HEA forciert Energieeffizienz in Gebäuden

HEA forciert Energieeffizienz in Gebäuden

"Der Energiepass wird ein wesentlicher Marktstein für die Erhöhung der Energieeffizienz im Gebäudebereich sein." Das sagte der Geschäftsführer des HEA-Fachverbandes, Dipl.-Ing. Jörg Zöllner, am 7. Okt. d. J. in Ulm im Rahmen der traditionellen Jahrestagung seines Fachverbandes vor der Presse. Der Energiepass, der sich im Bereich der Wohngebäude auf den Energieverbrauch für "Heizung, Warmwasserbereitung und Lüftung" bezieht und im kommerziellen Gebäudebereich noch auf die "Klimatisierung und Lüftung" ausgeweitet wird, wird voraussichtlich Mitte des kommenden Jahres eingeführt. Er wird, so Zöllner, "ein wichtiger Maßstab für den Wert einer Immobilie" sein, muss er doch vom Hauseigentümer beim Verkauf oder bei der Vermietung eines Hauses oder einer Wohnung vorgelegt werden"! Und welch hohe Bedeutung der Energieverbrauch beim Kauf oder beim Mieten einer Immobilie hat, dokumentiert eine aktuelle Umfrage. So antworten 75 Prozent aller Befragten auf die Frage, "wie wichtig der Energieverbrauch beim Kauf oder der Anmietung einer Wohnung sei", mit "wichtig" oder "sehr wichtig".
Dieses Ergebnis zeigt nach Einschätzung des HEA-Fachverbandes, dass der Energiepass zu einer permanenten Verbesserung der Energieeffizienz sowohl im Neubau als auch - insbesondere - im Gebäudebestand führen wird. So weist eine Potenzialabschätzung des Verbandes aus, dass 84 Prozent des Gebäudebestandes in Deutschland vor dem Inkrafttreten der ersten Wärmeschutzverordnung von 1984 errichtet wurde.
Rückenwind für strombetriebene Hauswärmetechniken "In punkto Verbesserung der Energieeffizienz gibt es also großen Handlungsbedarf", stellte dann auch Zöllner fest. Neben Optimierungsmaßnahmen im baulichen Bereich könne die Energieeffizienz auch - und verstärkt - durch Anstrengungen im Bereich der Anlagentechnik bzw. durch Kombination beider Maßnahmen verbessert werden. Der HEA-Geschäftsführer nannte in diesem Zusammenhang an erster Stelle die verstärkte Nutzung von Wärmepumpen und Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung sowie die verbrauchsnahe Bereitstellung von Warmwasser über Durchlauferhitzer. So würde eine Wärmepumpe den Energieverbrauch eines Gebäudes im Vergleich zu einem modernen Heizölkessel immerhin um beträchtlich, 25 Prozent reduzieren und damit den Energiepass günstiger aussehen lassen.
Noch positiver lesen sich nach Berechnung des HEA-Fachverbandes die Zahlen eines Vergleiches zwischen Wärmepumpe und einem alten Ölkessel. Hier werden - je nach Quantität der Maßnahmen - Heizenergiereduktionen zwischen 20 und 60 Prozent erzielt. Und Absenkungen solchen Ausmaßes kommen nach Worten Zöllners "nicht nur der Umwelt zugute, sondern entlasten auch den Geldbeutel beträchtlich".
Entsprechend der skizzierten hohen Energieeffizienz eben genannter Hauswärmetechniken sieht der HEA-Fachverband diese "auf einem guten Weg", der durch "den derzeitigen Preistrend im Heizölbereich noch beschleunigt" werde. Eine Bestandsbetrachtung zeige, dass etwa 20 Prozent aller Neubauten derzeit mit den Aggregaten Wärmepumpe oder Wohnungslüftung mit Wärmerückgewinnung ausgestattet seien. Das energiepolitische Ziel "Weg vom Öl" wird durch die Wärmepumpe nachhaltig unterstützt.
Elektroinstallation überaltert und marode Die Qualität eines Gebäudes werde aber, so Zöllner, nicht allein durch den Energieverbrauch bestimmt, ebenso wichtig sei eine den heutigen Ansprüchen genügende Elektroinstallation. In vielen Fällen sei diese überaltert und, man müsse es so klar ausdrücken, "entsprechend marode". So müsse zum Beispiel in vielen Altbauten eine zu geringe Zahl von Stromkeisen eine immer größere Zahl von Hausgeräten mit Strom versorgen. Dies berge erhebliche Gefahren, u. a. die durch die Erwärmung der Leitungen latente Gefahr eines Schwelbrandes. Auch im Neubau zeigt sich vielfach ein ähnlich (schlechtes) Bild: Auch hier mangele es an Steckdosen, Lichtanschlüssen und Sicherheitselemente - ganz zu schweigen von Kabelsystemen für die Nutzung moderner Techniken wie z. B. Internet, Breitband oder LAN (Local Area Network).
Der Blick auf die Investitionskosten lässt dann auch erahnen, weshalb oben beschriebene Defizite zu beklagen sind: Betrug der Anteil der Elektroinstallation an den Gesamtkosten eines Neubaus 1978 noch sechs Prozent, flossen im Jahr 2004 nur noch drei Prozent der Aufwendungen in die Elektroinstallation - im Mittel also nur 5.000 bis 6.000 Euro. Bei Modernisierungen stecken Haus- und Wohnungsbesitzer im Schnitt nur 2.500 Euro in die Sanierung und den Ausbau ihrer Elektroinstallation. Dies reicht indes nur für die Schalter und Steckdosen, nicht aber für die Leitungen. Denn Großgeräte, von denen laut einer Studie des Fraunhofer Instituts im Mittel jeder bundesdeutsche Haushalte sieben bis zwölf Stück nutzt, benötigen schon aus Sicherheitsgründen einen eigenen Stromkreis. Es werden noch immer pro Sanierung etwa 6.000 Euro weniger investiert, als nötig wären, um die Ausstattungswerte des empfohlenen Mindeststandards DIN 18015 zu erfüllen. Unter dem Strich sei, so Zöllner, "festzustellen, dass der Ausstattungsgrad der Elektroinstallation in Wohngebäuden auf dem Niveau der 80er Jahre stehen geblieben ist".
ELEKTRO+ macht Bauherren schlau Ein Mangel, der geradezu nach "Abhilfe schreie" und die HEA gemeinsam mit Unternehmen aus dem Installationsbereich veranlasst habe, die Initiative ELEKTRO+ ins Leben zu rufen - mit dem Ziel, die Ausstattungswerte von Elektroanlagen in Wohngebäuden zu verbessern bzw. verbindliche Mindeststandards - mit einer Sternkennzeichnung auch für den Laien leicht verständlich - vorzugeben.

ELEKTRO+ wird insbesondere die Fragen beantworten

* Welche Elektrogeräte, Audio, Video, PC will ich in meinen Räumen nutzen?
* Welche Elektroinstallation brauche ich, um diese auch nutzen zu können?

Zusammengefasst bietet ELEKTRO+ Bauherren, Mieter, Vermietern Sanierern sowie Architekten und dem Fachhandwerk ein umfassendes Informations- und Serviceangebot. Die Initiative ist damit eine wichtige und unerlässliche Unterstützungsplattform für geschätzte 100.000 Sanierungen der Elektroinstallationen pro Jahr.

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