Ingenieurkammer im Dialog

Ingenieurkammer im Dialog
mit den am Bau Beteiligten, Bauaufsichten und Brandschutzdienststellen

Auftaktveranstaltung am 06. April 2006 im Roncalli-Haus in Wiesbaden

WIESBADEN, 6. April 2006

„Die Katastrophe von Bad Reichenhall hat eine deutschlandweite Diskussion über die Sicherheit von Gebäuden in Gang gesetzt. Nun ist es höchste Zeit, die regelmäßige Überwachung von ingenieurtechnischen Anlagen über den Lebenszyklus hinweg besser zu organisieren und Ingenieurkompetenz sicher zu stellen“, sagte der Präsident der Ingenieurkammer, Prof. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E.h. Udo F. Meißner heute anlässlich der Auftaktveranstaltung in Wiesbaden.Im Rahmen der diesjährigen Veranstaltungsreihe bilden daher die Konsequenzen aus den Vorfällen der letzten Monate das zentrale Thema der Überlegungen. „Der Arbeitskreis Objektmanagement der Ingenieurkammer Hessen hat sich mit geeigneten Lösungsmodellen beschäftigt und als ersten Ansatz ein virtuelles Objektbuch entwickelt, welches im Rahmen dieser Veranstaltung heute vorgestellt wird“, so Meißner weiter.

Folgende Punkte bilden den Rahmen der Auseinandersetzung:

* Ausgangslage
In der Vergangenheit haben die Bauherren das Bauwerk hauptsächlich unter dem Gesichtspunkt der Planung und der Erstellung betrachtet. Die Übernahme der Planungsunterlagen in die langfristige Bestandserhaltung und Bewirtschaftung wurde meistens vernachlässigt. Damit gingen häufig wichtige Informationen verloren, die für die Nutzung und die Überwachung der Sicherheit von höchster Bedeutung sind.

* Zielsetzung
Mit einem virtuellen Objektbuch soll ein dauerhafter Zugriff auf die wichtigsten Informationen des Bauwerks erreicht werden. Es soll zu allen Prüfungen des Bauwerks vorliegen und den Ablauf einer Prüfung bzw. die Beauftragung von Unterhaltungsmaßnahmen fachgerecht begleiten.

Das ganzheitliche Objektmanagement für öffentliche und private Bauten kann erreicht werden, wenn alle beteiligten Fachbereiche Ingenieurwissenschaft, Architektur, System- und Anlagentechnik sowie Facility Management mittels einer modell- oder dokumentenbasierten Methodik und einem zukunftsweisenden netzbasierten I&K-Verfahren integrativ zusammenarbeiten.

Mit einer solchen Kooperationsplattform können fachdisziplinübergreifend Schäden bzw. Ursachen schnell und effektiv erkannt, sämtliche Bauwerks- bzw. Objektinformationen gebündelt und in einer strukturierten Bauwerksdatenbank beschrieben und bewertet werden.

Dieser Ansatz für ein ganzheitliches Objektmanagement soll mit den Fachleuten von Bauaufsichten und Brandschutz diskutiert werden, um Anregungen und Kritik für das weitere Vorgehen aufzunehmen. Darüber hinaus ist ein wichtiges Thema dieser Veranstaltungsreihe die Optimierung von Verwaltungsvorschriften in baurechtlichen Verfahren, denn die Ingenieurkammer Hessen ist in die bauaufsichtliche Vorsorgestrategie des Landes Hessen eingebunden.

„Die Verbesserung der Kooperation zwischen freiberuflichen Ingenieuren, Behörden und Bauherren ist das Ziel unserer diesjährigen Dialogreihe. Diese interdisziplinäre Betrachtung, Organisation und Verarbeitung der fachübergreifenden Informationen in der Bestandserhaltung und Bauunterhaltung führt zu einer hohen Qualität im öffentlichen und privaten Objektmanagement. Sie erlaubt die ökonomische Ausgestaltung der erforderlichen technischen Maßnahmen.“

Bericht in RheinMainTV am 06.04.2006 (wmv, 1.211 KB)

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