Konkurrenzfähigkeit von Massivmauerwerk
Vorteile vor allem in der Nutzungsphase
Unter Hinweis auf die positiven ökologischen und ökonomischen Folgewirkungen verabschiedete die frühere Verbraucherschutzministerin Künast die Charta für Holz und setzte damit gezielt eine einseitige Förderung der Holzbauweise durch. Untersuchungen an der TU Darmstadt haben jetzt bewiesen, dass massives Mauerwerk über ein hohes Nachhaltigkeitspotential verfügt und dabei Holzkonstruktionen vielfach überlegen ist.Konstruktionen aus massivem Mauerwerk gelten gemeinhin als besonders stabil, haltbar und langlebig. Eigenschaften, die der Massivbauweise vor allem im Wohnungsbau nach wie vor eine führende Marktstellung sichern. Neben diesen mehr ökonomisch definierten Ansprüchen an Bauwerke werden in jüngster Zeit unter dem Stichwort Nachhaltigkeit verstärkt Forderungen nach der Erfüllung ökologischer Kriterien laut. Mehr oder weniger unausgesprochen wird dabei vorausgesetzt, dass alternative Konstruktionen, wie etwa die Holzbauweise, über einen höheren Nachhaltigkeitsfaktor verfügen als beispielsweise der traditionelle Mauerwerksbau. Ein Eindruck, der durch die einseitige Förderung der Holzindustrie über die Charta für Holz von der ehemaligen Verbraucherschutzministerin Künast sogar bewusst gefördert wurde.
"Diese Aussage," so Dr. Ronald Rast, Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für Mauerwerksbau (DGfM), "ist aber so nicht haltbar. Die ökologische Konkurrenzfähigkeit der Massivbauweise gegenüber anderen Bauweisen ist durchaus gegeben. Technisch hochwertig ausgeführtes Mauerwerk erfüllt alle im Sinne der Nachhaltigkeit gestellten Anforderungen. Sie vermittelt außerdem ein hohes Sicherheitsgefühl und stellt langfristig die Werthaltigkeit der Immobilie sicher."
Rast beruft sich dabei auf eine unter Leitung von Professor Dr. Carl-Alexander Graubner am Institut für Massivbau der TU Darmstadt durchgeführte Nachhaltigkeitsanalyse unterschiedlicher Bauweisen. Maßgeblich für die Beurteilung waren ökologische, ökonomische und soziale Indikatoren.
Dabei zeigte der Vergleich von einschaligem Ziegelmauerwerk und einer Holzständerkonstruktion, dass die Holzständerbauweise zunächst - bei Baubeginn - einen um 18 Prozent niedrigeren Primärenergiebedarf aufweist als das einschalige Ziegelmauerwerk. Die im Rahmen der Nutzung notwendigen Instandhaltungsmaßnahmen führten jedoch in beiden Fällen zu einem steten Anstieg des Primärenergiebedarfs. Bei der Holzständerwandkonstruktion musste darüber hinaus nach 40 Jahren mit Erreichen der technischen Lebensdauer zusätzlich die Wärmedämmung und die Fassade ausgetauscht werden. Dies führte dazu, dass am Ende der Lebensdauer die Holzständerkonstruktion einen höheren Primärenergiebedarf aufweist, als das Ziegelmauerwerk.
Ähnlich positiv schnitt die Massivbauweise auch unter ökonomischen Gesichtspunkten ab: Im Vergleich mit einer Holzständerwand wies Kalksandsteinmauerwerk auch über eine Lebensdauer von 80 Jahren die geringsten Kosten auf. Kalksandsteinmauerwerk war zudem bereits in der Herstellung günstiger.
Vorteile für die Massivbauweise ergaben auch Untersuchungen zum sommerlichen Wärmeschutz. Der Einsatz von Mauerwerk für Außen- und Innenwände führt zu spürbar günstigeren raumklimatischen Bedingungen für den Nutzer.
Weitere Informationen zum Thema sind unter www.dgfm.de auf der Internetseite der Deutschen Gesellschaft für Mauerwerksbau erhältlich.



