Melamin-Formaldehyd-Harz (MF)

Melamin-Formaldehyd-Harz (MF)

Bei Melamin-Formaldehyid-Harz handelt es sich um eine heterozyklische aromatische Verbindung. Zum ersten Mal hergestellt wurde Melamin im Jahr 1834 von Justus von Liebig. Er benutzte dazu dazu Kaliumthiocyanat und Ammoniumchlorid. Ab 1930 wurde der Kunststoff immer wichtiger und in immer größeren Mengen produziert, denn zu diesem Zeitpunkt begann die industrielle Herstellung. Früher stellte man Melamin her, indem man Cyanoguanidin trimerisierte. Heute gewinnt man Melamin auf technische Weise durch Trimerisierung von Harnstoff. Es gibt verschiedene Verfahren zur Herstellung, nämlich das Niedrigdruckverfahren mit etwa 1 MPa sowie das Hochdruckverfahren mit über 8 MPa. Der Import von asiatischem Melamin wird für den Markt in Europa immer wichtiger.

Den Großteil des Melamins nutzt man zur Verarbeitung zu Aminoplast-Kunstharz, auch Melamin-Formaldehyd-Harz genannt. Dieser kommt unter anderem für Holzwerkstoffleime zum Einsatz. Während man bei gewöhnlichen Produkten wie bei Spanplatten zum Bau von Möbeln auf reine Harnstoffharze zurückgreift, verwendet man Melamin als Bestandteil in anspruchsvollen Harzklebesystemen, da es feuchtebeständiger ist. Ebenfalls nützlich ist der Kunststoff in Form von Tränkharzen. Man setzt diese zum Verkleben von Dekorpapieren auf Trägerplatten ein. Die Oberflächen, die dabei entstehen, sind sehr kratzfest und haltbar.

In nicht ganz so großen Mengen wird Melaminharzschaum als Polstermaterial für Sitze im Kino und Flugzeugen eingesetzt. