Hohe Folgekosten bei Holzbauten

Hohe Folgekosten bei Holzbauten

Die Deutsche Gesellschaft für Mauerwerksbau weist darauf hin, dass die von Verbraucherministerin Künast angestrebte Bevorzugung der Holzbauweise für Projekte der öffentlichen Hand nachhaltige Folgen für den Steuerzahler hat: Im Schadensfall sowie für Versicherungen muss erheblich mehr Geld aufgewendet werden, als bei Massivbauten.

Mit der Charta für Holz strebt die Bundesregierung eine Steigerung des Holzverbrauchs an. Um dieses Ziel zu erreichen, soll künftig für öffentliche Gebäude und im mehrgeschossigen Wohnungsbau bevorzugt Holz eingesetzt werden. Ein Vorhaben, das in der Stein-Industrie nicht nur wegen der einseitigen Förderung der Holzindustrie auf Kritik stößt. Die deutsche Gesellschaft für Mauerwerksbau verweist jetzt auf deutlich höhere Kosten, die im Schadensfall zur Sanierung von Gebäuden in Holzständerkonstruktion aufgewandt werden müssen. Reparaturen von massiv gebauten Häusern könnten in aller Regel einfacher und dadurch schneller und kostengünstiger ausgeführt werden.

„Die Bauweise,“ so Dr. Ronald Rast, Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für Mauerwerksbau (DGfM), „sowie das verwendete Baumaterial bestimmen im hohen Maße den Schadensumfang im Brandfall und sich daraus ergebende Folgekosten.“

Rast verweist in diesem Zusammenhang auf mehrere Forschungsprojekte, die in den vergangenen Jahren durchgeführt wurden: Eine Studie, die von der Universität Leipzig (René Stein, Lehrstuhl für Stahlbau und Holzbau) im Auftrag der Versicherungskammer Bayern zur Abhängigkeit von Konstruktion und Schadenshöhe im Brandfall durchgeführt wurde, zeigt: Die Schadenshäufigkeit bei Holzbauten entspricht in etwa der von Massivbauten. Bei Holzhäusern aber sind die Schadenssummen in der Regel doppelt so hoch wie bei Massivhäusern. Häufig hat ein Feuer den Totalverlust des betreffenden Gebäudes zur Folge. Nicht selten handelt es sich dabei um wirtschaftliche Totalschäden, da die Reparaturkosten über dem Gebäudewert liegen.

Professor Dr. Ulrich Schneider der TU Wien kam im Rahmen mehrerer Forschungsprojekte, bei denen vergleichende Risikobetrachtungen an mehrgeschossigen Wohngebäuden in Holzbau- und Massivbauweise durchgeführt wurden, zu ähnlichen Ergebnissen. Das Schadensausmaß, so die Untersuchungen Schneiders, liege bei der Holzbauweise um 118 % höher als bei massiv erstellten Gebäuden.

Schweizer Versicherungen attestieren der Bauweise sogar noch größeren Einfluss: Statistisch gesehen sei mit einem Anstieg des Schadensausmaßes von 100% auf

247 % zu rechnen, wenn es sich bei dem Brandobjekt um einen brennbaren Holzbau im Vergleich zum nichtbrennbaren Massivbau handelt.

Weitere Informationen zum Thema sind unter www.dgfm.de auf der Internetseite der Deutschen Gesellschaft für Mauerwerksbau erhältlich.

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