Trockenlegung,Mauertrockenlegung, Entfeuchtung, Mauerentfeuchtungen - Vorsicht bei Baulaien und Renterfang mit Zauberkästchen.......!

Quelle: http://www.bauherrenhilfe.org/blog/wer-schutzt-vor-osmoterra-co/ Wer schützt Oma vor Osmoterra & Co.? Jan 15th, 2012 | Von Günther Nussbaum-Sekora | Kategorie: Artikel der Woche, Baufirma & Handwerker, Gebäudeabdichtung, Keller Es begann mit einer Werbeanzeige in der ÖAMTC-Clubzeitung, “Feuchte Mauern – WAS TUN? Darin stand dass das Osmoterra-System eine nachträgliche Horizontal- und Vertikalsperre ohne zusätzlicher Baumaßnahmen ist. Das spricht verzweifelte Hauseigentümer an, es wurde der von OSMOTERRA beworbene Termin zur “Gratis Feuchtigkeitsmessung und -beratung vereinbart… Sohn holt mich als Baugutachter zum Termin – Konfrontation am Ende Die ÖAMTC-Anzeige von Osmoterra führt den Baulaien in die Irre, es wird dem leidenden Eigentümer eines feuchten Kellers die “eierlegende Wollmilchsau” versprochen. Kellertrockenlegung schnell, sauber ohne Bauarbeiten? Im gegenständlichen Fall spielen wir mit offenen Karten, der Hausherr bittet mich zum Osmoterra-Termin. Ich stelle mich als Bausachverständiger vor, lasse vorerst meine Messgeräte im Auto, möchte den “Berater” nicht verschrecken. Er soll das Gefühl bekommen es sei SEIN Termin. “Presswossa kennan wir net, wir kennan nur die Kapillare” Der Termin beginnt mit einem ehrlichen Eingeständnis, es ginge “nur” um erdfeuchte Keller, “Presswossa”, also an der undichten Kellerwand anstauendes Wasser geht mit dem System nicht, man baut Vertrauen auf. Wie sich am Ende herausstellt ist der Techniker zur “Gratis-Feuchtemessung und -Beratung” ein Verkäufer, er hat keine Ahnung von den bautechnischen Themen und Normen zu denen er vorträgt. Er stellt sich als “Vorläufer” in diesem System vor, der Hausherr soll einen verbindlichen Auftrag unterschreiben. Was dann immer noch nicht bedeuten soll dass man würdig ist so ein Kästchen auch zu bekommen. Das bestimme dann der Techniker vor Ort nach der Feuchtemessung! Wow klingt das gut! Die “Elektrophysikalische” wird rhetorisch untermauert, leider nicht technisch Schlussendlich werden die Möglichkeiten zur Mauertrockenlegung vorgestellt, man gibt sich ja neutral. Logisch dass alle Systeme als unwirksam, teuer oder bausubstanzgefährdend vorgestellt werden. Zu den Injektionsverfahren zitiert er eine Studie von Dr.Balak, nach welcher nur 20% dieser Injektionen wirksam sein würden. Er käme selbst 2-3x pro Woche in Keller wo bereits injiziert wurde, und das ohne Wirkung. Der zitierte Dr.Balak ist aber ein echter Spezialist für feuchte Mauern, ob er über derartige Falschangaben glücklich ist bleibt abzuwarten. Ich habe Dr.Balak dazu angeschrieben, seine Stellungnahme bleibt abzuwarten. Also alles schlecht, nur nicht die “Elektrophysikalische”, die sei Super! Ich frage dann ob es sich bei Osmoterra um ein elektrodenloses System handelt, oder ob hier an die Wände AKTIV eine Gleichspannung mit 15Volt und 4-8mA angelegt wird? INFO: Die “echte” aktive (nicht passive) elektrophysikalische Mauertrockenlegung (Video / Herstellerinfo zur aktiven Umkehrosmose ) ist an sich ein in -einem sehr engen Anwendungsfeld- anerkanntes und genormtes System. Dazu wird eine Gleichspannung mittels Elektroden und Verkabelung direkt an das Mauerwerk angelegt. Es kann damit eine Verbesserung der Feuchtesituation unter gewissen -erdfeuchten- Bedingungen erreicht werden. Nachteil: Die Elektroden korrodieren und muss das System laufend gewartet, die Elektroden getauscht