Hessens größte öffentliche Baustelle: Das Kongress- und Wirtschaftszentrum „darmstadtium“

Hessens größte öffentliche Baustelle: Das Kongress- und Wirtschaftszentrum „darmstadtium“
Hessens größte öffentliche Baustelle befindet sich zurzeit in Darmstadt. In bester Innenstadtlage, vis-à-vis des Schlosses wird seit 2005 das Wissenschafts- und Kongresszentrum „darmstadtium“, ein Gemeinschaftsprojekt der Technischen Universität Darmstadt, der Stadt Darmstadt und dem Land Hessen, gebaut. Der Gebäudekomplex soll künftig für internationale wissenschaftliche Kongresse, Konferenzen, Seminare, Empfänge, Jahreshauptversammlungen, Kultur- und Konzertveranstaltungen genutzt werden. Der Zeitplan für das 77 Millionen-Projekt ist ehrgeizig: Das Kongresszentrum, das nach den Plänen des Wiener Architekten Talik Chalabi in Zusammenarbeit mit dem Darmstädter Büro Funk und Schröder Architekten entsteht, soll bis Ende 2007 fertig gestellt sein. Der Neubau umfasst das Kongressgebäude mit ca. 110.000 Kubikmetern Bruttorauminhalt sowie eine zweigeschossige Tiefgarage mit ca. 45.000 Kubikmetern Bruttorauminhalt. Auf rund 18.000 Quadratmetern Gesamtfläche werden bis Bauende 43.000 Kubikmeter Beton und 7.300 Tonnen Stahl verarbeitet werden.

Die Roh- und Tiefbauarbeiten forderten von der bauausführenden ARGE (Strabag AG und Leonhard Weiss GmbH & Co. KG) ein Höchstmaß an Präzision und Organisationstalent. Besonders die Logistik für die Belieferung der Baustelle mit Baumaterialien war durch die Innenstadtlage für die rund 40 beteiligten Firmen eine Herausforderung: Aufgrund der großen Grundfläche des Projekts von rund 8.000 Quadratmetern waren nur begrenzte Lagerflächen außerhalb der Baugrube verfügbar. Zudem mussten die Betonagen für die Bodenplatten nachts erfolgen, um dem innerstädtischen Verkehr aus dem Weg zu gehen. Geliefert wurde in zehn Abschnitten von jeweils 1.000 Kubikmetern.

Für die 16 Meter tiefe Baugrube wurden rund 180.000 Kubikmeter Erde ausgehoben. Da die gesamte Baugrube von der Oberrheinverwerfung durchzogen wird, waren spezielle Tiefbauarbeiten nötig. Zur Entwässerung mussten hier zahlreiche horizontale Entspannungsbohrungen gesetzt werden. Für die 60 Zentimeter bis 1,6 Meter starke Bodenplatte des auf Bohrpfählen gegründeten dritten Untergeschosses sowie die Plattengründung der Bodenplatte U2 und U3 des zweiten Untergeschosses wurden zirka 2.500 Tonnen Baustahl verarbeitet.

Um das begrenzte Gelände in Darmstadt optimal auszunutzen, wurde das Kongress- und Wirtschaftszentrum mit insgesamt drei Untergeschossen errichtet, wobei das dritte Untergeschoss ein reiner Versorgungskanal ist. Mit rund 300 Metern Lauflänge durchquert er das Gebäude von Ost nach West in gesamter Länge und dient gleichzeitig der Aussteifung. Zudem verläuft hier ein zweigeteilter Luftkanal - 15 Meter breit und 150 Meter lang - der es ermöglicht, die kalte Außenluft im Winter durch die Erdwärme zu wärmen und im Sommer die warme Luft durch die konstante Temperatur im Erdreich zu kühlen.

