„Großeinsatz“ auf Hallen und Scheunen

„Großeinsatz“ auf Hallen und Scheunen

Kirchtürme und große Höfe prägen das Bild ländlicher Regionen. Die Dachflächen von Scheunen und Hallen inmitten der Felder sind weithin sichtbar. Soll die Eindeckung erneuert werden, wird nach preiswerten Lösungen gesucht: schnell zu verlegen, gut aussehend. Immer häufiger kommen daher die wirtschaftlichen Großflächenziegel aus Ton zum Einsatz. Oft muss nicht einmal die bestehende Lattung erneuert werden. „Verschiebeziegel wie der Nibra DS 5 gleichen unregelmäßige Lattenabstände aus und passen so auch auf Dachstühle, die für Wellplatten errichtet wurden“, stellt Oliver Kortendieck, Anwendungstechniker der Dachziegelwerke Nelskamp (Schermbeck) fest.Landwirtschaftliche Gebäude gilt es zu sanieren, ohne ihre Anmutung zu zerstören. Deshalb greifen hier oft die Auflagen des Denkmalschutzes. Auch bei einem Gutshof in Ribbesbüttel im Landkreis Gifhorn (Niedersachsen). Für die vor knapp 180 Jahren errichtete Halle wollte Landwirt Stefan Löbbecke eine preiswerte Eindeckung, die zur gesamten Gutsanlage passt.

Ein Rittergut „verlangt“ nach Ton

Das Rittergut am südlichen Rand der Lüneburger Heide, direkt an der Salzstraße vom Harz nach Lübeck, wurde im Jahr 1226 erstmals urkundlich erwähnt. Ribbesbüttel wurde 1007 gegründet und ist damit eine der ältesten Siedlungen des norddeutschen Raums. Folgerichtig waren bei der Dachsanierung die Ensembleschutz-Auflagen zu beachten.

Alle Gebäude, auch die Scheune aus dem Jahr 1827, waren von Anfang an mit unbehandelten Hohlpfannen oder Linkskrempern eingedeckt. So kamen nur naturrote Tonziegel in Frage. Auf der Suche nach einer – den Vorgaben entsprechenden und gleichzeitig ökonomischen – Lösung stieß Löbbecke auf Großflächenziegel. Er entschied sich für den zur Zeit größten Tondachziegel der Welt, den „Nibra DS 5“ von Nelskamp, hergestellt in Groß Ammensleben bei Magdeburg.

1.600 qm in zwei Wochen

„Für die 1.600 Quadratmeter Dachfläche wurden nur rund 9.000 Ziegel gebraucht – statt etwa 22.400 Normalformaten,“ berichtet Dachdeckermeister H.- Jürgen Henters aus Gifhorn. Entsprechend dauerte die Sanierung des kompletten Hallendachs gerade einmal zwei Wochen. Das war auch notwendig, weil das Gebäude als Scheune und Lager genutzt wird und schnell wieder gebraucht wurde. „In den Monaten, wenn auf Dächern gearbeitet werden kann, ist auch im Landwirtschaftsbetrieb viel zu tun. Da zählt jeder Tag,“ erklärt Löbbecke.

Jetzt passt sich die neue Eindeckung harmonisch allen Bauten auf dem Hof an. Acht Oberlichtziegel auf jeder Dachseite sorgen für Tageslicht in der Halle.

Der Bauherr bevorzugt generell Tonziegel-Eindeckung. Unter den Dachflächen bildet sich kein Kondenswasser; Ton schwitzt nicht. Im Gegenteil: Die Luftfeuchtigkeit gelangt durch die feinen Kapillaren im Material nach außen. So entsteht im Innern ein gutes Raumklima – für Ställe ein Muss. Löbbecke: „Die häufig verwendeten Blechdächer sind besonders laut, wenn es regnet.“ Im Quadratmeterpreis hat er sogar zur Metalleindeckung keinen Unterschied festgestellt. „Und das Ziegeldach sieht ohnehin besser aus, viel besser.“

Man sieht von unten nicht, wie groß der Ziegel ist. 1.600 Quadratmeter wurden mit dem Großflächenziegel „Nibra DS 5“ in zwei Wochen eingedeckt.

Rote Scheunendächer prägen das Bild der Gutsanlage von Ribbesbüttel.

Kaum zu glauben: Das Gutshaus hat noch seine erste Eindeckung aus dem Jahr 1906.

Jeweils acht Oberlichtziegel auf jeder Dachseite und eine kleine Schleppgaube sorgen für Tageslicht in der Halle. Fotos: Nelskamp