werden. Daran knüpfen Anbieter wie Osmoterra, Hydropol (NDR-Film zur NICHTWirksamkeit) wie auch Wigopol (Gutachten zur NICHTWirksamkeit) und Aquapol (Link zu Bauherrenhilfe-Beiträgen) an. Es wird ein Kästchen unter dem Titel “elektrophysikalische Umkehrosmose bzw. Mauertrockenlegung” um viel Geld an verzweifelte und gutgläubige Menschen verkauft. Wobei Osmotera tatsächlich sein Kästchen mit Strom versorgt, aber verschweigt wie dieser nun über die Luft an die Wände “fliegt”. Aquapol wird deswegen von dem Berater als “Esoterik” schlechtgeredet. Und weil unser Berater mehr Redner als Techniker ist wendet er vermutlich einen kleinen rhetorischen Trick an, wenn er von Aquapol spricht sagt er nur Aquapul. So als kennt er die kaum, wären die kaum ernst zu nehmen. Und er hat auch ein Beispiel parat bei dem “Aquapul” 8Jahre im Keller hing und der natürlich nicht trocken wurde. Die Leute von “Aquapul” haben dann natürlich kein Geld refundiert, angeblich mit dem Vorwand “weil keine vertikale Abdichtung vorhanden war.” “Wigupul”, (WIGOPOL) meiner er dann auch, “war schon mal im Fernsehen, die wirken auch gar nicht.” Wobei ich glaube er verwechselt das mit dem WISO-Video zur Unwirksamkeit von Aquapol… Ich halte mich weiter zurück, lasse den Osmoterra-Vertriebler alle seine Argumente bringen. Der ist sichtlich erleichtert dass ich keine kritischen Fragen stelle, holt dann doch sein Feuchtemessgerät aus dem Auto. Schließlich hat der Kunde die Gratis-Feuchtemessung und -beratung gebucht. Ich zeige mich ja interessiert, wende nur ein dass Osmoterra bei uns kaum bekannt ist. Aber auch darauf hatte er eine schlagfertige Antwort, dass “Coca-Cola auch 100Jahre gebraucht hat bis es bekannt wurde”. Wow, demnach sich die Salzburger-Firma mit Ursprung in Deutschland und Schweizer Patent -in der ÖAMTC-Werbung als “Made in Austria” präsentiert- gerne mit der Weltmarke CocaCola vergleicht… Doch schon die Feuchtemessung zeigt was wir hier technisch zu erwarten haben. Er beginnt mit Messungen und auf meine Frage ob es sich hier um ein Messgerät zum Messprinzip der “Elektrowiderstandsmesstechnik” handelt bejaht er deutlich. Blöd nur dass es sich tatsächlich um ein Gerät zum Prinzip der kapazitiven Feuchtemessung handelt. Das ist es schon Nebensache dass er das Gerät nicht nach Herstelleranleitung verwendet, sich damit gar nicht auskennt. Grundsätzlich nicht so wichtig, beide Messprinzipien lassen eine quantitative Messauswertung nicht zu. Es kann nur vergleichend festgestellt werden, da trocken, da scheinbar feucht. Auch zur Baustoffkunde falsche Angaben. “Wasserundurchlässiger Beton sei in Wahrheit auch nicht wasserundurchlässig, ein kapillarer Feuchtetransport kann auch bei dichten Betonwannen nicht verhindert werden. Der ist nur gegen Schwallwasser gut, es gibt keinen wasserdichten Beton!” Hier muss berichtigt werden, der Berater verwechselt generell Haarrisse mit Poren und Kapillaren. (Es gibt unterschiedlichste Poren) Eine richtig hergestellte WU-Beton-Wand läßt maximal auf den ersten 5-7cm Wasser kapillar durch. Dann ist Schluss, WU-Beton-Bauwerke schwimmen beispielsweise in Holland auch im Wasser, quasi als Schwimmkörper. Es werden irreführend Normen und Zertifikate vorgezeigt, schnell weitergeblättert Es folgen zahlreiche Weitere, gefolgt von vagen Angaben wie einer vermeintlichen Studie einer angeblichen Arbeitsgruppe vom nicht genannten Magistrat zum Thema elektrophysikalischer Mauertrocknung. Natürlich weiß der Berater weder von welchem Magistrat noch von welcher Studie er