Kleine Fliesenkunde Bodenfliesen und Wandfliesen

Egal ob in Neubau oder im renovierten Altbau: Geht es um den geeigneten Belag auf Wand und Boden in Bereichen, in denen es feucht hergeht wie in Küche und Bad, sind keramische Fliesen seit jeher der am besten geeignete Baustoff.

Kleine Fliesenauswahl Fliesen als Bodenfliesen auf der Deubau in Essen 2010 vom Hersteller Lieferanten mit Fliesenkeber.jpgSie verbinden die für jeden Bauherrn und vor allem jede Hausfrau unerlässlichen Eigenschaften und sehen dabei immer gut aus: sie sind wasserunempfindlich, leicht zu pflegen und zu reinigen.

Die Fliese im Zeichen der Zeit
Waren Fliesen vor einigen Jahren fast ausschließlich in Bad oder Küche zu finden, so haben sie mittlerweile jedoch so gut wie jeden anderen Wohnbereich des Hauses erobert.
Diese Entwicklung ist vor allem auf die zunehmende Flexibilität dieses Baustoffes in vielerlei Hinsicht zurückzuführen. Gab es alltagstaugliche Fliesen früher nur in wenigen, eintönigen Farben und Formen, erhält man sie heute nicht nur in den verschiedensten Farben, sondern auch in unterschiedlichen Größen und Formen. Zwar sind z.B. Mosaikfliesenbilder schon seit der Antike immer ein Renner, so musste man früher aber für eine solche individuelle Gestaltung schon eine ganze Menge Geld auf den Tisch legen. Daher fand man noch bis vor nicht allzu langer Zeit geflieste Wände und Böden nur in herrschaftlichen Gebäuden und Häusern. Auch hier ist eine enorme Wende eingekehrt – sogar qualitativ hochwertige Fliesen sind heutzutage auch für den „kleinen Mann“ erschwinglich. Und Dank Ebay und anderer Verkaufs- und Versteigerungsportale oder Sonderangebotsaktionen beim Fachhändler kann man auch Designerposten schon mal zu einem Schnäppchen-Preis erwerben.

Das Spiel mit Form und Farbe
Die Farb- und Formenvielfalt lässt also heutzutage kaum mehr Wünsche offen. Ob rechteckig, quadratisch, drei-, sechs- oder achteckig, Fliesen sind sogar in den ungewöhnlichsten Formen erhältlich. Passend zu vielen Grundformaten gibt es spezielle Einleger und Bordüren. Selbst für schwierige Bereiche, wie Außen- und Innenecken, Treppenstufen etc., bei denen man früher in mühsamer Kleinstarbeit mit dem Fliesenschneider zu Werke gehen musste, findet man heute spezielle Pass- und Formstücke. Dabei lassen sich unterschiedliche Formate auch schön miteinander kombinieren, so dass man am Ende einen individuell gestalten Raum erhält.

Was verbindet Fliesen mit Geometrie?
Eine entscheidende Rolle bei der Wirkung eines Raumes spielt die Wahl der richtigen  Fliesengröße. Nach wie vor handelt es sich bei Badezimmern meist um kleine Räume. Gerade hier empfiehlt es sich, auf großformatige Fliesen zurückzugreifen, da dadurch der Raum optisch vergrößert wird. Der Trend geht heute eh in diese Richtung und auch in anderen Wohnbereichen findet man immer häufiger großflächige Platten. Diese haben unter anderem den Effekt, dass die Fläche einheitlicher und eben auch weitläufiger aussieht.
Hohe Decken holt man durch horizontal verlegte längliche Formate näher, niedrige Räume lassen sich dagegen mit dem gleichen Format strecken, wenn sie vertikal verlegt werden. Große Räume wirken durch kleinere Formate gebrochener und dadurch kleiner Gleiche Effekte kann man durch die entsprechende Kombination von Dekorfliesen und Bordüren erreichen. Auch hier ist der Phantasie keine Grenze gesetzt: das Angebot reicht über Streifendekore, die horizontal oder vertikal verlegt werden können, bis hin zu Einzeldekore, die nach Belieben in  ungleichmäßigen Abständen an der Wand oder auf dem Boden verteilt werden. Und zu guter Letzt lassen sich mit Motivdekoren ganze Bilder herstellen. Durch den Einsatz solcher Dekore erreicht man zudem, dass eine große Fläche aufgelockert wird, außerdem lassen sich hiermit bestimmte Bereiche hervorheben oder abgrenzen (z.B. Rahmen mit Streifendekoren um einen Spiegel).Wichtig ist bei der Wahl von Bordüren und Dekoren darauf zu achten, dass sie zum Format der Grundfliese passen.

