Gemeinsame Presseinformation des Bundesumweltministeriums (BMU), der Bundesanstalt fuer Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA)

Gemeinsame Presseinformation des Bundesumweltministeriums (BMU), der Bundesanstalt fuer Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) und des Umweltbundesamtes (UBA):

Dialog über Chancen und Risiken synthetischer Nanopartikel beginnt
150 Fachleute erarbeiten Strategie, die Umwelt- und Gesundheitswirkungen der Nanotechnologie klaeren soll

Berlin, 21. Oktober 2005 - Sie sind winzig klein und doch grosse Hoffungstraeger: die Nanopartikel. Die Nanotechnologie gilt als eine der kuenftigen Schluesseltechnologien fuer Produktion und im Gesundheitswesen. Zukuenftig rechnen Experten mit dem Eindringen von Produkten der Nanotechnologie in alle Lebensbereiche. Noch gibt es grosse Unsicherheiten, ob die winzigen Partikel fuer Mensch und Umwelt schaedlich sein koennen. Mit einem umfassenden Dialog soll die Zeit der Unwissenheit moeglichst bald enden. Darauf verstaendigten sich ueber 150 Fachleute aus Unternehmen, Wissenschaft, Verwaltung, Umwelt-, Verbraucher- und Sozialverbaenden am 11. und 12. Oktober 2005 in Bonn.

Zu dem ersten ´Dialog zur Bewertung von synthetischen Nanopartikeln in Arbeits- und Umweltbereichen´ hatten das Bundesumweltministerium (BMU), das Umweltbundesamt (UBA) und die Bundesanstalt fuer Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) eingeladen. Die Fachleute diskutierten den Wissensstand sowohl zu den Chancen synthetischer Nanopartikel als auch ueber moegliche Wirkungen auf Mensch und Umwelt. Klar wurde, dass die Datenlage ueber Nanopartikel -- vor allem ihr Vorkommen am Arbeitsplatz und in der Umwelt, ebenso wie die ueber ihre Wirkungen auf Mensch und Umwelt -- zurzeit unzureichend ist. Einig waren sich alle beteiligten Fachleute ueber den potenziell erheblichen Nutzen der Nanotechnologie. Es wird daher immer wichtiger, offene Fragen der Nanotechnologie zu klaeren und ihre Risiken zu bewerten -- auch um den Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Deutschland zu sichern.

Zahlreiche Verfahren und Produkte setzen schon heute extrem kleine Partikel, so genannte Nanopartikel, ein. Die neuartigen Materialien mit kleinsten Teilchen -- 1 Nanometer ist der millionste Teil eines Millimeters -- haben voellig neue Eigenschaften und eroeffnen bisher nicht gekannte Anwendungsbereiche. Nanotechnologie spart zudem Rohstoffe und ist deshalb potenziell umweltfreundlich. Moegliche Risiken sind aber noch nicht ausreichend erforscht -- etwa ob kleinste Partikel, wie sie in Sonnencremes eingesetzt werden, fuer die Umwelt unbedenklich sind. Auch fuer den Arbeitsschutz ist wichtig, zu wissen, wo die Industrie Nanomaterialien einsetzt und welche Belastungen fuer die menschliche Gesundheit bestehen.

Die Veranstaltung sollte zu einem fruehen Zeitpunkt das Gespraech ueber die neue Schluesseltechnologie suchen, um Fehler zu vermeiden, die in der Vergangenheit bei anderen Entwicklungen -- wie etwa der Gentechnik -- gemacht wurden. Die Erfahrung zeigt, dass nur ein intensiver Informations- und Meinungsaustausch zwischen allen betroffenen Kreisen von Beginn an eine gestaltende Umwelt, - Arbeitsschutz- und Verbraucherpolitik ermoeglicht.

Die Tagungsteilnehmer hielten es fuer wichtig, der Oeffentlichkeit die Risiken der Nanotechnologie offen zu kommunizieren, um Glaubwuerdigkeit, Vertrauen und Akzeptanz zu erreichen. Dabei gilt es, viele offene Fragen der neuen Technik fuer Buergerinnen und Buerger transparent zu machen: Zum Beispiel an welchen Punkten seines ´Lebensweges´ ein Nanotechnologie-Produkt den groessten Einfluss auf Umwelt und menschliche Gesundheit hat sowie welche Messstrategien fuer diese Ermittlung und Kontrolle geeignet sind.

Der Verband der chemischen Industrie und die BAuA planen Erhebungen zur Herstellung und Verwendung von Nanomaterialien, den dabei entstehenden Belastungen am Arbeitsplatz sowie zu schon bestehenden Schutzmassnahmen. Aus Sicht der Bundesregierung ist zu klaeren, wo Regelungsbedarf -- auch im rechtlichen Bereich -- zum Schutz von Mensch und Umwelt besteht. Die Bundesregierung plant, eine Steuerungsgruppe aus betroffenen Ministerien, Wirtschaft, Wissenschaft und gesellschaftlichen Gruppen einzurichten. Zudem ist vorgesehen, die Oeffentlichkeit intensiver zu informieren und den Wissensstand in jaehrlichen Konferenzen zusammenzufuehren.

An der Bonner Tagung nahmen Vertreterinnen und Vertreter der Ministerien fuer Umwelt, Wirtschaft und Arbeit, Bildung und Forschung sowie des Umweltbundesamtes, der Bundesanstalt fuer Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin und des Bundesinstituts fuer Risikoforschung teil. Ebenfalls vertreten waren die Bundeslaender, die europaeische Kommission, die OECD sowie interessierte Staaten - wie Grossbritannien, Niederlande und Japan.

Die Praesentationen des Workshops sind in Kuerze im Internet unter www.dialog-nanopartikel.de abrufbar.

Hrsg: BMU-Pressereferat, Alexanderplatz 6, 10178 BerlinRedaktion: Michael Schroeren (verantwortlich)Thomas Hagbeck, Jürgen Maaß, Frauke StamerTel.: 01888/305-2010. Fax: 01888/305-2016email: presse@bmu.bund.deinternet: http://www.bmu.de/presse

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