Getreideschüttungen

Getreideschüttungen

Eine Getreideschüttung ist eine Schüttung aus natürlichen Rohstoffen. Dazu können beispielsweise Roggenkleie oder Roggenschrot zählen. Diese sind sehr nützlich in Form von Dämmstoffgranulaten für Dächer und Wände. Im Fußboden können sie zudem für Trittschallschutz sorgen. Auf diesen Granulaten lässt sich der Trockenestrich schwimmend verlegen. Abhängig von den bauseitigen Gegebenheiten muss das Bauunternehmen der Schüttung Schutz vor Feuchte bieten, um zu verhindern, dass diese in den Dämmstoff eindringt. Hergestellt werden Getreideschüttungen im Extruder. Dafür sind erhöhte Temperaturen und Druck erforderlich.

Getreideschüttungen weisen eine Reihe von Vorteilen auf. So sind keinerlei Schwermetallverbindungen oder Konservierungsstoffe für die Herstellung oder den Erhalt erforderlich. Zudem sind diese Schüttungen in hohem Maße resistent gegen Schimmelpilze, Nagetiere und Insekten. Sie haben eine feuchtigkeitsregulierende und schallabsorbierende Wirkung und sind diffusionsoffen. Gemäß der DIN 4102 werden sie der Baustoffklasse B2 zugeordnet, was bedeutet, dass sie normal entflammbar sind. Ihr Gewicht ist sehr gering. Zudem sind sie setzungssicher. Ihre Wärmeleitfähigkeit liegt bei 0,047 W/(mK). Probleme können vereinzelt zu Tage treten, sofern es zum Eindringen von Feuchte in die Dämmung kommt.

Ein konkretes Beispiel für eine Getreideschüttung ist Ceralith. Dieser Baustoff setzt sich aus Roggenkleie, Roggenschrot, Molke sowie Kalkhydrat und Wasserglas zusammen. Der Dämmstoff kann geschüttet und eingeblasen werden. Sehr günstig an Ceralith ist, dass es auf umweltfreundliche Weise produziert werden kann, denn bei der Herstellung wird nur ein geringer Energieaufwand benötigt. Entwickelt wurde Ceralith und die Technologie zu seiner Herstellung vom Institut für Getreideverarbeitung, kurz IGV. Auch entsorgt werden kann Ceralith ohne langfristige Folgen für die Umwelt.