Die Farbe macht’s...
Eine weitere Möglichkeit, die Größe von Räumen optisch zu beeinflussen, liegt in der gezielten Auswahl von farbigen Fliesen. Durch einen Belag aus hellen und warmen Fliesen gewinnt ein Raum an Weite und Freundlichkeit. Dunkle Farben hingegen nehmen einem Raum die Größe und ziehen ihn zusammen. Gerade kleine Räume sollten deshalb in hellen Tönen gehalten werden.
Ein weiterer Vorteil von weißen oder hellen Fliesen ist, dass diesen Farben vom Grundsatz her keinem Modetrend unterliegen, sondern dass sie zeitlos sind. Natürlich lassen sich mit farbigen Fliesen interessante und abwechslungsreiche Gestaltungen eines Raumes vornehmen. Dennoch ist man durch die Festlegung auf eine Farbe doch sehr gebunden und das über Jahre. Ein weisses oder helles Zimmer lässt sich hingegen mit bunten Accessoires ganz leicht aufpeppen und sollte nächsten Monat statt schweinchenrosa auf einmal moorbraun „hip“ sein, bleibt man durch einfaches Austauschen dieser Accessoires immer voll im Trend.
Das Image von Schlachthausoptik eines durchgehend gefliesten Badezimmers können sie einfach durch die Kombination zweier unterschiedlich farbiger Fliesen aufwerten. So erhält man einen rundum kunstvollen Wasserschutz.
Doch damit ist die Vielfalt an Fliesen noch nicht am Ende angelangt. Es gibt sie auch noch in verschiedenartig strukturierten oder reliefartigen Oberflächen. Bei entsprechender Beleuchtung entstehen auf den Oberflächen schöne Spiele mit Licht und Schatten.

 
Der Unterschied zwischen Steingut und Steinzeug, glasierter und unglasierter Fliese
Fliese ist jedoch nicht gleich Fliese. Den meisten Absatz finden für den hausüblichen Gebrauch bei uns vor allem glasierte Steingut- oder Steinzeugfliesen sowie unglasierte Steinzeugfliesen. Um böse Überraschungen und Enttäuschungen nach der Verlegung zu vermeiden, ist es notwendig, sich vor der Auswahl über den jeweiligen Einsatzbereich und die entsprechenden Eigenschaften der Fliesen im Klaren zu sein und die Auswahl dementsprechend zu treffen. Nicht jede Fliese ist zum Beispiel für jeden Untergrund, jede Belastung oder für jede Witterungsbedingung geeignet.
 