da spricht. Aus den Unterlagen liest er von einer angeblich erst seit ein paar Jahren gültigen DIN 18195 zur konventionellen Gebäudeabdichtung vor. Ich kläre auf dass die aber a) eine deutsche Industrienorm ist und b) seit Jahrzehnten existiert. Die bei uns relevante ÖNORM B2209-1 (Bauwerksabdichtungen) kennt er nicht. Meint dann “ist eh das Gleiche” in der EU. Hier hat Osmoterra scheinbar nicht einmal die Mühe wert gefunden die deutschen Verkaufsunterlagen vollständig anzupassen. Ist der TÜV mitverantwortlich an der Konsumententäuschung? 6.440 Euro kostet bei dem gegenständlichen Keller das Kästchen, Materialwert von vielleicht 50Euro. Aber wer würde schon zweifeln wenn sogar der TÜV das Verfahren prüft und unterstützt. Das behauptet zumindest der Verkäufer, DAS DER TÜV DIE WIRKSAMKEIT DES KÄSTCHENS BESTÄTIGT! Welch eine unverschämte Irreführung! Nur beginnt die schon beim TÜV-Zertifikat selbst, man muss schon aufmerksam lesen um die 3 TÜV-Zertifikate zu verstehen. TÜV-Zertifikat 1: “für das Managementsystem nach EN ISO 9001:2008″ Der Nachweis der regelwerkskonformen Anwendung wurde erbracht und wird gemäß TÜV Austria CERT-Verfahren bescheinigt für OSMOTERRA. Geltungsbereich Vertrieb und Inbetriebnahme eines unternehmenseigenen Mauertrocknungssystems, samt begleitender Nachweisführung der Wirksamkeit” Dieses Zertifikat bezieht sich ausschließlich auf ein prozessorientiertes, geprüftes Managementsystem, hat rein gar nichts mit der Wirksamkeit zu tun. Fragwürdig dass der Geltungsbereich “…samt begleitender Nachweisführung der Wirksamkeit” so fett gedruckt und gut platziert wird. Ich habe den 3 Privatpersonen (Sohn plus Eltern) das Zertifikat im Internet gezeigt, allen glaubten es bestätige das Osmoterra-System selbst, nicht irgendein Organisationssystem. TÜV-Zertifikat2: “für einen TÜV geprüften Prozess gemäß TÜV AUSTRIA Standard für den Geltungsbereich -Erst-, Zwischen-, und Endmessung von Mauerfeuchtigkeit Anwendung einer gerichtlich und wissenschaftlich anerkannten Messmethode Installation und Inbetriebnahme des Mauertrocknungssystems Auswertung und Protokollierung der Messergebnisse Nachweisführung der Wirksamkeit” weiters “Die Einführung und Anwendung des Standards wurde erbracht und wird gemäß TÜV Austria Verfahren bescheinigt für Osmoterra” In diesem Zertifikat wird nur bestätigt dass die Feuchtemessungen nach anerkannten Methoden vorgenommen werden. Sehr bedenklich liest sich die Formulierung dass die “Nachweisführung der Wirksamkeit” mit “Einführung und Anwendung des Standards” bestätigt wird. Aus unserer Sicht ist hier der TÜV-Austria -der sich derartige Zertifikate gut bezahlen läßt- mitverantwortlich und ja auch Autor derartig irreführender Texte! Zudem interessant dass laut ÖNORM B3355-1 aus 2011 die vom OSMOTERRA propagierte CM-Messung nicht zulässig sein, es müsse nach DARR gemessen werden. Werden die Feuchtemessungen dann doch nicht normgerecht ausgeführt, wie im Zertifikat bestätigt? TÜV-Zertifikat3: diesmal vom deutschen TÜV-Süd: Hier wird bestätigt dass das Mauertrocknungsgerät PROTEO den angeführten Prüfnormen entspricht. Beispielsweise der EN55011/A2:2007. Wobei diese Norm nur gerätetechnische Fragen beschreibt, nicht die Wirksamkeit selbst. Schlussendlich reicht es dann. Ich konfrontiere den Berater mit seinen Unwahrheiten und Irreführungen, der kontert mit Angaben zu 5Jahre täglich 3 Terminen und damit ausreichend Erfahrung! Im Gehen gibt er noch an sich nicht 20Jahre am Markt behaupten zu können wenn das System nicht vom TÜV