Landwirtschaftsministerin Bärbel Höhn: Landesweites Konzept für "Produkte aus der Region für die Region" - Regionale Vermarktung

Landwirtschaftsministerin Bärbel Höhn: Landesweites Konzept für "Produkte aus der Region für die Region" - Regionale Vermarktung

Das Ministerium für Umwelt, Raumordnung und Landwirtschaft teilt mit:

Landwirtschaftsministerin Bärbel Höhn hat heute vor dem Landwirtschaftsausschuß des Düsseldorfer Landtags ihr neues Rahmenkonzept "Regionale Vermarktung" vorgestellt."Unser Ziel ist es, die Erzeugnisse aus der heimischen Land- und Ernährungswirtschaft durch verläßliche Qualitäts- und Herkunftssicherung aus der Anonymität austauschbarer Massenangebote herauszuheben. Nach den Lebensmittelskandalen der Vergangenheit, aber auch durch die Diskussion über gentechnisch veränderte oder bestrahlte Lebensmittel sind die Verbraucherinnen und Verbraucher stark verunsichert. Sie fragen deshalb verstärkt nach Produkten aus ihrer Region, weil sie wissen wollen, wo ihre Lebensmittel herkommen und wie sie hergestellt worden sind", erläuterte die Ministerin.

Mit dem neuen Förderprogramm werden unter dem Motto "Produkte aus der Region für die Region" Erzeugergemeinschaften mit mindestens 5 Landwirten finanziell unterstützt. Noch für dieses Jahr stehen dafür 2 Millionen Mark zur Verfügung, der Etat wird in den nächsten Jahren fortgeführt. Außerdem schafft das Konzept die Möglichkeit, Fördermittel des Agrarinvestitionsförderprogrammes (AFP) mit einem Volumen von 50 Millionen Mark zu beantragen. Ab sofort bietet das Konzept "Regionale Vermarktung" drei Wege: Zum einen gibt es Fördergelder für Organisationsaufgaben (u.a. Personal-, Reise- und Geschäftsausgaben auch für Beratung und Kontrolle bei der Gründung einer Erzeugergemeinschaft. Außerdem kann ein Förderantrag für Investitionsausgaben gestellt werden für die Aufbereitung und Vermarktung (also für Erfassungs-, Lagerungs- und Kühleinrichtungen, Wasch-, Sortier- und Kartoffelschälanlagen). Eine dritte Fördermöglichkeit besteht in der Erarbeitung und Einführung von Vermarktungskonzeptionen (z.B. Marktanalysen, Beratungs- und Planugsmaßnahmen für Herkunfts- und Qualitätssicherungssysteme, Informationen und öffentlichkeitswirksame Maßnahmen in der Einführungsphase).

Das neue Konzept zielt darauf ab, bäuerliche Betriebe und mittelständische Unternehmen der Ernährungswirtschaft zu stärken, den Verbraucherinnen und Verbrauchern eine Herkunfts- und Qualitätssicherheit anzubieten und den Umwelt- und Tierschutz zu verstärken. "Ich lade alle ein, dieses Konzept nicht nur zu diskutieren, sondern auch nach Wegen für die Umsetzung zu suchen", sagte Bärbel Höhn heute in Düsseldorf. "Die europäischen Rahmenbedingungen bringen für die Produzenten und Konsumenten keine Verbesserungen, die müssen wir schon selbst erarbeiten. So denke ich zum Beispiel daran, daß wir eine Reihe von regionalen Gütezeichen (Labeln) bekommen werden, die uns die Herkunft und die Qualität von Lebensmitteln sichern helfen. Auch für die Tiertransporte wird es eine Umstellung geben: hier in NRW soll kein Transport mehr länger als vier Stunden dauern; acht Stunden sind europaweit noch nicht einmal als unterste Grenze festgelegt."

Die Förderkriterien im einzelnen und der gesamte Entwurf des Konzeptes wird in den nächsten Tagen versandt oder kann im Ministerium bestellt werden.