Kein Wettrüsten mit Schneekanonen

Kein Wettrüsten mit Schneekanonen
Umweltminister Schnappauf: Strenge Regeln für Beschneiungsanlagen in Bayern / Anforderung der Alpenkonvention in Bayern übertroffen / lediglich 8 Prozent bayerischer Pisten beschneit

(München) Nach einer aktuellen Erhebung werden in der kommenden Wintersaison rund 8,3 Prozent der 3350 Hektar umfassenden Pistenflächen in Bayern künstlich beschneit. Umweltminister Schnappauf forderte die Liftbetreiber und die für die Genehmigung zuständigen Landratsämter zur Zurückhaltung bei der Planung und Genehmigung von Beschneiungsanlagen auf. Angesichts der zunehmenden Klimaerwärmung und der immer höher liegenden schneesicheren Zone, sollten Investitionen in teure Schneekanonen auf das unabdingbare Maß reduziert bleiben. Dagegen sind im Nachbarland Österreich bereits 34 Prozent der Pistenfläche künstlich beschneit und in Südtirol durchschnittlich 35 Prozent, regional sogar bis 80 Prozent. Schnappauf äußerte Verständnis, dass die bayerischen Liftbetreiber in die Modernisierung ihrer Lifte und Seilbahnen investieren müssen, um im europäischen Vergleich nicht ins Hintertreffen zu geraten. Die Liftbetreiber dürften sich aber nicht zu einem Schneekanonen-Wettrüsten hinreißen lassen, so Schnappauf. Nach den bayerischen Grundsätzen für die Anlage von Beschneiungsanlagen sollten mit Beschneiungsanlagen nur kleinräumige Verbesserungen der Schneebedeckung der Pisten sichergestellt werden, um Beschädigungen an der Vegetation durch die scharfen Schikanten zu vermeiden und Schipisten während der Wintersaison für Talabfahrten befahrbar zu halten. Zudem sind Zusatzstoffe zur Verbesserungen der Beschneiung in Bayern nicht zulässig. Das für die Beschneiung notwendige Wasser sollte zudem aus Wasserspeichern entnommen werden. Erst vor kurzem hat sich der Bayerische Landtag für die Beibehaltung der strengen Kriterien für die Genehmigung von Beschneiungsanlagen ausgesprochen. Damit geht Bayern bei den Anforderungen für künstliche Beschneiungsanlagen weit über die in der Alpenkonvention festgehaltenen Vereinbarungen zum Schutz der Bergwelt und der Umwelt hinaus.

Insgesamt sind in Bayern rund 80 Beschneiungsanlagen genehmigt. Davon befinden sind jeweils rund 30 in Oberbayern und Schwaben, 13 in Niederbayern, vier in der Oberpfalz, drei in Oberfranken und eine in Mittelfranken.

Weitere Informationen: http://www.wasser.bayern.de