Holzlacke, die gar nichts mehr kratzt

Holzlacke, die gar nichts mehr kratzt

Pfennigabsätze auf dem teuren Parkettboden, Kinder, die mit Spielzeug auf den empfindlichen Oberflächen der Holzmöbel spielen: All das ist heute kein Grund mehr, die Fassung zu verlieren. Die Unternehmen der Lackindustrie in Deutschland haben Parkett- und Möbellacke entwickelt, die so gut wie gar nichts mehr verkratzt, informiert das Deutsche Lackinstitut in Frankfurt. Diese modernen Lacke bilden eine so harte Oberfläche aus, dass das Holz darunter optimal geschützt ist, sowohl vor dünnen Absätzen und Kinderspielzeug als auch vor Feuchtigkeit und dem Einfluss von Reinigungsmitteln. Auf Grund ihrer Transparenz erhalten sie die Maserung und den Charakter des Holzes und machen es gleichzeitig unempfindlich. Zudem liegen Holzböden im Trend, zeigen Marktstudien. Holzböden sehen nicht nur schön aus, sondern sind robust und pflegeleicht, wenn sie richtig behandelt werden. Sogar eine farbige Gestaltung ist möglich. Besonders beliebt sind weiße oder pastellfarbene Oberflächenbeschichtungen, die deckend oder lasierend aufgetragen werden können. Diese Arbeiten sollte man allerdings einem Fachmann überlassen, um eine gleichmäßige Fläche und Farbgebung zu erhalten. Innovationen für das Bauen mit Holz
Doch Holzlacke können noch mehr. Mittlerweile sind auch Holzlacke mit antibakteriellen Eigenschaften erhältlich. Sie bekämpfen Bakterien, Keime und Pilze, ohne chemische Wirk- oder Desinfektionsstoffe. Möglich wird das durch Nanotechnologie. Der Lack enthält mikroskopisch kleine Silberteilchen, die den gewünschten Effekt erzielen. Denn Silber-Ionen docken an Bakterien und Pilze an und blockieren deren Atmung und Stoffwechsel, so dass sie absterben. Diese Lacke eignen sich für alle Holzoberflächen, wo Pilze und Bakterien lauern können: von der Wickelkommode über Türen, Stühle und Tische bis hin zu Küchenarbeitsplatten und Treppengeländern. Sie eignen sich besonders dort, wo viele Menschen zusammen kommen, also in Arztpraxen, Krankenhäusern und Altersheimen, aber auch in Sportstätten, Wellness-Einrichtungen und Schwimmbädern. Zur Zeit entwickeln Wissenschaftler eine Holzbeschichtung, um Holz schwer entflammbar zu machen. Diese Beschichtung bläht sich auf, wenn beispielsweise bei einem Feuer eine bestimmte Temperatur überschritten wird und isoliert das darunter liegende Holz. Dadurch kann eine zeitlang das Entzünden von Holzbauteilen verhindert werden. Gleichzeitig wirkt die transparente Beschichtung wie ein normaler Holzlack und ist kratzfest und witterungsbeständig. Damit können sich in Zukunft weitere Möglichkeiten für den Einsatz von architektonisch attraktiven Holzkonstruktionen eröffnen, die nicht umständlich ummantelt werden müssen, um den Brandschutzbestimmungen zu genügen.