Für ein faire und dauerhafte Partnerschaft

Für ein faire und dauerhafte Partnerschaft

Eine E-Gemeinschaft ist ein freiwilliger Zusammenschluss von Energieversorgern mit Partnern aus den Bereichen Fachhandwerk, lokalen Niederlassungen der Hersteller, Handel, Architektur- und Planungsbüros. E-Gemeinschaften sind der Schnittpunkt von Marktpartnern und gemeinsamen Kunden. Das spiegelt auch die Tatsache wider, dass der Kunde des Energieversorgers am Strom- oder Gasverbrauch nicht unmittelbar interessiert ist, sondern vielmehr an den Dienstleistungen, an dem Nutzen, der mit der Energieanwendung untrennbar verbunden ist. Diese Dienstleistungen bilden sich erst im Zusammenwirken von Netzbetrieb, Energielieferung, Gerät als Energiewandler, Installation der gesamten Anlage, Wartung, Finanzierung etc. Der Kunde ist also ein "gemeinsamer Kunde" des Netzbetriebs, Energievertriebs, Fachhandwerks.Die meisten Handwerksbetriebe, die als Marktpartner in eine E-Gemeinschaft eingebunden sind, agieren oft nur innerhalb eines regional begrenzten Bereichs. Die E-Gemeinschaft wird daher auch in ihrer Selbstdarstellung und in der Ausprägung ihrer Vermarktungskonzepte die regionale bzw. örtliche Ausrichtung betonen. Größere E-Gemeinschaften werden sich durch regionale Untergliederungen dieser Forderung nach "Regionalität" anpassen.

Weitere Partner für E-Gemeinschaften sind Innungen. Viele E-Gemeinschaften betrachten Innungen deshalb als geborene Mitglieder und sehen in ihnen eine Basis für eine kompetente Marktpartnerschaft zur Stärkung des regionalen Fachhandwerks. In der Regel ist die Zusammenarbeit kooperativ. Die Partner ergänzen sich und bringen ihr spezifisches Know-how in die Marktpartnerschaft ein, um das regionale Fachhandwerk im Markt zu stützen, um neue Marktsegmente zu erschließen, um Serviceleistungen zu optimieren, um im Rahmen von Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen die Kompetenzen des Fachhandwerks auszubauen und die individuellen Qualifikationen der Fachhandwerker zu erweitern. Das alles geschieht zum Nutzen und Vorteil des Kunden. Der Kunde soll wirklich König sein.

In der Vergangenheit hat es jedoch im Verhältnis der E-Gemeinschaften zu Innungen Irritationen gegeben. Sie sind regional begrenzt und nicht zu verallgemeinern, dokumentieren aber das sensible Verhältnis dieser Partnerschaft. Es ist nicht damit getan, dass sich die Partner misstrauen und Missverständnisse die notwendige Zusammenarbeit torpedieren. Dazu ist die wirtschaftliche Lage zu ernst. Fachhandwerk und Kunden hätten dafür kein Verständnis. Es geht vielmehr darum, gemeinsame Lösungen zu finden und zum Wohle aller Beteiligten zu agieren. Nur so lassen sich die schwierigen Verhältnisse der Gegenwart meistern und die Herausforderungen der Zukunft gemeinsam bewältigen.

Der Fachverband für Energie-Marketing und -Anwendung (HEA) e.V. beim VDEW wird dem Verhältnis von E-Gemeinschaften und Innungen auf der Fachtagung Forum E-Gemeinschaften/Marktpartnerschaften 2005 am 27. und 28. April in Hamburg aufgreifen und im Rahmen einer Podiumsdiskussion Lösungen für einen gemeinsamen Weg erarbeiten.