Gleichklang von Architektur, Ökologie und Ökonomie

Gleichklang von Architektur, Ökologie und Ökonomie

Die Solarsiedlung in Freiburg wurde von der deutschen Lackindustrie zu Deutschlands schönster Wohnsiedlung 2005/2006 gekürt. Am 20. April 2006 wurde der Preis in Höhe von 10.000 Euro an den Architekten der Siedlung, Rolf Disch, übergeben. Die avantgardistische Farbgebung in Verbindung mit dem vorbildlichen Energiesparkonzept überzeugte die Jury des Deutschen Lackinstitutes (DLI), das den Preis alle zwei Jahre im Auftrag der Lackindustrie vergibt. Klaus von Saalfeld, Farbdesigner und Sprecher der Jury „Deutschlands schönste Wohnsiedlung“, begründete die Entscheidung des Gremiums. Funktionalität und Klarheit der Bauformen sowie die erprobt bewährte Einfachheit der eingesetzten Materialien und die Farben zeichneten die Siedlung stilistisch aus. “Sie gehört in die Jetztzeit“, sagte von Saalfeld. Besonders die Heiterkeit der luftig-leichten Bauweise sowie die einleuchtend dazu ausgewählten Farben machen den Charakter der Siedlung als eine Sonnensiedlung aus und überzeugten die Juroren, dass die Solarsiedlung in Freiburg augenblicklich Deutschlands schönste Wohnsiedlung ist, so von Saalfeld.

„Farben sind ein wesentliches Element der Architektur“, erläuterte Rolf Disch seinen Planungsansatz. Bei der Gestaltung der Solarsiedlung habe er frühzeitig mit dem Bildhauer und Farbgestalter Erich Wiesner zusammengearbeitet. Dieser entwickelte anhand eines Impulsmodells und vieler großer Farbflächenmuster vor Ort eine Skala von 16 Farbtönen, die beliebig miteinander kombiniert werden können. Aus dieser Farbskala konnten die Eigentümer eine individuelle Farbverteilung zusammenstellen. Bei den Bewohnern komme die farbenfrohe Siedlung sehr gut an, sagte Disch. „Besonders an grauen Tagen sind die farbigen Fassaden für sie von hohem Stellenwert“, fügte der Architekt hinzu.

Wulf Daseking, Leiter des Freiburger Stadtplanungsamtes lobte den „Dickbrettbohrer“ Rolf Disch für das Vorzeigeprojekt der Stadt Freiburg: die Solarsiedlung am Schlierberg. Das Interesse am solaren Bauen würdigte er ebenso wie das vom Berliner Farbkünstler Erich Wiesner entworfene Zusammenspiel verschiedener Farbtöne und Farbvarianten. Die Eigentümer redeten mit: Sie hatten die Möglichkeit, ihre individuelle Hausfarbe aus dem vorgegebenen Kanon zu wählen.