Steingutfliesen sind die empfindlichsten Vertreter der keramischen Wand- und Bodenbeläge. Das Material wird in einem speziellen Verfahren trockengepresst. Unter Trockenpressung versteht man ein bestimmtes Formgebungsverfahren bei dem das Rohmaterial in trockenem Zustand mit hohem Druck verpresst wird. Im Anschluss an diesen Vorgang wird auf das Ergebnis nämlich die Fliese die Glasur aufgetragen und bei 850-1000 Grad Celsius gebrannt Da diese Temperaturen nicht hoch genug sind um eine sogenannte Sinterung (Verschmelzung/Verdichtung der Körner) zu erreichen, haben diese Fliesen einen zwar feinkörnigen, aber eher porösen Scherben. Man erkennt sie an ihrem relativ weichen und porösen Rücken. Aus diesem Grund ist die Wasseraufnahmefähigkeit dieser Fliese sehr hoch, sie liegt bei >10% (ab 20% muss dies explizit in den Herstellerangaben erwähnt sein). Somit eignet sie sich nicht für den Aussenbereich, da sie durch ihre wassersaugende Eigenschaft nicht frostbeständig ist. Das weiche Material macht es auch unerlässlich, dass Steingut immer glasiert werden muss. Dies verleiht der Oberfläche eine gewisse Härte und so ist der Scherben vor äußeren Einflüssen durch Säuren, Laugen und Verfleckungen geschützt, erhält gleichzeitig eine schmutzabweisende Oberfläche und bleibt leicht zu reinigen. Ein Vorteil der weichen Eigenschaft ist aber, dass die Fliese sich ohne Probleme zuschneiden lässt und somit auch für knifflige Stellen und für die Herstellung von Löchern für Rohrdurchführungen, Aussparungen geeignet ist. Aufgrund all dieser Eigenschaften sind Steingutfliesen besonders für die Anwendung im Wandbereich geeignet. Sehr oft werden sie im Nasszellenbereich wie Badezimmer und Küchen eingesetzt. Unter bestimmten Bedingungen können Steingutfliesen auch auf dem Boden verlegt werden. Dies ist aber nur dann ratsam, wenn diese Böden nur sehr geringer Beanspruchung unterliegen und im Extremfall nur mit Hausschuhen begangen werden. Diese Fliesen sind dann in der Regel speziell gekennzeichnet und sollten in einen absolut kraftschlüssigen Verbund mit dem Untergrund gesetzt werden. 
Ist man mal nicht ganz sicher ob man eine Steingutfliese vor sich hat, lässt sich dies ganz einfach durch einen kurzen Test herausfinden, entweder indem man vorsichtig in die Rückseite ritzt oder mit Hilfe des Spuktests. Lässt sich das Material leicht einritzen und zieht die Feuchtigkeit sofort ein, so hat man es ganz sicher mit Steingut zu tun.

Zu den meisten Steingutwandfliesen finden sich im Fachhandel, aber auch im gut sortierten Baumarkt passende Bodenfliesen aus Steinzeug im Angebot. Dieses Steinzeug ist um einiges strapazierfähiger und sogar frostsicher, so dass sie auch im Außenbereich verwendet werden können.
Steinzeugfliesen werden nach dem gleichen Verfahren trocken gepresst wie Steingut. Allerdings werden sie bei höheren Temperaturen gebrannt, so dass die Sinterung einsetzt. Dadurch werden sie feuchtigkeitsbeständig und wasserabweisend (nur 0,5 bis <3% Wasseraufnahme). Weiterhin erhält sie somit eine frostbeständige Eigenschaft und ist sowohl für den Einsatz im Innen- als auch im Außenbereich geeignet.
Steinzeugfliesen sind der typische Bodenbelag, da es sich wie bereits erwähnt hier um einen Scherben mit sehr dichtem Gefüge und somit mit sehr großer Härte handelt. Dadurch ist das Material sehr widerstandsfähig gegen mechanische und chemische Einflüsse. Weitere Vorteile von Steinzeug ist eine hohe Maßgenauigkeit und damit eine schmale Fugenausbildung, ausserdem das vielfältige Angebot bezüglich Farbe, Design, Oberflächenstruktur, ob glasiert, unglasiert oder durchgefärbt. Für jeden findet sich das passende.
Glasierte Steinzeugfliesen erkennt man an ihrem grau-beigen Scherben und einer meist undurchsichtige Glasur. Durch die Glasur wird zwar eine leichte Reinigung bewirkt, jedoch wird dadurch die Abriebfestigkeit der Oberfläche beeinträchtigt. Je dunkler die Glasur, desto geringer ist die Abriebfestigkeit. Daher eignet sich glasiertes Steinzeug eher für Böden mit sehr leichter bis mittlerer Beanspruchung, aber nicht für stärkere Beanspruchung. Je dunkler die Glasur einer Steinzeugfliese ist, desto geringer ist die Abriebfestigkeit.
Unglasierte Steingutfliesen sind im Gegensatz zu den glasierten Steinzeugfliesen meist unifarben durchgefärbt und extrem widerstandsfähig. Die Oberfläche kann dabei variieren, es finden sich glatte und ebene Fliesen, geschieferte oder strukturierte, speziell mit rutsch hemmenden Profilierungen versehene Fliesen oder geschliffene und auf Hochglanz polierte Fliesen. Unglasierte Steinzeugfliesen eignen sich als Wand- und Bodenbeläge innen und außen und genügen auch härtesten Ansprüchen (Abriebgruppen IV bis V).
Unbestrittener Gewinner der beliebtesten Bodenbeläge sind Cotto-Fliesen, aus Ton gebrannte unglasierte Platten mit mittlerer bis hoher Wasseraufnahme. Leider sind sie nicht frostbeständig und eignen sich somit nur für Innenräume, nicht aber für den Außenbereich.
Für den Außenbereich wie Terrassen, Balkone oder Sitzecken im Garten erhält man heutzutage nicht mehr nur grobe Platten. Auch hier haben sich Design und Nützlichkeit zusammengetan und so lassen sich auch solche Plätze zu richtigen Wohn- und Ruheräumen unter freiem Himmel umwandeln.

