Massiver und umweltfreundlicher Baustoff:

Massiver und umweltfreundlicher Baustoff:

Rohstoffgewinnung, Herstellung und Wärmeschutz spielen die Hauptrolle

Wer sich für einen ökologisch verträglichen, das heißt umweltschonenden Baustoff entscheidet, kann dessen Vorzüge nicht nur in den eigenen vier Wänden genießen. Er sorgt auch dafür, dass die Umwelt mit dem Hausbau nicht übermäßig belastet wird. Ziel muss es sein, durch sparsamen Rohstoffeinsatz die Verfügbarkeit natürlicher Vorkommen zu verlängern und die Rohstoffe unter geringst möglichen Belastungen der Umwelt zu gewinnen. Ein bedeutender Beitrag zur Schonung natürlicher Ressourcen ist auch die Wiederverwertbarkeit von Baumaterialien.Für die langfristige ökologische Bewertung eines Baustoffs wird der gesamte Lebenszyklus eines Hauses genau unter die Lupe genommen angefangen beim Abbau der Rohstoffe, dem Energieverbrauch und der Umwelteinwirkungen, die bei Herstellung, Transport und Einbau der Materialien anfallen. Der Zusammenhang zwischen Baustoff und Heizkosten wird ebenso untersucht wie möglicheProbleme beim eines Tages fälligen Abriss.

Ein Massivbaustoff, der fast ausschließlich aus natürlichen Rohstoffen besteht, ist Porenbeton. Die für die Herstellung notwendigen Rohstoffe sind überall auf der Welt in nahezu unbegrenztem Maße vorhanden. Hauptbestandteil von Porenbeton ist quarzhaltiger Sand. Da die Standorte eines Porenbetonwerkes sich in der Regel an den Sandvorkommen orientieren, sind die Transportwege und damit Umweltbelastungen für den Hauptrohstoff auf ein Minimum beschränkt. Als Bindemittel kommen Kalk und Zement zum Einsatz. Ausgangsstoff für die Herstellung von Feinkalk ist Kalkstein. Auch Zement wird zu rund 98 % aus Kalkstein gewonnen. Zugegeben werden darüber hinaus Gips oder Anhydrit. Für die Porenbildung sorgt die Zugabe von geringen Mengen Aluminium (max. 0,1), das aus einem Recyclingprodukt hergestellt wird. Ein weiterer wichtiger Ausgangsstoff ist Wasser. Durch Mehrfachnutzung des Betriebswassers in einem geschlossenen Kreislauf wird die Entstehung von Abwässern praktisch vermieden.

Die Rohstoffe werden gemischt und in Formen gegossen. Das Aluminiumpulver treibt die Mischung wie einen Hefekuchen auf und Millionen kleiner Luftporen entstehen. Luft ist in ruhendem Zustand der beste zur Verfügung stehende Wärmedämmstoff. Darüber hinaus ist das außergewöhnlich große Baustoff-/Rohstoff­volumen-Verhältnis von fünf zu eins beim Porenbeton ökologisch wertvoll hinsichtlich des Ressourcenverbrauchs. Denn es bedeutet: Ein Kubikmeter fester Rohstoffe ergibt etwa fünf Kubikmeter Porenbeton.

Der standfeste Rohblock wird mit Hilfe straff gespannter Stahldrähte sowohl horizontal als auch vertikal in die gewünschten Formate geschnitten. Abschließend erfolgt die Dampfhärtung im Autoklaven. Nach diesem Arbeitsgang hat der Porenbeton seine endgültigen Eigenschaften. Die exakte Einhaltung der Herstellungsbedingungen und regelmäßige Eigen- und Fremdüberwachung garantieren eine hohe Zuverlässigkeit in bezug auf die Materialeigenschaften.

