Internationales Abkommen verbessert Arbeitsbedingungen von Seeleuten und Sicherheit der Seeschifffahrt

Internationales Abkommen verbessert Arbeitsbedingungen von Seeleuten und Sicherheit der Seeschifffahrt

24.2.2006 - Das durch die Konferenz der IAO in Genf verabschiedete Seearbeitsübereinkommen ist ein Meilenstein auf dem Weg zu besseren Beschäftigungsbedingungen, mehr Gesundheitsschutz und umfassenderen Sozialrechten für Seeleuten in der internationalen Seeschifffahrt. International einheitliche Mindesterfordernisse insbesondere in den Bereichen Arbeits- und Ruhezeiten, medizinische Betreuung sowie Ausbildung und Befähigungen sollen zudem die Sicherheit auf Schiffen und in Häfen deutlich erhöhen.
Die Internationale Arbeitsorganisation ist eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen. Im Unterschied zu anderen internationalen Organisationen werden Entscheidungen hier jedoch nicht nur durch die Regierungen der vertretenden Staaten getroffen. An der Stimmabgabe eines jeden Staats sind neben Regierungsvertretern auch jeweils ein Vertreter von Arbeitnehmern und Arbeitgebern beteiligt (in diesem Fall der Gewerkschaft Verdi und des Verbandes deutscher Reeder). Die Verabschiedung des Seearbeitsübereinkommens erfolgte ohne Gegenstimmen und bei Enthaltung durch lediglich zwei Staaten. Das ist angesichts der in dem Abkommen niedergelegten besonders umfassenden und detaillierten Standards für die Arbeit und das Leben von Seeleuten in der Geschichte der Genfer Organisation ohne Beispiel.

Gemeinsame, allgemeinverbindliche Normen bei Arbeitsrecht, Arbeitsschutz und sozialer Absicherung sollen verhindern, dass sich ´schwarze Schafe´ unter den Reedern durch Nichtbeachtung von Schutzrechten für Seeleute Wettbewerbsvorteile verschaffen. Die Konvention ist so gefasst, dass auch solche Flaggenstaaten die Bestimmungen einhalten werden müssen, die das Abkommen nicht ratifiziert haben. Denn die Behörden der Ratifikationsländer haben das Recht, unter der Flagge von Drittstaaten fahrende Schiffe in ihren Häfen zu kontrollieren und die Einhaltung der beschlossenen Standards zu verlangen.

Nach erfolgter Verabschiedung des Übereinkommens beginnt nun die Phase der Umsetzung der getroffenen Vereinbarungen in nationales Recht. Das internationale Seearbeitsübereinkommen tritt in Kraft, wenn mindestens 30 Länder, deren Schiffe zudem mindestens 33 Prozent der Welt-Bruttoregistertonnage repräsentieren, ihre Ratifikationsurkunden bei der Internationalen Arbeitsorganisation in Genf hinterlegt haben.

Mehr Informationen zum Thema finden Sie auf der Homepage der Internationalen Arbeitsorganisation (www.ilo.org, englisch) bzw. auf den deutschsprachigen Seiten der ILO-Vertretung in Deutschland (www.ilo.org/public/german/region/eurpro/bonn/).

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Quelle: Meldung von Bundesministerium für Arbeit und Soziales bei