´Iran erhebt Irrsinn zum Staatsprogramm´

´Iran erhebt Irrsinn zum Staatsprogramm´

Historiker Götz Aly hält Holocaust-Konferenz in Iran für gefährlich / Gegenkonferenz der EU gefordert
Hamburg, 20. Januar 2006 Der deutsche Holocaust-Forscher Götz Aly hat der iranischen Regierung ´erhebliche politische Verbohrtheit´ vorgeworfen. Der vom Außenministerium in Teheran geplanten Holocaust-Konferenz liege eine politische Obsession zu Grunde. Wesentlicher Teil dieser Obsession sei Antisemitismus. ´Die Gefahr der iranischen Konferenz liegt darin, dass sich hier einige Spinner mit einer Staatsmacht verbinden können´, sagte Aly gegenüber SPIEGEL ONLINE. Der ´Irrsinn´ werde hier Staatsprogramm.

Der Historiker wirft dem iranischen Präsidenten Mahmud Achmedinedschad vor, Geschichte so zu konstruieren, dass mit Argumenten und einfachster Logik nicht dagegen anzukommen sei. ´Wie ein Staat, der sich durchaus zu modernen Lebensformen bekennt, offensichtlichen Irrsinn zum Staatsprogramm erheben kann, ist schwer zu verstehen´, so der 58-Jährige.

Aly regte gegenüber SPIEGEL ONLINE an, eine Gegenkonferenz mit arabischen, israelischen Intellektuellen und Holocaust-Forschern aus der ganzen Welt zu organisieren. Die Europäische Union sei ein geeigneter Ausrichter. Der Kongress sollte über den Holocaust hinaus ´weitere Geschichtsbilder thematisieren, die zu Hass, Mord und zur Verweigerung des Existenzrechtes von Millionen Menschen geführt haben´. Was in Iran momentan passiere, sei uns aus der europäischen Geschichte nicht fremd.

Das vollständige Interview ist unter www.spiegel.de abrufbar.

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