Frisches Denken für besseres Sitzen

Frisches Denken für besseres Sitzen

GRAMMER setzt auf enge Verzahnung von Forschung und Anwendung

Ein Volk hat´s im Kreuz: Rund 80 Prozent der Deutschen werden in ihrem Leben mindestens einmal von Rückenschmerzen geplagt, bei 30 Prozent werden diese Schmerzen sogar chronisch. Der Wirtschaft beschert unsere Krankheit Nr.1 mittlerweile Kosten in schwindelerregender Höhe, vorsichtige Schätzungen gehen von jährlich mindestens 20 Milliarden Euro für Therapien, Arbeits- und Produktionsausfall sowie die Frühberentung von Rückenpatienten aus. Vor diesem Hintergrund hat die ergonomische Gestaltung von Sitzgelegenheiten heute mehr Bedeutung als je zuvor. Die GRAMMER AG, Geschäftseinheit Bahn, die u.a. als Partner der Deutschen Bahn den ICE seit 1990 mit Sitzen ausstattet, setzt bei Entwicklung und Design deshalb auf eine enge Verzahnung von Forschung und Anwendung. Wissenschaftliche Grundlagen-erkenntnisse werden in die Produktphilosophie transferiert.

Die Bahn kommt - und der Rücken freut sich! Ein Fernverkehrssitz sollte den Wettbewerbsvorteil, den das Reisen im Zug gegenüber dem Individualverkehr hat, noch unterstreichen: Im Zug hat der Reisende unterschiedliche Anforderungen an seinen Sitzplatz: er möchte lesen, essen, arbeiten oder auch schlafen. Deshalb muss ein solcher Fahrgastplatz dem Nutzer Bewegungsfreiheit, aber auch eine angenehme Entspannungsposition bieten und den Rücken in aufrechter Position optimal stützen. Beim Design der Sitze durch GRAMMER stehen daher die Abmessung und Formgebung der Sitz- und Lehnenfläche sowie die individuellen Anpassungs-möglichkeiten an verschiedene Körpermaße durch Einstellung der Sitztiefe und der Lehnenneigung im Vordergrund. Die synchrone Beweglichkeit von Sitz- und Lehnenfläche bei Neigung der Rückenlehne trägt zur Vermeidung von Überbelastungen der Wirbelsäule und der Muskeln bei. Lehnenneigungen, die größer als 30 Grad sind – wie im ICE3 realisiert – bieten außerdem günstige Bedingungen für Erholung und Schlaf.

An der Schnittstelle von Wissenschaft und PraxisDie enge Zusammenarbeit mit Medizinern, Psychologen, Biomechanikern und Spezialisten für Ergonomie schafft die Grundlage zur Gestaltung der GRAMMER-Produkte. Mit dem interdisziplinären Kongress "ergomechanics" ist es dem Unternehmen aus Amberg gelungen, eine Plattform zum Informationsaustausch von führenden Wissenschaftlern zu den Themen Wirbelsäulenforschung, Ergonomie und Biomechanik zu installieren. Die Ergebnisse sind oft bahnbrechend: So wurde die Forderung nach "dynamischem Sitzen" in der Rückenschmerz-therapie erstmals auf dem "ergomechanics"-Kongress 2001 in Amberg von Professor Dr. Hans-Joachim Wilke von der Universität Ulm vertreten. Zwei Jahre später war "dynamisches Sitzen" schon die zentrale Botschaft des "Deutschen Schmerztages" in Frankfurt. Inzwischen sind die wegweisenden Erkenntnisse der zehn Fachvorträge des Kongresses in Buchform (Hans-Joachim Wilke (Hrsg.): Ergomechanics - Interdisziplinärer Kongress Wirbelsäulen-forschung, 176 S., 39,80 Euro, Shaker Verlag Aachen, ISBN 3-8322-2620-6) erschienen. Daneben ist der "Grammer European Spine Journal Award" mittlerweile mit einer Prämie von 20.000 Euro der höchstdotierte Preis auf dem Gebiet der Wirbelsäulenforschung. Eine aus internationalen Wissen- schaftlern zusammengesetzte Jury zeichnet damit alljährlich den besten wissenschaftlichen Beitrag im renommierten medizinischen Fachjournal "European Spine Journal" aus.

Berücksichtigung neuer ErkenntnisseDie klassische Rückenschule fordert von uns, stets aufrecht zu sitzen. Diese Forderung basiert auf Bandscheibendruck-messungen der 60er und 70er Jahre, aus denen man folgerte, dass die Belastung für den Rücken im Sitzen größer ist als im Stehen. Diese Erkenntnis führte dazu, dass das Stehen im Sitzen nachgeahmt werden sollte und endete in der Forderung, stets aufrecht zu sitzen. Neuere Bandscheibendruckmessungen zeigen, dass die Belastung im Sitzen nicht größer als im Stehen ist. Die neuen Erkenntnisse fordern stattdessen ein "bewegtes" und dynamisches Sitzen, um Knorpel und Muskeln zu entlasten und die Bandscheiben optimal zu ernähren.

Die neuen Erkenntnisse aus der Biomechanik werden von der GRAMMER AG beim Produktdesign berücksichtigt und fließen in die laufenden Entwicklungsprojekte mit ein.