Heidelberger Beton: Neues Hochhaus für St. Pauli - Das Atlantic-Haus in Hamburg

Heidelberger Beton: Neues Hochhaus für St. Pauli - Das Atlantic-Haus in Hamburg
Zu den Hauptattraktionen Hamburgs gehört das schillernde Vergnügungsviertel St. Pauli mit dem angrenzenden Hafen und den Landungsbrücken. Der facettenreiche Stadtteil zieht Besucher aus der ganzen Welt an. Derzeit entsteht hier auf dem ehemaligen Gelände der Bavaria St. Pauli-Brauerei ein komplett neues Viertel mit Wohnungen, Gewerbeflächen, einem Hotel, kulturellen Einrichtungen und Gaststätten. Das Gelände der so genannten „Hafenkrone“, zwischen Hopfenstraße, Zirkusweg, Bernhard-Nocht-Straße und Davidstraße, liegt oberhalb der St. Pauli-Landungsbrücken, die mit ihren charakteristischen Kuppelbauten den repräsentativsten Teil des Hamburger Hafens ausmachen. Ein im wahrsten Sinne des Wortes herausragendes Gebäude des Neubauquartiers ist das von den Architekten Herzog und Partner sowie von Gerkan, Marg + Partners geplante Atlantic-Haus gegenüber dem Institut für Tropenmedizin. Mit einem Investitionsvolumen von rund 40 Millionen Euro werden hier ab 2007 auf insgesamt 20 Etagen rund 33.000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche Büros für 600 Mitarbeiter sowie 420 Tiefgaragen-Stellplätze in den Untergeschossen zur Verfügung stehen.

Die Baustelle des Hochhauses mitten in St. Pauli stellt aufgrund der Enge des gesamten Quartiers eine logistische Herausforderung für das ausführende Bauunternehmen Hochtief aus Hamburg und seine Lieferfirmen da. Auch das Einbringen des Betons für den Rohbau der einzelnen Geschosse verlangte eine auf die Baustelle zugeschnittene Sonderlösung vom TBG Betonpumpendienst Nord. Mit zwei jeweils bis zu 80 m langen Steigleitungen wird der Beton in die Höhe gepumpt. Aufgrund der begrenzten Platzverhältnisse auf dem Baustellenareal kann hierfür nur eine kleine Betonpumpe eingesetzt werden, die extrem wenig Platz zum Aufstellen braucht. Sie verfügt über einen langen Hub und damit viel Kraft, so dass der Beton direkt in die Steigleitung gepumpt werden kann.

Für die Einfahrt und das Aufstellen der Pumpe in der Baustelle ist Millimeterarbeit erforderlich. Die Betonmischer stehen hintereinander auf der Straße, wo sie den laufenden Baustellenverkehr nicht beeinträchtigen. Entsprechend kurz ist die Entladezeit pro Mischer, die bei maximal 12 Minuten für 8 m3 liegt. Für jeden neuen Deckenabschnitt werden rund 80 m3 Beton benötigt und Stockwerk für Stockwerk bis schließlich ins 20. OG in 85 m Höhe gepumpt. Die Betonage eines Deckenabschnitts dauert jeweils etwa 3 Stunden.

Die Pumpe bedient dabei jeweils alternierend eine der beiden ZX-Hochdruckleitungen, die sich über einen mechanischen Flachschieber im Notfall abriegeln lassen. Eine 10 m lange Zuleitung führt von der Pumpe in den Rohbau und von dort weiter nach oben. Die eigentliche Steigleitung wird erst über drei Etagen durch den Treppenhaus-Kern geführt, die Befestigung erfolgt mittels Stahlrohrschellen in der später geplanten Sprinklerleitung. Im 3. OG wird die Leitung dann jeweils einmal verschwenkt und ab dann weiter Etage für Etage durch die Haustechnikaussparung mitgeführt.

Im jeweils zu betonierenden Obergeschoss endet die Rohrleitung etwa 1 m über der Schalung. Dort wird dann ein bis zu 20 m langer Schlauch sowie ein mechanischer Deckenrundverteiler angeschlossen, der mit 95 m hohen Kränen von Etage zu Etage gehoben wird, und die Decke kann betoniert werden.

Alle Leitungselemente sind fest miteinander verschraubt und bilden so ein absolut luftdichtes System, damit Verstopfer ausgeschlossen sind. Die Befestigungstechnik hierfür wurde vom TBG Pumpendienst Nord selbst entwickelt. Dazu Gerd Tiedemann, technischer Leiter beim Pumpendienst: „Wir verwenden Winkeleisen mit Schwerlastdübeln. Die Montage ist aufgrund des Gewichts der Leitung richtig schwere Arbeit, denn die Leitung hat ein erhebliches Eigengewicht. Jedes der etwa 3 m langen Teilstücke ist 94 kg schwer. Die beiden Leitungen mit je 80 m wiegen am Ende rund 5 Tonnen und die müssen von Etage zu Etage perfekt befestigt werden.“ Geschäftsführer Thomas Göllner ergänzt: „Im Grunde müssen wir bei jeder Baustelle dieser Größenordnung unsere Leitung entsprechend den Anforderungen neu designen, aber genau das sind die Herausforderungen, auf die wir uns spezialisiert haben. Die Baustelle profitiert bei dieser Technik in vielerlei Hinsicht, insbesondere aber von einer extrem verkürzten Rohbauzeit im Vergleich zum herkömmlichen Einbau des Betons mit Krankübeln.“

Der TBG Betonpumpendienst Nord ist seit Oktober 2002 in Norddeutschland aktiv und hat seitdem schon den Einmillionsten Kubikmeter Beton gepumpt. Das Unternehmen, das zu Heidelberger Beton gehört, beschäftigt zur Zeit 27 Mitarbeiter. Der Maschinenpark umfasst 19 Autobetonpumpen in allen marktgängigen Größen sowie eine Aeronicer-Spezialpumpe.
Bildunterschriften
Bild 1: Die Baustelle des neuen Atlantic-Hochhauses mitten in St. Pauli verlangte eine Sonderlösung vom TBG Betonpumpendienst Nord: Mit zwei jeweils bis zu 80 m langen Steigleitungen wird der Beton in die Höhe gepumpt. Foto: Heidelberger Beton/Steffen Fuchs

Bild 2: Im jeweils zu betonierenden Obergeschoss endet die Rohrleitung etwa 1 m über der Schalung. Dort wird dann ein bis zu 20 m langer Schlauch sowie ein mechanischer Deckenrundverteiler angeschlossen und die Decke kann betoniert werden. Foto: Heidelberger Beton/Steffen Fuchs