Luccon - Das 5. Element: Lichtdurchlässiger Beton auf dem Weg zur seriellen Fertigung

Luccon - Das 5. Element: Lichtdurchlässiger Beton auf dem Weg zur seriellen Fertigung
Lichtdurchlässiger Beton gehört mit zu den erstaunlichsten Materialentwicklungen der letzten Zeit: Mit Hilfe lichtleitender Fasern wandelt sich Beton vom schweren Baustoff zum federleichten Material zumindest im Auge des Betrachters. Bisher war die Produktion sehr aufwändig und teuer. Mit einem neuen Herstellungsverfahren beschreitet HeidelbergCement mit „Luccon“ seit September dieses Jahres den Weg in Richtung Serienproduktion. In den letzten Monaten wurde die Herstelltechnik bereits zu einem halbautomatischen Prozess ausgebaut, der den Einbau der lichtleitenden Elemente im Beton wesentlich erleichtert. Die Produktion soll künftig weiter vereinfacht werden. Eine entsprechende Patentanmeldung liegt bereits vor; je nach Ausbaustufe wäre dann eine vollautomatische Fertigung möglich. „Für die Produktion wird ein speziell entwickeltes Gewebe aus lichtleitenden Fasern eingesetzt, erklärt Jürgen Halm, Fachmann für „exotische“ Betonanwendungen und verfahren in der Abteilung Entwicklung & Anwendung bei HeidelbergCement. „Durch die gleichmäßige Ordnung des Materials erreichen wir eine hohe Lichtdurchlässigkeit“. Der Einbau der einzelnen Gewebeflächen und des besonderen Feinbetons geschieht alternierend - Schicht für Schicht im Abstand von etwa zwei bis fünf Millimetern. Je dichter die Schichten gepackt sind, desto mehr Licht lässt der Beton passieren. Ein Anteil von wenigen Prozent Gewebe genügt für diesen erstaunlichen Effekt. Die verlustfreie Lichtleitung durch die optischen Fasern ermöglicht es Licht, Schattenwürfe oder sogar Farben durch den Beton zu sehen - selbst bei großen Wanddicken.

Seit Mitte September 2006 produziert HeidelbergCement in Kooperation mit einem österreichischen Partner rund vier bis fünf Kubikmeter „Luccon“ im Monat. Verfügbar sind bisher zwei Standardgrößen von 25 x 50 sowie 30 x 60 Zentimetern mit einer Stärke von vier bis zehn Zentimetern. Weitere Maße sind auf Anfrage erhältlich. „Luccon“ wird zunächst nur in der Farbe „lavagrau“ und in seidenmatter Oberfläche produziert, auf Wunsch sind aber auch hochglanzpolierte Oberflächen möglich.

„Unser Ziel ist es, in Zukunft größere Formate zu produzieren“, sagt Halm. „Dabei ist Lichtbeton unterfordert, wenn es nur darum geht, Räume zu erhellen. „Luccon“ ist vielmehr die Lösung für jeden anspruchsvollen Planer, Architekten oder Designer, der den Widerspruch „Beton und Lichtdurchgang“ lösen möchte. Selbst meterdicke Betonkonstruktionen erhalten so die Leichtigkeit japanischer Reispapierwände.“ Dennoch liegt die Festigkeit von „Luccon“ im Bereich hochfester Betone, da der Anteil der lichtleitenden Fasern relativ gering ist. Die Beständigkeit der Fasern ist bereits durch entsprechende Untersuchungen und Gutachten bestätigt.

Die Anwendungsideen für Lichtbeton sind zahllos. „Raumteiler, Treppenstufen, hochwertige Inneneinrichtungen und exklusive Einbauten für Wellnessbereiche sind bereits in Planung. „Erste Projekte werden schon im Oktober dieses Jahres realisiert werden“, so Halm.
Ein Exponat von Luccon wird zudem auf dem Messestand der Beton Marketing Deutschland GmbH auf der Bau 2007 in München zu sehen sein.

Weitere Informationen unter www.luccon.de

Bildunterschrift: Die verlustfreie Lichtleitung durch die optischen Fasern ermöglicht es Licht, Schattenwürfe oder sogar Farben durch den Beton zu sehen - selbst bei großen Wanddicken.