Der skulpturale Bau besteht insgesamt aus vier verschachtelten Gebäudeteilen (A bis D) die kaum gerade Flächen aufweisen. Die anspruchsvollen Geometrien des Gebäudes mit zahlreichen geneigten Sichtbetonwänden (SB4) von bis zu 23 Metern erforderten eine exakte Bauausführung. Insgesamt 90.000 Quadratmeter Schalung wurden dafür verwendet. Durch den Einsatz möglichst gleicher Wandtakte konnte die Vorhaltung von Schalmaterial auf ein Optimum minimiert werden. Die bis zu 2,50 Meter starken Wände enthalten zur Versteifung rund sechs Lagen Eisen.

Die größte Herausforderung für die Schalungsarbeiten waren die vielen Sichtbetonwände des so genannten Bauteils A, in dem sich später das Foyer mit Cafeteria und Geschäften befinden werden. Herzstück des Foyers wird die so genannte „Calla“ sein, ein durchgängiger Glastrichter durch das Gebäude, der Tageslicht auch bis zum niedrigsten Garageboden trägt. Der gesamte Gebäudeteil steht auf vier rautenförmigen Stützen, so genannten Pylonen mit einer Stärke von 2,80 Metern und einer Gesamthöhe von 20 Metern. Diese wurden ebenfalls aus Sichtbeton der höchsten Klasse gefertigt. Zudem neigen sich sämtliche Wände des Bauteils A um fünf Grad nach außen; die 5.000 Quadratmeter große Decke steigt um 12 Grad an und wird später als Tribüne genutzt werden. Eine weitere Besonderheit sind die filigranen V-Stützen in den Obergeschossen, die sich im Winkel von 76 Grad, beziehungsweise 79 Grad neigen. Highlights sind die 12 bis 14 Meter langen Betonstützen, die drei Meter nach außen abfallen. Sämtliche Stützen wurden direkt vor Ort als Fertigteile in Sichtbetonqualität produziert.

Den Beton für das gesamte Projekt lieferte die Firma WAIBEL Beton in Gemeinschaft mit Profibeton Darmstadt. Der Zement - insgesamt rund 11.000 Tonnen- wurde vom HeidelbergCement-Werk Mainz-Weisenau geliefert.

Überreste der mittelalterlichen Stadtmauer sowie Teile eines historischen Wehrturms, die man während der Bauarbeiten entdeckte, wurden in das „darmstadtium“ integriert und bilden einen gelungenen Kontrast zur modernen Architektur des Hauses.
Künftig wird das „darmstadtium“ über insgesamt 20 Konferenz- und Seminarräume verfügen. Der 1.2000 Quadratmeter große Kongress-Saal mit bis zu 2.000 Sitzplätzen ist teilbar in drei einzelne Säle für 800 und zwei mal 300 Personen. Zusätzlich gibt es 20 Konferenz- und Seminarräume für fünf bis 200 Personen. Die 1.800 Quadratmeter großen Foyerflächen sind größtenteils für Ausstellungen nutzbar. Im Restaurant haben 300 Personen Platz, ebenso wie auf der umlaufenden Dachterrasse und der ebenerdigen Terrasse. 420 Parkplätze stehen in der hauseigenen Tiefgarage zur Verfügung. In Kürze wird hier auch das Cybernarium zu finden sein, eine High-Tech-Ausstellung, in der Besucher virtuelle Welten real erfahren können. Das Wissenschafts- und Kongresszentrum in Darmstadt wird komplett barrierefrei und behindertengerecht gestaltet. Zudem haben alle Räume Tageslicht.

Bildunterschriften:
Bild 1 : Das „darmstadtium“ ist als lebendiger Ort der Kommunikation und Begegnung im Herzen der Stadt konzipiert. Grafik: maila-push GbR

Bild 2: Die anspruchsvollen Geometrien des Gebäudes mit zahlreichen geneigten Sichtbetonwänden von bis zu 23 Metern erforderten eine exakte Bauausführung. Foto: HeidelbergCement/Fuchs

Bild 3: Überreste der mittelalterlichen Stadtmauer sowie Teile eines historischen Wehrturms, die man während der Bauarbeiten entdeckte, wurden in das „darmstadtium“ integriert und bilden einen gelungenen Kontrast zur modernen Architektur des Hauses. Foto: HeidelbergCement/Fuchs

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