Handwerksmeister sprechen Klartext

Handwerksmeister sprechen Klartext

B.O.S.S.-Aktionstag an der Grund- und Hauptschule Neuerburg

Presse-Informationen der HwK Trier
"Ich kann mir keinen anderen Beruf als den des Schreiners vorstellen", schwärmte Hans Kauth, Tisch-lermeister aus Ammeldingen. "Jeden Abend, wenn ich den Betrieb ab-schließe, erfreue ich mich an den Dingen, die ich geschaffen habe." Als "Boss" eines Handwerksunternehmens gab er im Rahmen des bundesweiten "B.O.S.S.-Tages" Schülerinnen und Schülern der Grund- und Hauptschule Neuerburg einen umfassenden Einblick in seinen Beruf.Seit 1999 steht B.O.S.S. für die Aktion "Berufliche Orientierung: Schüler als Selbstständige". Ziel solcher Aktionstage ist ein Erfahrungsaustausch zwischen Jugendlichen, Lehrkräften und Vertretern der Wirtschaft. In der Grund- und Hauptschule Neuerburg fand der B.O.S.S.-Tag nun bereits zum dritten Mal für Schülerinnen und Schüler der 8. und 9. Klasse statt.

Auf Einladung von Rektor Klaus Balmes stellten fünf Betriebsinhaber, ein Angestellter der öffentlichen Verwaltung sowie Vertreter der Schulaufsicht, der Arbeitsagentur und der Hwk Trier Berufe und Betriebe vor und gaben in Workshops Tipps für die Bewerbung und die Ausbildung.

Bei den Jugendlichen kam dieses Angebot glänzend an: ein Handwerksmeister, der Begeisterung für seinen Beruf weckt, aber auch in klaren Worten über die Anforderungen an die künftigen Lehrlinge spricht, ist genau das, was die Schüler als Berufsorientierung brauchen.

Auch Kraftfahrzeugmeister Josef Germann aus Neuerburg erläuterte die gestiegenen Ansprüche in der Ausbildung zum beliebtesten Handwerksberuf, dem Kraftfahrzeugmechatroniker. Er verdeutlichte, dass hier gerade Fächern wie Physik und Mathematik ein hoher Stellenwert zukommt, wenn letztlich die Lehre erfolgreich abgeschlossen werden soll.

Die vielen offenen Worte sollten die Schüler aber nicht frustrieren, sondern ihnen Mut machen, auf den letzten Metern zum Hauptschulabschluss noch einmal "Gas zu geben". In der Konkurrenz um Ausbildungsplätze z.B. zu Realschülern kommt es neben der Motivation und dem Interesse am Beruf auch auf gute Leistungen vor allem in den Hauptfächern an. Deutlich wurde auch, wie wichtig ein Betriebspraktikum als Sprungbrett in die Lehrstelle sein kann.

"Ich habe gemerkt, dass Floristik doch nichts für mich ist", so lautete der Kommentar einer Schülerin der 8. Klasse in der Abschlussrunde. Auch eine solche Erkenntnis war an diesem Tag sehr wertvoll, zumal dadurch vielleicht ein Ausbildungsabbruch schon von vornherein vermieden werden konnte.

Ein großes Lob sprach daher Lehrer Stefan Lehnen seinen Schülerinnen und Schülern für die Aufmerksamkeit und das große Interesse an der Veranstaltung aus: "Natürlich versuchen wir als Lehrer, den Schülern alle wichtigen Informationen mitzugeben. Aber die Aussagen eines echten Betriebsinhabers und Ausbildern kommen natürlich bei den Jugendlichen wesentlich authentischer an."

Hwk/ Ansprechpartner: Günther Behr, Tel. 0651/207-121
E-Mail: gbehr@hwk-trier.de