Hochdruckpumpe betoniert 321 m hohes Luxushotel in Dubai

Hochdruckpumpe betoniert 321 m hohes Luxushotel in Dubai
Die arabischen Golf-Staaten gelten seit Jahren nicht nur als potente Ölförderländer, sondern auch als wichtige Handels- und Geschäfts-Zentren. Inzwischen haben die Vereinigten Arabischen Emirate aber auch den Tourismus als Einnahme-Quelle entdeckt, der von anspruchsvollen Urlaubs- und Freizeitanlagen angezogen wird. Folgerichtig investiert man an der Golfküste verstärkt in den Bau von architektonisch äußerst ansprechenden Hotels der Luxusklasse. Dabei übernehmen Putzmeister-Pumpen die Betonförderung wie z.B. beim Bau des Burj al Arab (der arabische Turm) in Dubai (V.A.E.). Mit einer Turmhöhe von 321 m gilt er als das höchste Gebäude im Mittleren Osten und als höchstes Hotel der Welt.Das Hotel Burj al Arab besteht im wesentlichen aus einem Hauptgebäude und zwei Seitenflügeln. Seit seiner Fertigstellung im Herbst 1998 zählt das 7 Sterne-Top-Hotel zur absoluten Spitzen-Kategorie. Der 26-stöckige Hotel-Neubau beherbergt 600 Zimmern und bis zu 500 m² großen Luxus-Suiten. Aus der Ferne betrachtet weist die Fassade die Form eines gewaltigen Segels auf, daß an der Golfküste der Vereinigten Arabischen Emirate bereits im Rohbau als markantes Wahrzeichen galt.

Der für den Mittleren Osten ungewöhnlich hohe Wolkenkratzer wurde auf einer künstlichen Insel nahe der Küste errichtet. Der gigantische Hotelkomplex stützt sich auf insgesamt 450 Beton-Pfählen, die bis in 50 m Tiefe gegründet wurden. Von den insgsamt rund 60.000 m³ Beton entfielen ca. 10.000 m³ auf den eigentlichen Hotelkern.

Der ursprüngliche Plan, den Beton mit Krankübeln einzubringen, wurde schnell wieder verworfen. Zu ungünstig fiel das Ergebnis einer Wirtschaftlichkeits-Berechnung aus, die die Bauleitung erstellen ließ. Stattdessen erfolgte der Betoneinbau in die Decken- und Seitenschalungen mit einer Putzmeister Autobetonpumpe vom Typ BRF 38. 11 über einen seitlichen Abgang sowie mit einer großen PM-Stationärpumpe BSA 14000 HP-D. Beide Betonpumpen wurden an je eine Förderleitung angeschlossen und zunächst parallel eingesetzt. Mit Blick auf die beachtliche Fördermenge und aus Sicherheitsgründen hatte die Bauleitung auf dieser Doppelstrategie bestanden.

Da die Autobetonpumpe nur für Betondrücke bis 85 bar ausgelegt war, wurde die BRF 38.11 ab einer Förderhöhe von 115 m von der Baustelle abgezogen. Mit zunehmendem Baufortschritt war die BSA 14000 HP-D nun völlig auf sich allein gestellt.

Den Beton bezog die Baustelle von der M/s Unimix, Dubai, die in der Vergangenheit schon für andere prestigeträchtige Großprojekte des Landes Beton geliefert hatte. Für die Betonarbeiten am Burj al Arab wurden von M/s Unimix zwei unterschiedliche Rezepturen hergestellt und angeliefert.
BSA 14000 HP-D
Abb. 13756-3: Bei der Hochförderung in Dubai erreichte die Putzmeister Hochleistungs-Betonpumpe BSA 14000 HP-D Förderdrücke von bis zu 180 bar im Beton.

Bei den meisten Zuschlagstoffen handelte es sich um gebrochenen Kalkstein, der die für Betonpumpen unangenehme Eigenschaft besaß, unter Druck Wasser aufzunehmen. Dadurch verringerte sich das Slumpmaß z.B. bei Rezeptur "B" von zunächst 220 mm (bei der Übergabe in den Pumpentrichter) trotz Zugabe von Microsilica nach 60 Minuten (= Transportzeit vom Mischwerk auf die Baustelle sowie Verweildauer des Betons in der Rohrleitung) auf nur noch 150 mm. Die hohen Außentemperaturen von bis zu 45° C stellten ein weiteres Risiko dar. Auf Grund der zu erwartenden enormen Pumpdrücke hatte man im Gebäude eine hochdruckfeste Putzmeister ZX-Förderleitung (zugelassen bis 200 bar) verankert und die Bögen in möglichst großen Radien ausgeführt. Bei der bis zu 280 m langen Förderleitung handelte es sich gegen Ende der Betonierarbeiten auf einem 209 m langen Abschnitt um eine senkrechte Steigleitung, die bis auf die oberste Geschoßdecke führte.

Die ab 115 m Höhe im Solo-Betrieb eingesetzte Putzmeister-Stationärpumpe BSA 14000 HP-D arbeitete zunächst im Interesse einer möglichst hohen Förderleistung im stangenseitigen Betrieb. Erst ab einer Höhe von 140 m wurden die Hydraulik-Kolben bodenseitig beaufschlagt. Dadurch erreichte die Betoniermannschaft, daß bei der BSA 14000 HP-D der maximal erreichbare Förderdruck theoretisch bis auf 220 bar ansteigen konnte. Bei einer maximalen Pumphöhe von 209 m wurden in der Praxis dann 150 bis 180 bar Betondruck gemessen, - je nach Einbau-Bedingungen. Damit verfügte die große Putzmeister-Stationärpumpe in jeder Phase noch über genügende Leistungsreserven. Auch bei bodenseitig beaufschlagter Kernpumpe wurden bei 20 Kolbenhüben/min. noch respektable Fördermengen von bis 75 bar registriert

Große Anerkennung seitens der Bauleitung fand der Service der lokalen Putzmeister-Werksvertretung. Die German-Gulf Enterprises Ltd. mit Hauptsitz in Sharjah (V.A.E.) hatte speziell für dieses Großprojekt zusätzlich zu den üblichen Verschleißteilen auch alle theoretisch erforderlich werdenden Ersatzteile für die beiden Betonpumpe auf Lager vorrätig gehalten. Während der gesamten Betonierphase mußte jedoch nicht ein einziges Ersatzteil ausgeliefert werden, da die Maschinen den Einsatz ohne Ausfälle regelrecht "abarbeiteten". Auch die Service-Techniker von German-Gulf waren rund um die Uhr verfügbar und betreuten sowohl die Betonpumpen als auch das komplette System aus Hochdruck-Förderleitung und Sperrschieber

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