Gusseisen

Bei Gusseisen handelt es sich um eine Eisen-Kohlenstofflegierung, deren Kohlenstoffgehalt bei mindestens 2 Prozent liegt.

Zudem enthält Gusseisen Silizium und Chrom, Nickel oder Mangan. Man differenziert zwischen grauem Gusseisen – dem sogenannten Grauguss, der Kohlenstoff als Graphit enthält – und dem weißen Gusseisen, in welchem Kohlenstoff als Zementit enthalten ist. Die Dichte von Gusseisen liegt bei 7200 kg/m3, also weit unter der von reinem Eisen, das eine Dichte von 7850 kg/m3 aufweist.

Der Baustoff wird aufgrund des Verfahrens, das ihm seine Form verleiht, so genannt, denn Gusseisenteile werden in Gießereien produziert. Man schmilzt es in einem Kupolofen. Es gibt unterschiedliche Sorten von Gusseisen. Die simpelste davon ist Gusseisen mit Lamellengraphit. Dieses Gusseisen hat allerdings eine recht geringe Zugfestigkeit und Elastizität. Vorteile sind die guten Dämpfungs- und Wärmeleiteigenschaften. Man setzt Grauguss aus diesem Grund bevorzugt für Maschinenständer und -betten ein.

Eine weitere Art von Gusseisen ist Gusseisen mit Kugelgraphit, hier ist der Graphit in Kugelform enthalten. Er erhält diese Form, indem man die Schmelze durch Zugabe von Calcium, Cer oder Magnesium in geringen Mengen entschwefelt, kurz bevor man sie abgießt. Außerdem gibt es noch den Temperguss, eine der bedeutendsten Formen von Gusseisen. Wenn das Eisen erstarrt ist, erhält es eine weitere Glühbehandlung. In einer Atmosphäre, die Sauerstoff abgibt, entzieht man den Gussstücken des weißen Tempergusses Kohlenstoff. Sie erhalten dadurch stahlähnliche Eigenschaften. Den schwarzen Temperguss glüht man in einer Atmosphäre, die frei von Sauerstoff ist. So verändert sich das Gefüge und wirkt sich positiv auf die Eigenschaften des Gusseisens aus.