Kreativ und präzise: Sonderkonstruktionen im Robert-Koch-Krankenhaus Apolda

Kreativ und präzise: Sonderkonstruktionen im Robert-Koch-Krankenhaus Apolda

Gelsenkirchen / Apolda – Mit dem Neubau des Robert-Koch-Krankenhauses in Apolda entstand ein Akutkrankenhaus der Regelversorgung, dessen Innenarchitektur durch ein außergewöhnliches Farb- und Materialkonzept geprägt ist. Neben funktionalen Innenausbaulösungen stellten zahlreiche Sonderkonstruktionen wie Deckensegel, abgetreppte Deckensprünge und ein zylinderförmiger Andachtsraum besondere Ansprüche an den Trockenbauer, die er mit Systemen von Rigips erfüllen konnte.
Das jetzige Robert-Koch-Krankenhaus in Apolda in Thüringen ersetzt drei vorher im Stadtgebiet verteilte Klinikstandorte, deren Bausubstanz nicht mehr zu erweitern war. Auf insgesamt 11.000 m2 Nutzfläche sind im neuen Krankenhaus 145 moderne und funktionale Patientenzimmer untergebracht, dazu Untersuchungs- und Behandlungsabteilungen, ein aus drei Quadraten bestehender Pflegebau sowie die Eingangshalle, die als Bindeglied zwischen den Gebäudeteilen dient.

Optisch verbunden sind die einzelnen Bereiche durch eine über drei Stockwerke offene, verglaste Eingangshalle mit Galerien auf zwei Ebenen und einem Andachtsraum im Erdgeschoss. In den Behandlungs- und Patientenzimmern ebenso wie in der Eingangshalle wurden Wände und Decken von der Trockenbau Chemnitz GmbH erstellt. Insgesamt verarbeiteten die Monteure hier rund 125.000 m2 Rigips-Gipskartonplatten.

Zusammenspiel von Funktionalität, Material und Farbe
Das Farb- und Materialkonzept im Robert-Koch-Krankenhaus Apolda stammt von dem renommierten Schweizer Wissenschaftler Prof. Erich Chiavi. Dieser beschäftigt sich seit vielen Jahren damit, wie Farben, Formen, Materialien und Licht wahrgenommen werden und wie diese Faktoren auf den Menschen wirken. Zur Umsetzung des Konzeptes entschied man sich bei den zahlreichen Konstruktionen im Krankenhaus für Trockenbausysteme von Rigips, die zum Teil höchste Anforderungen an Schall- und Brandschutz erfüllen mussten und mit denen das gestalterisch anspruchsvolle Konzept umgesetzt werden konnte.

Rundungen im Andachtsraum
Neben zahlreichen Standardkonstruktionen sah der Bauplan des Krankenhauses einige architektonische Höhepunkte vor, die nur mit Sonderlösungen realisiert werden konnten. Hierzu gehörte auch der zylindrisch angelegte Andachtsraum im Foyer. Auf sechs Rundstützen ruht der Andachtsraum in 4 Metern Höhe als freistehendes Bauteil. Als umlaufende Trennwand mussten die Experten der Trockenbau Chemnitz GmbH eine gebogene Wandfläche mit einem Kreisdurchmesser von 8 m erstellen. Aufgrund der optischen Dominanz dieses Bauteils im Eingangsbereich bestanden höchste Ansprüche an die Oberflächenqualität der Wände. Man entschied daher für eine doppelte Beplankung mit der trocken biegsamen Gipsplatte „Riflex“ von Rigips.

Mit dieser Spezialgipsplatte, die eine besonders glatte Oberfläche bietet, sind auch Brandschutzanforderungen bis F 90 problemlos zu realisieren. Auch für ausreichenden Schallschutz ist mit dieser Platte bei einem Schalldämmmaß bis R W,R 47 dB gesorgt. Vor der Montage werden „Riflex“-Platten behutsam „geschüttelt“, um das eingelegte Glasvlies zu dehnen und die 1,20 x 2,40 m großen Platten somit biegsam zu machen. Die Montage der Gipsplatten erfolgte auf Holzständerwerk mit einer Unterkonstruktion aus Brettschichtholz als Kantholz 60/180 mm. Die 5 m langen Kanthölzer wurden mit speziellen Ankern an den Stirnseiten der Boden- und Deckenplatten befestigt. Anschließend erfolgte die Anbringung der 2 x 6 mm dicken „Riflex“-Platten mit Schnellbauschrauben. Mit einer 140 mm dicken Mineralfaserdämmung entstand so eine ca. 206 mm starke gebogene Wand.

Lichtdurchflutete Deckenkonstruktion
Für angenehmes Licht im Andachtsraum wurde eine abgehängte Decke mit einer runden Öffnung montiert. Der Plattenring musste in seinem Durchmesser an eine Oberlichtkonstruktion angepasst werden und wurde aus den „Rigips Bauplatten RB“ erstellt. Zusätzlich wurde im Randbereich der Decke ein horizontaler Beleuchtungsring auf einer gebogenen Unterkonstruktion aus CD-Profilen angebracht.

An der Unterseite des freistehenden Andachtsraums wurde über den Stützen eine weitere abgehängte Decke mit einer speziellen Beleuchtung installiert. Die Decke besteht aus drei Plattenringen in versetzten Ebenen mit nach oben hin kleiner werdenden Radien, was diese Konstruktion besonders anspruchsvoll für den Verarbeiter machte. Zwischen den Plattenringen wurden zusätzlich horizontale Beleuchtungsnischen auf einer gebogenen Unterkonstruktion aus CD-Profilen montiert. Die Plattenringe wurden als vorgefertigte Sonderzuschnitte direkt von Rigips angeliefert.

Zahlreiche Sonderkonstruktionen
Neben dem Andachtsraum erforderten weitere Sonderkonstruktionen in den Entbindungsräumen und im Speisesaal das Geschick der Trockenbau-Spezialisten aus Chemnitz. In den Entbindungsräumen wurden elliptisch und kreisförmig geschwungene Deckensegel in die abgehängte Decke integriert. Hierfür wurde aus der universell einsetzbaren Platte Rigips „Die Dicke“ ein spezielles Deckensegel vom Hersteller vorgefertigt. Auch im Speisesaal des Krankenhauses galt es, verschiedene Deckensegel zu realisieren. Das Segel im Bereich der Ausgabetheke sollte exakt deren Verlauf folgen. Sein Abschluss wurde als abgetreppter Deckensprung in geschwungener Form mit integrierter indirekter Beleuchtung ausgeführt. Alle Deckensegel wurden nach CAD-Zeichnungen des Architekten von Rigips vorgefertigt und vor Ort zusammengesetzt und montiert.