bestätigt worden wäre. Skurril wird es als der Berater dann noch meint ich könne ja beim Konsumentenschutz anrufen, ich solle das sofort tun (Freitag 19Uhr…), da wird mir bestätigt werden dass Osmoterra nur positiv erwähnt wird, während Aquapol und Wigopol schlecht bekannt sei. Geschädigte Kunden der “elektrodenlosen Umkehrosmose” können uns gerne anschreiben, eine neutrale -kostenfreie- Prüfung empfiehlt sich. Mail an bauherrenhilfe (at) gesetz.at Vor wenigen Monaten hatten wir einen feuchten Keller zur Sendung “Pfusch-am-Bau-Fall” mit dem Fernsehsender ATV. Als Osmoterra von unserer Berichterstattung erfuhr wurde das Kästchen sofort zurückgeholt, dem Kunden das Geld zurückbezahlt. Vor einer neutralen Berichterstattung hat man scheinbar Angst. Der Betrugsvorwurf sollte da mal eingehend geprüft werden, aus dem ö.Strafgesetzbuch: Wer mit dem Vorsatz, durch das Verhalten des Getäuschten sich oder einen Dritten unrechtmäßig zu bereichern, jemanden durch Täuschung über Tatsachen zu einer Handlung, Duldung oder Unterlassung verleitet, die diesen oder einen anderen am Vermögen schädigt, ist mit Freiheitsstrafe bis zu sechs Monaten oder mit Geldstrafe bis zu 360 Tagessätzen zu bestrafen. Der Berater hat 3% Reklamationsquote -wo Geld zurückgefordert wird- angegeben, das sei in den Preisen einkalkuliert. Anzumerken ist dass die Endmessung auch von Osmoterra durchgeführt wird. Interessant wäre es auszugsweise Referenzobjekte nachzuprüfen. Nur sind Referenzen “aus Datenschutzgründen überwiegend anonymisiert worden. Abschließend informieren wir alle angeführten Personen wie auch den TÜV und den ÖAMTC, der ja quasi Werbeplattform für derartige Geschäftsanbahnungen ist. Oder ist es eine Illusion ein Werbeverbot zu verlangen? Ist für Geld wirklich alles machbar? Jedenfalls wäre eine Werbung auf der Bauherrenhilfe-Plattform für Aquapol und Co. nicht möglich. Achtung vor der Informationsbeschaffung durch Foren: Hier wird unter meist anonymen Deckmäntelchen gelogen und betrogen, es führen meist Laien das Wort zur Meinungsbildung. Wer weiß schon dass mittlerweile professionelle Anbieter zu gefakten Forumseinträgen beauftragt werden! Es gibt aber auch gute, moderierte Fachforen wo gottseidank nicht nach Strich und Faden manipuliert wird. An dieser Stelle auch die Ankündigung dass die Bauherrenhilfe demnächst erstmalig selbst ein moderiertes Forum anbieten wird. Auch als Gegenstück zu der sich ausbreitenden Unsitte die Foren als Werbeplattform zu mißbrauchen. PS.: Die Fassadendämmung ist im Sockelbereich gänzlich offen/undicht. An den Kellerwänden hat der Hausherr vor 25Jahren eine Innendämmung angebracht, Möbel, Gegenstände stehen an den kalten Kellerwänden an. Der starke Schimmelgeruch kommt vermutlich aus diesen Bereichen, es fällt Kondenswasser permanent an, Niederschlagswasserschäden tragen ebenso zum nicht sicht- aber riechbaren Schadensbild bei. Der Hausherr bekommt die Aufgabe die Innendämmung abzubrechen, die textilen Gegenstände wie Teppiche, Couch und dergleichen zu entsorgen. Bei der nächsten Begehung sehen wir dann weiter, vielleicht ist der Keller gar nicht undicht. Und wenn, dann kann über eine Sanierung erst nach ordentlicher Bestandsanalyse gesprochen werden. Ich berichte… Ein persönlicher Beitrag von Günther Nussbaum-Sekora, Vereinsobmann, Bau-Sachverständiger, zertifiziert nach EN ISO/IEC 17024, Luftdichtheitsprüfer, Gebäudethermograf, Sonderfachmann für Gebäudeabdichtungen, Spengler und Dachdeckerarbeiten
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