Die Herstellung von Porenbeton ist energiesparend angelegt. Der Primärenergiebedarf liegt im Vergleich zu anderen Wandbaustoffen im unteren Bereich. Daran ist die Rohstoffgewinnung mit knapp 60 % beteiligt, während der eigentliche Produktionsprozess ungefähr 40 % ausmacht. Die Hälfte davon wirdzur Dampferzeugung für dieHärtung imAutoklaven benötigt. Bei 8 - 12 bar und 170 - 200 °C werden die Bauteile ca. 6 - 10 Stunden dampfgehärtet. Als Energieträger wird überwiegendErdgas eingesetzt, um die Schadstoffemissionen der Abgase so gering wie möglich zu halten. Durch die energiesparende Herstellung und die hohen Wärmedämmeigenschaften trägt der Porenbeton sowohl bei der Produktion als auch bei der späteren Nutzung zur Energieeinsparung und damit zur Umweltentlastung bei.

Porenbeton ist mehrfach in einen Materialkreislauf eingebunden mit dem Ziel, die Abfallmengen möglichst gering zu halten. Bereits bei der Produktion im Werk entstehende Restmengen vor und auch nach der Dampfhärtung werden wieder in die Produktion zurückgeführt. Ähnlich werden sortenreine Porenbetonreste von Baustellen durch die Porenbetonwerke zurückgenommen und aufbereitet, damit sie dann der Produktion wieder zugeführt werden können. Damit ist eine effektive und ökonomische Ausnutzung aller Ressourcen garantiert.

Eine wichtige Rolle in Sachen Umweltschutz fällt bei Baustoffen der konstruktiven Verarbeitung zu. Denn fehlerhafte Konstruktionen im Bereich der Außenwände oder des Daches können sich auf das Innenraumklima und später auf den Heizenergieverbrauch ungünstig auswirken. Langfristig gesehen werden die Kosten eines Hauses weniger durch die Baukosten als durch die Unterhaltskosten bestimmt, wovon den größten Teil die Heizkosten ausmachen. Produkte aus Porenbeton werden mit äußerst geringen Maßtoleranzen gefertigt. Deshalb ist es möglich, Plansteine im Dünnbettmörtelverfahren mit einer 1 bis 3 mm dicken Fuge zu vermauern. Daraus resultieren ein geringerer Mörtelverbrauch, ein reduzierter Feuchteeintrag, eine höhere Druckfestigkeit des Mauerwerks, eine Verringerung der Wärmebrückenwirkung der Fuge und eine einfache Be- und Verarbeitung.

Durch seine guten wärmedämmenden Eigenschaften beeinflusst der Porenbeton die Energiebilanz von Gebäuden positiv. Mit einschaligen Wänden aus Porenbeton können ohne jegliche Zusatzdämmungen bei gleichzeitiger Anwendung eines geeigneten Heizungssystems die Anforderungen der Energieeinsparverordnung bestens erfüllt oder übertroffenwerden. Eine 36,5 cm dicke tragende Außenwand aus Porenbeton-Plansteinen W der Rohdichteklasse 0,35 - beidseitig verputzt - liefert einen U-Wertvon 0,23W/m²K. Da ein Haus vom Keller bis zum Dach aus dem hochwärmedämmenden Porenbeton erstellt werden kann, lassen sich Wärmebrücken weitgehend vermeiden

Weitere Stärken von Porenbetonbauteilen liegen in der hohen Festigkeit bei relativ geringem Gewicht, dem optimalen Brandschutz aufgrund der mineralischen Zusammensetzung, dem normgerechten Schallschutz sowie der Wertbeständigkeit und Langlebigkeit eines Massivbaustoffes. Und auch nachfolgende Generationen sind mit diesem Baustoff nicht belastet: Abbruch und Rückbau von Gebäuden bzw. Bauteilen aus Porenbeton sind gesundheitlich unbedenklich. Abbruchmaterialien aus Porenbeton können mechanisch zerkleinert und zu Granulat verarbeitet werden. Der Bauschutt ist aufgrund seiner mineralischen Zusammensetzung aber auch unproblematisch zudeponieren.

Alle wesentlichen Rohstoffe für den Baustoff Porenbeton wie Sand, Kalkstein und Wasser stammen aus der heimischen Natur und stehen in nahezu unerschöpflicher Menge zur Verfügung. Dennoch wird bei der Herstellung sparsam damit umgegangen: Aus 1 m³ Rohstoffen können bis zu 5 m³ Porenbeton gewonnen werden.