust wird vor jedem Betoniertakt verankert und mit Spritzbeton gesichert. Der erste Takt startet vorne an der Ortsbrust. Hier können der Schalwagen eingefahren und die Bewehrung auf der Schalung abgelegt werden. Herkömmliches Schalholz dient dazu, beide Seiten fertig zu schalen. PU-Schaum dichtet das Ganze ab.

Beim zweiten Takt hängt die Armierung an dem Rohrschirm. Selbstverdichtender Beton B 35 wird von unten her im Wechsel so lange über zwei Stutzen eingepumpt, bis eine kraftschlüssige Verbindung mit dem Rohrschirm gegeben ist. Die Dicke der Betondecke beträgt dann rund 1.700 mm. Dabei belastet diese Menge an Selbstverdichtendem Beton den Schalwagen doch erheblich.

Polier Manfred Söldner ist gerade dabei, den nächsten Betoniertakt zu organisieren: „Pro Block bauen wir 260 m³ Beton ein. Wir haben jetzt schon 14 Einsätze mit dem Schalwagen gefahren und sind sehr zufrieden. Auch die Beratung und Hilfestellung durch die Doka-Mitarbeiter ist ausgezeichnet.“ Dabei spielte der Zeitfaktor eine große Rolle: Doka verblieben ab Auftragserteilung lediglich sechs Wochen für die gesamte Planung nebst Statik, für die Fertigung der Einzelteile sowie für die Lieferung und die Einweisung des Personals.

Bauausführung: ARGE U-Bahn Fürth BA 3.1.1
Max Bögl GmbH & Co. KG
Bilfinger Berger AG
Ed. Züblin AG
Schalungsberatung: Doka NL Nürnberg

Maisach, den 16.09.2002
Kontakt:
Deutsche Doka Schalungstechnik GmbH
Herr Uwe Adlunger
Frauenstraße 35
82216 Maisach
Tel.: 08141/394-6197
Fax: 08141/394-6155
E-Mail: Uwe.Adlunger@doka.de
U-Bahn Fuerth
Im Untergrund von Fürth tut sich was. Ab 2004 wird die Verlängerung der U1 den Individualverkehr im Westen der Stadt entlasten. An der Röhre baut zur Zeit die Arge U-Bahn Fürth BA 3.1.1 mit Selbstverdichtendem Beton und ausgereifter Doka-Schalungstechnik.

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