Besonders beliebt aufgrund ihrer vielfältigen Erscheinungsformen sind Feinsteinzeugfliesen. Sie sind ebenfalls unglasiert und bestehen aus noch feineren Inhaltsstoffen. Dadurch werden sie noch widerstandsfähiger gegen mechanische Beanspruchung.

Es lebe der Unterschied
Bodenfliesen sind besonderen mechanischen Belastungen ausgesetzt. Während besonders gekennzeichnete Steingutfliesen nur in wenigen Ausnahmefällen als Bodenbelag verwendet werden können, sind die Einsatzmöglichkeiten für Steinzeugfliesen um einiges größer. Doch auch hier gibt es deutliche Belastungsunterschiede. Von Seiten der Hersteller werden die Fliesen deshalb durch Abriebgruppen gekennzeichnet. Dies erleichtert auch Nicht-Fachmännern die Auswahl und schützt vor ungewünschten Überraschungen.
Für leichte bis mittlere Beanspruchung eignet sich zum Beispiel glasiertes Steinzeug aus den Abriebgruppen I bis III. Unglasierte Steinzeugfliesen werden meist mit der Abriebgruppe IV angeboten. Diese Gruppe ist für den normalen Hausgebrauch am besten geeignet, da sie auch extremeren Belastungen standhält. Spezielle Feinsteinzeugfliesen sind sogar noch mit einer höheren Abriebgruppe V erhältlich, diese sind jedoch nur für den Einsatz im gewerblichen Bereich von Bedeutung.
Hier eine kurze Definition der einzelnen Gruppen:
Abriebgruppe I: diese Fliesen eignen sich für geringe Beanspruchung als Bodenbelag in Räumen, die bei niedriger Begehungsfrequenz ohne kratzende Verschmutzung mit weich besohltem Schuhwerk begangen werden. Auch im privaten Bereich wie in Schlafzimmern oder Sanitärräumen, die überwiegend barfuß, auf Socken oder Hausschuhen begangen werden, können sie eingesetzt werden.
Abriebgruppe II: Fliesen dieser Gruppe eignen sich für als Bodenbelag bei leichte Beanspruchung dort, wo die bei Begehungsfrequenz eher niedrig ist und der Boden mit normalen Schuhwerk betreten wird ohne dabei übermäßig kratzende Verschmutzungen entstehen zu lassen. Beispiele hierfür sind private Wohnräume wie Schlafzimmer, Wohnzimmer. Nicht geeignet sind sie jedoch für den Eingangsbereich, Küchen, Treppen und Außenbereiche.
Abriebgruppe III: geeignet für Bodenbeläge mit mittlere Beanspruchung in Räumen, die bei mittlerer Begehungsfrequenz mit normalem Schuhwerk bei normaler kratzender Verschmutzung mit normalem Schuhwerk belastet werden. Mit Ausnahme von Küchen ist diese Fliesenart für den gesamten Wohnungsbau geeignet.
Abriebgruppe IV: diese Fliesen eignen sich für Räume mit stärkere Beanspruchung, die bei stärkerer Begehungsfrequenz mit normalem Schuhwerk in Bezug auf die Verschmutzungs- und Belastungshäufigkeit intensiver beansprucht werden. Einsatzbeispiele für Fliesen der Abriebgruppe IV sind Eingangsbereiche, Terrassen und Küchen im Wohnungsbau, Büros und Verkaufsräume und andere Räume mit starkem Publikumsverkehr
Abriebgruppe V: Geeignet für starke Beanspruchung als Bodenbeläge in Räumen mit sehr starkem Publikumsverkehr. Zum Beispiel für Eingangsbereiche von Hotels und Banken, für Verkaufsräume, Restaurants und Imbissstuben. Für den privaten Bereich sind Fliesen dieser Abriebgruppe nicht erforderlich.
Wer A sagt, könnte auch B sagen
Neben der Abriebgruppe sind Fliesen darüber hinaus auch oft mit einer Angabe über die Sortierung gekennzeichnet. Fliesen der ersten Sortierung erhalten eine rote Markierung und entsprechen in vollem Umfang den Qualitätsanforderungen des Herstellers hinsichtlich Farbe und Materialqualität. Fliesen der zweiten, blau markierten oder dritten, grün markierten Sortierung müssen zwar auch die technischen Anforderungen erfüllen, leichte Farbabweichungen und Farbschleier werden jedoch hingenommen. Nimmt man diese Qualitätsmängel in Kauf, kann man auf diesem Weg eine technisch einwandfreie Fliese zu günstigen Preise erwerben. Und je nach Geschmack sieht das Ergebnis auch noch gut aus – und ist vor allem einmalig.

