Kies

Kies wird auch Schotter genannt und ist ein Sedimentgestein, das weitverbreitet ist.

In der Regel handelt es sich bei Kies um kleine, rundgeschliffene Steine, die sich in Bächen und Flüssen angesammelt haben. Transportiert wird der Kies in diesen Gewässern als Bodenfracht. Steine mit größeren Maßen nennt man Geschiebe oder auch Gerölle.

Die Geotechnik und Geologie unterteilen Kies anhand seiner Korngrößen. Grobkies ist Kies mit einer Korngröße zwischen 20 und 63 mm, Mittelkies hat eine Korngröße zwischen 6,3 und 20 mm und Feinkies weist eine Korngröße zwischen 2,0 und 6,3 mm auf. Bei kleineren Korngrößen als 2 mm wird er Sand genannt, sind die Kornfraktionen größer als 63 mm, so bezeichnet man ihn als Steine. Man fördert Kies im Kiestagebau. Bevor er in der Bauwirtschaft zum Einsatz kommt, wäscht und trennt man ihn. Will man Kies für besondere Zwecke einsetzen, siebt man ihn feiner.

Im Bauwesen ist Kies ein Rohstoff von großer Bedeutung. Man nutzt ihn als Zuschlagsstoff in Beton, als Gleisschotter im Bahnbau sowie als Schüttmaterial im Erdbau. Da reiner Kies ein hohes Porenvolumen aufweist und daher sehr wasserdurchlässig ist, ist er auch gut als Filterschicht für Drainagen geeignet, die in feuchtem Untergrund verlegt werden. Diese hohe Wasserdurchlässigkeit macht ihn außerdem zu einem idealen Grundwasserleiter. Mittel- sowie Grobkiese verwendet man als Rollierung, also kapillarbrechende Schicht, unter Gründungssohlen, sodass keine Bodenfeuchtigkeit aufsteigen kann. Praktisch ist, dass in Kies verglichen mit Humus keine Nährstoffe für Pflanzen enthalten sind. Außerdem kommt es zu einer schnellen Versickerung des Oberflächenwassers, daher ist der Bewuchs mit Vegetation lediglich gering ausgeprägt.