Heidelberger Beton: Achtung Baustelle - Neue Betonschutzwand für die A5 bei Bad-Homburg

Heidelberger Beton: Achtung Baustelle - Neue Betonschutzwand für die A5 bei Bad-Homburg

Hinter den täglichen Verkehrsmeldungen im Radio verber­gen sich oft konkrete Bauprojekte, die den Autofahrern mehr Sicherheit bringen. So wie beispielsweise auf der A 5, wo im November zwischen dem Bad-Homburger Kreuz und der Anschlussstelle Friedberg in beiden Richtungen die bis­herige Stahlmittelleitplanke durch eine Betonschutzwand ersetzt wurde. In Frankreich oder Italien ist die aus Amerika stammende Betonschutzwand weit verbreitet. Mit zunehmender Ver­kehrsdichte werden nun auch in Deutschland vor allem auf stark befahrenen Strecken immer häufiger passive Schutz­systeme zur Verringerung von schweren Unfällen einge­setzt. Schutzwände aus Beton zeichnen sich durch ihre be­sonders hohe Durchbruchssicherheit aus. Aus diesem Grund findet man sie auch häufig in besonders kritischen Streckenabschnitten, wie beispielsweise in Baustellen mit verengten Fahrbahnen, sowie auf Brücken und zum Schutz von Brückenpfeilern im Fahrbahnbereich. Betonschutz­wände werden mit Gleitschalungsfertigern vor Ort herge­stellt oder als Fertigteil versetzt, sie können temporär, bei­spielsweise in Baustellen oder stationär, wie jetzt auch auf der A5, eingesetzt werden.

Der Beton für die neue Betonschutzwand zwischen Bad-Homburg und Friedberg wurde für eines der Baulose von der Wetterauer Lieferbeton, einer Beteiligung von Heidel­berger Beton, geliefert. Ausführendes Bauunternehmen war die Firma Herhof Straßen- und Tiefbau aus Solms-Nieder­biel, die insgesamt drei Wochen lang vor Ort war. Mit Gleit­schalungsfertigern wurde jeden Tag zwischen 8.30 und 14.30 Uhr in der Autobahnmitte betoniert. Hierfür pendelten jeweils vier Fahrmischer zwischen dem nahen Transport­betonwerk Rosbach-Rodheim und der Baustelle hin und her. Zur Beschleunigung des Baufortschritts wurden an den Samstagen die Einsatzfahrzeuge zusätzlich verdoppelt.

Christian Martens, Verkaufsleiter bei der Wetterauer Liefer­beton schildert die hohen Anforderungen an den Beton: „Für die Baustelle haben wir insgesamt 2.500 m3 Beton der Fes­tigkeitsklasse C30/37 LP (mit Luftporen) in der steifen Kon­sistenz F1 geliefert. Der Beton musste innerhalb von maxi­mal 45 Minuten nach der Herstellung verarbeitet sein. Da­her war es ein großer Vorteil, dass unser Herstellwerk in unmittelbarer Nähe der Baustelle liegt. Die Rezeptur des Betons wurde so optimiert, dass er direkt nach Verlassen der Schalung eine ausreichende Grundstandfestigkeit auf­wies und ohne aufwändige Nacharbeiten eine geschlossene Oberfläche entstand.“

Die Baustelle forderte nicht nur die Konzentration der vor­beifahrenden Autofahrer auf der stark befahrenen, norma­lerweise sechsspurigen Autobahn. Selbst eine gesperrte Fahrspur wird für die Bauarbeiter ganz schön eng, wenn nebenan dicht an dicht Fahrzeuge mit 80 oder 100 km/h vorbeirasen. Hier heißt es volle Konzentration und die Ner­ven behalten, vor allem auch beim Ein- und Ausfahren mit den Baustellen- oder Betonmischfahrzeugen auf die linke Spur. Gefragt ist ein gutes Auge und das Gefühl für den richtigen Moment - und der kam ganz schön oft, denn der Beton für den Gleitschalungsfertiger wurde just-in-time an­geliefert. Aus einem Mischfahrzeug mit rund 8 m3 Inhalt wurden fortlaufend jeweils rund 20 m der 90 cm hohen Be­tonschutzwand hergestellt. Abschließend wurden im Ab­stand von etwa 4 bis 6 m umlaufende Scheinfugen in den Beton geschnitten.

Ergänzender Kasten:
Vorteile einer Betonschutzwand:

* hohe Sicherheit gegenüber Lkw-Durchbrüchen in den Gegenverkehr
* Absturzsicherung an gefährlichen Stellen auch für Lkw
* keine Unterfahrung möglich geringeres Verletzungs­risiko bei Motorradunfällen
* wirksamer Blendschutz
* gute Leitfunktion, hohe Lichtreflexion
* durch geringeren Reparatur- /Unterhaltungsaufwand wenig Tagesbaustellen (Verminderung des Stau- und Unfallrisikos)
* hohe Lebensdauer

Bildunterschrift
Das Step-Profil, das bei der Betonschutzwand auf der A5 eingesetzt wurde, ist eine Neuentwicklung aus den Nieder­landen mit dem Ziel, das „Aufsteigen“ des Fahrzeugs bei einer Anfahrt und somit die Neigung zu einem Überschlag speziell für Pkw geringer zu halten.