Fliesenraster und Fugenschnitt weisen den Weg durchs Labyrinth
Jeder kennt wohl dieses Gefühl: man schaut auf eine Fläche und verspürt auf einmal einen drängenden Kopfschmerz – unproportionale, chaotische Raster können im wahrsten Sinne des Wortes dem Auge weh tun. Damit ein Fliesenbelag harmonisch wirkt, sollte man sich vor Verlegung der Fliesen einen Verlegeplan erstellen und dabei wichtige Regeln beachten. So sollte das Fliesenraster möglichst auf die Mitte des Raumes ausgerichtet sein. Allerdings sollten die Randfliesen in den Ecken auch nicht zu schmal werden. Am besten ist es, wenn die Randfliesen noch mindestens die halbe Breite des Maßes der Ausgangsfliese haben. Im Zweifelsfall sollte man das Fliesenraster so verschieben, dass an beiden Rändern Zuschnitte mit mehr als einer halben Fliesenbreite entstehen. Vor allem in Räumen mit vielen Ecken, Kanten und Vorsprüngen wie zum Beispiel in Badezimmern, ist hierfür einen genaue dreidimensionale Planung erforderlich, um kein Stückwerk zu produzieren. Dazu muss der Raum exakt ausgemessen werden und so die optimale Größe der Fliesen bestimmt werden.
Da beim Zuschneiden des Materials schon mal die eine oder andere Fliese zu Bruch gehen kann, sollten auf jeden Fall beim Kauf des Materials einige zusätzliche Stücke als Reserve zusätzlich berücksichtigt werden. Diese können auch einmal zum Einsatz kommen, wenn bei der späteren Benutzung des verfliesten Raumes mal eine Fliese zu Schaden kommen sollte, z.B. durch das Herabfallen eines harten Gegenstandes. Sollte sich die Gestaltung eines optimalen Fliesenrasters problematisch erweisen, kann man zur Erleichterung der Berechnung eine Wand auch durch das Anbringen von Gipskartonplatten entsprechend verlängern, um die Abmessungen anzupassen.
Ein weiteres wichtiges Kriterium für eine ansehnliche harmonische Fliesenfläche ist der Fugenschnitt. Im Idealfall sollten alle Fugen von Wand- und Bodenfliesen direkt zusammen laufen. Sollten  Wand- und Bodenfliese unterschiedliche Größen aufweisen, sollte darauf geachtet werden, dass die kleineren Fliesen in das Grundraster der größeren passt. So kann der Fugenschnitt trotzdem noch eingehalten werden. So können zum Beispiel Wandfliesen mit den Maßen 10x10 Zentimeter oder 20x15 Zentimeter gut mit speziellen großen Bodenfliesen kombiniert werden. Mag man es jedoch etwas unruhiger, so ist die diagonale Verlegung der Wand- oder Bodenfliese eine Alternative zum perfekten Fugenschnitt. Hierbei wird der Fugenverlauf in den Ecken unterbrochen und lässt so einen optischen Kontrast entstehen, der der Fläche einen spannungsvollen Eindruck gibt.