Als Holzwolle wird ein Produkt aus der Holzproduktion bezeichnet, das aus allerfeinster Holzfaser besteht.
Sie entsteht beim Hobeln von Rundholzabschnitten. Meist wird dafür das Fichtenholz verwendet, in Ausnahmen auch Pappel und Kiefer. Die Dicke der Fadenspäne kann variieren, die Länge beläuft sich einheitlich auf 50 cm.
In den Anfängen wurde Holzwolle gerne als Verpackungsmaterial für zerbrechliche Gegenstände benutzt. Auch in der Viehhaltung als Einstreu in den Ställen und in der Kleintierhaltung war es ein gern genommenes, preiswertes Material. Sie wurden auch mit Paraffin getränkt, zu handlichen Päckchen gepresst und in der Form als Anzündhilfe für Öfen oder Grills benutzt.
Heutzutage wird es häufig für die Wärmedämmung verwendet oder aber auch zur Schallisolierung in Decken und Wänden eingesetzt. Die Holzwolle wird als ökologisch sehr wertvoll eingestuft, da sie keine Schadstoffe oder chemische Bindemittel enthält.
Für diesen Zweck wird die lose Holzwolle allerdings noch bearbeitet, in dem sie fest mit Bindemitteln in diese Plattenform gepresst wird. Es entstehen daraus Holzwollplatten. Holzwolle – das klingt zwar leicht, ist es aber nicht wirklich. Als Platten zählen sie zu den Schwersten unter den geläufigen Holzwerkstoffen. Der Grund dafür ist, dass keine Kunstharze oder ähnliches als Bindemittel verwendet werden, sondern Zusätze wie Zement oder Gips. Bei der Herstellung wird verständlicherweise auf Gifte und Formaldehyd verzichtet. Trotz allem ist sie widerstandsfähig gegen Pilzbefall, Verrottung und gegen Feuer. Sie werden daher gern zur Dämmung von Dächern, Decken oder Wänden im Innen- und Außenbereich verwendet.
Doch nicht nur hier, sondern auch als Füllstoff für Trennwände. Als Schalldämmung wirkt sie aufgrund der offenen Materialstruktur als Schallschlucker. Sie besitzt sehr gute Brandschutzeigenschaften und gilt als optimaler Putzträger. Bei Holzständerwänden, Holzbalken- und Stahlträgerdecken wurde eine Feuerwiderstandsklasse von F 30 erreicht, in der Verbindung mit Stahlbetondecken sogar Feuerwiderstandsklasse F 180. Holzwolle reguliert die Luftfeuchtigkeit im Raum und bindet Schadstoffe aus der direkten Umgebung. Dies allerdings wird verhindert, sollte die Platte, etwa durch Farben und Lacke, behandelt worden sein. Daher wird eine Silikatfarbe empfohlen, die auch gerade für Allergiker im Haus empfohlen wird. Wer diese Wände im Anschluss tapezieren möchte, muss diese ebenfalls vorbehandeln und grundieren.
Als Nachteil muss die schlechte Wärmedämmung im Vergleich zu anderen Dämmstoffen erwähnt werden. Wer aber trotzdem nicht auf Holzwolle verzichten will, für den kommen Mehrschichtplatten in Frage. Die bestehen im Inneren aus Mineralwolle und sind mit einer zementgebundenen beidseitigen Deckschicht versehen. Dadurch werden die Dämmeigenschaften um ein vielfaches verbessert. Diese Platten werden vorwiegend zur Dämmung von Dächern, Tiefgaragen oder auch Lagerhallen verwendet.


