Fremdenfeindlichkeit leider kein neues Thema

Fremdenfeindlichkeit leider kein neues Thema
Vertretung der Europäischen Kommission in Deutschland

(25.11.2004 09:38)

(Brüssel/Berlin) - Vor dem Hintergrund der fremdenfeindlichen Gewalt in den Niederlanden hat sich Beate Winkler, Direktorin der Europäischen Stelle zur Beobachtung von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit, erneut zu den Problemen der Integration von Einwanderern geäußert. Auf einer Podiumsdiskussion in Berlin zum Thema Fremdenfeindlichkeit in Europa forderte sie, eine emotionsfreie öffentliche Debatte ohne Hysterie zu führen. Integrationsprobleme seien seit zehn Jahren ein Thema in Europa und das Phänomen von Fremdenfeindlichkeit bestehe konstant. Besonders seit dem 11. September habe es Angriffe auf religiöse Symbole in allen europäischen Ländern gegeben. Dies hätte zum Teil ein Klima der Angst geschaffen.
Winkler beklagte, dass das Thema Zuwanderung fast nur noch negativ diskutiert werde, ohne dass dabei auch die Chancen gesehen werden. Wichtig sei es, einen öffentlichen Konsens zu finden. Die Emotionalisierung der Debatte mache es aber schwierig, das Thema Zuwanderung in seiner Komplexität zu erfassen. Integrationsprobleme müssten in einer breiten Öffentlichkeit diskutiert werden, anstatt immer nur auf die Politik zu warten.

An der Diskussion auf dem Podium beteiligten sich neben Beate Winkler noch Nikolaos Van Dam (Botschafter der Niederlande), Cornelie Sonntag-Wolgast (Vorsitzende des Innenausschusses des Bundestags), Gerold Lehnguth (Abteilungsleiter im Innenministerium), Hermann Simon (Direktor der Stiftung Neue Synagoge) und Emine Demibürken (Ausländerbeauftragte in Berlin). Einig war man sich, dass es in den letzten Jahren zu wenig Integrationsbemühungen gegeben habe. Die durch das Zuwanderungsgesetz geschaffene Verpflichtung zu Sprachkursen wurde als insgesamt positiv gewertet. Hermann Simon wies aber darauf hin, dass es genauso wichtig sei, dass die Kinder von Zuwanderern die Muttersprache nicht verlernten.

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