Geothermie wird gigantisch - Frühjahr 2007: Deutschland nutzt 1 Gigawatt

Geothermie wird gigantisch - Frühjahr 2007: Deutschland nutzt 1 Gigawatt
Erdwärme

Geeste (iwr-pressedienst) - "Das sind Zahlen wie wir sie vor einigen
Jahren so noch nicht erwartet hätten," erklärte Simone Probst, die
Präsidentin des Bundesverbandes Geothermie (GtV-BV). Der Anlass: In 2006
waren mit 24.000 Erdwärmesystemen doppelt so viele dieser die Geldbeutel
und das Klima schonenden Anlagen in Privathäusern, Gewerbebauten und
öffentlichen Einrichtungen neu installiert worden wie 2005. "Eine
Steigerung um 100%, das muss eine Branche auch erst einmal verkraften," so
Probst. Dabei hätten es noch mehr sein können. Inzwischen herrscht vor allen in
den Bohrunternehmen ein eklatanter Mangel an Fachkräften. Allein für den
Bau von Erdwärmesonden werde Personal in vierstelliger Größenordnung
gesucht, teilte Ralf Schramedei, Leiter der Sektion Oberflächennahe
Geothermie des GtV-BV mit. Außerdem müsse die Branche verstärkt in neue
Bohrgeräte investieren, erklärte er, um die Nachfrage aus der Bevölkerung
bedienen zu können.

Erdwärmesysteme sind komfortabel, finanziell auch langfristig
überschaubar und wartungsarm. "Mit ihnen kann man sich weitgehend und auf
Dauer unabhängig von den steigenden Kosten für fossile Energieträger
machen," betonte Schramedei. In den vergangenen Jahren habe man die
Gesamteffizienz der Systeme deutlich verbessern können. Allerdings müssten
die Kunden unbedingt darauf achten, dass man die Anlagen von seriösen
Unternehmen und entsprechend dem Stand der Technik errichten lasse.
"Darauf kann man gar nicht deutlich genug hinweisen. Billig wird da oft
schnell teuer." Beim GtV-BV ist eine kostenlose Broschüre "Erdwärmesonden
- Tipps für Häuslebauer" erhältlich, in der sich wichtigsten grundlegenden
Informationen dazu finden.

Der GtV-BV geht davon aus, dass im Bereich der oberflächennahen
Geothermie derzeit über 100 000 Anlagen installiert sind. Monatlich kommen
mindestens 2000 neue dazu. Die Tendenz ist steigend. Fast 80 Megawatt
Leistung werden außerdem aus geothermischen Fernwärmenetzen
bereitgestellt. Auch hier geht die Tendenz nach oben. In 2007 werden drei
neue geothermische Kraftwerke (Bruchsal, Landau/Pfalz und Unterhaching) in
Betrieb gehen, bei denen sämtlich auch eine Wärmenutzung vorgesehen ist.
Das Geothermische Heizwerk in Erding muss wegen der starken Nachfrage
seine Kapazitäten verdoppeln. Im brandenburgischen Neuruppin entsteht im
Zusammenhang mit einem Hotel- und Freizeitkomplex eine weitere Anlage.
"Steigende Energiepreise und hohe Versorgungssicherheit machen die tiefen
Ressourcen immer interessanter," freute sich Horst Kreuter, Leiter der
Sektion Tiefe Geothermie. "Auch in diesem Bereich werden dringend weitere
leistungsfähige Bohrgeräte benötigt. Diese sind aber weltweit stark
gefragt. Zum Glück gibt es bei uns innovative Maschinenbauer, die mit
zukunftsweisenden Anlagenkonzepten auf den Markt gekommen sind."

Insgesamt steht in Deutschland in diesem Frühjahr erstmals mehr als 1
Gigawatt Wärme aus geothermischen Ressourcen zur Verfügung. "Geht die
Entwicklung so weiter, ist die Geothermie ist auf dem besten Weg,
mittelfristig Deutschlands wichtigste Wärmequelle zu werden," stellte
Präsidentin Probst fest. "Wir arbeiten dran."

Geeste, den 05. Februar 2007