Glänzende Ausbildung zahlt sich aus

Glänzende Ausbildung zahlt sich aus
Tischlergeselle Andre Pohlmann kehrte nach seinem Landeserfolg nun auch als Bundessieger vom Gestaltungswettbewerb in München zurück

Einen tollen Erfolg landete kürzlich der 20-jährige Tischlergeselle Andre Pohlmann aus Lippstadt. Beim Gestaltungswettbewerb „die gute form – Tischler gestalten ihr Gesellenstück“ wurde er als bester Möbelgestalter seines Ausbildungsjahrganges in Deutschland ausgezeichnet. Am 22. März erhielt er auf der Internationalen Handwerksmesse in München den 1. Preis. Zum Wettbewerb, der unter der Regie des Bundesverbandes des holz- und kunststoffverarbeitenden Handwerks steht und besondere gestalterische Leistungen junger Nachwuchstischler würdigt, waren aus jedem Bundesland nur die jeweils beiden besten Möbelgestalter zugelassen. Andre Pohlmann hatte sich mit einem Hängeschrank aus Kirschbaum als Sieger des nordrhein-westfälischen Landeswettbewerbs im November vorigen Jahres für München qualifiziert. Dort kürte nun eine hochkarätige Jury den NRW-Vertreter zum „Besten der Besten“. Sein „mutiges“ Funktionsmöbel sei von „bestechender Schlichtheit“, die „zeitübergreifende Optik“ und die „elegante zierliche Anmutung“ überzeugten, so das Lob der Fachleute.
Der Sieger hatte den Hängeschrank zum Abschluss seiner Lehre in der Tischlerei Martin Hammelbeck in Langenberg gefertigt. Für den Ausbildungsbetrieb ein „toller Erfolg“, sagte der Betriebsinhaber und gratulierte seinem glücklichen Mitarbeiter. „Damit werden nicht nur unsere intensiven Ausbildungsanstrengungen, sondern auch unser Bestreben nach gestalterischer Qualität belohnt“, meinte Martin Hammelbeck. Der Betrieb mit acht Beschäftigten betätigt sich vorwiegend im Bereich des Möbel- und Innenausbaus.
Kam für Andre Pohlmann schon der Sieg auf Landesebene etwas überraschend, so übertraf der jetzige Erfolg alle Erwartungen. „Immerhin waren in München nur absolute Spitzenarbeiten vertreten, da hatte ich nicht unbedingt auf eine vordere Platzierung gesetzt.“ Schon bei der Entwicklung seines Gesellenstückes hatte er weniger den Gewinn des Wettbewerbs, der zu den wichtigsten Veranstaltungen im deutschen Tischlerhandwerk zählt, im Auge. „Für mich war nur wichtig, dass mein Gesellenstück meinen persönlichen Design-Ansprüchen gerecht wurde.“ Dabei hätten ihm die Diskussionen mit seinem Lehrmeister und anderen Tischlerkollegen über die geplante Abschlussarbeit viele Anregungen und Ideen vermittelt. Für den weiteren Berufsweg hat er sich bereits feste Ziele gesteckt: zunächst Erfahrungen als Geselle sammeln und dann baldmöglichst die Meisterprüfung ablegen.
Für diese Berufsplanung findet er bei seinem bisherigen Lehrmeister große Unterstützung. „Es ist gut für das Tischlerhandwerk“, meint Martin Hammelbeck, „wenn solch talentierte Nachwuchskräfte wie Andre sich höhere Ziele stecken und weiterqualifizieren.“ Er habe gezeigt, dass im Tischlerhandwerk nicht nur handwerkliche Fertigkeiten zählen, sondern auch Phantasie und Formempfinden. Diese Fähigkeiten weiterzuentwickeln könne er nur dringend empfehlen.
Obwohl er über seinen persönlichen Anteil am Erfolg Andre Pohlmanns ungern spricht, ist Tischlermeister Hammelbeck natürlich stolz, dass er für seinen Ausbildungserfolg in München ebenfalls geehrt wurde. „Das ist schon eine riesige Sache, wenn man bedenkt, dass sich der Bundessieger über Innungs- und Landesentscheide letztlich unter fast 15.000 Gesellenprüflingen durchgesetzt hat.“
Beim jährlich stattfindenden Wettbewerb „die gute form“ interessiert im Gegensatz zur Gesellenprüfung nicht mehr nur die handwerkliche Qualität, sondern vor allem die Gestaltung und Formgebung. Der Wettbewerb trägt der großen Bedeutung der Formgebung im Tischlerhandwerk Rechnung. Ziel ist es, bei den angehenden Tischlergesellinnen und Tischlergesellen schon während der Ausbildungszeit Phantasie und Gestaltungskraft anzuregen und die Herstellung individuell gestalteter Gesellenstücke zu fördern.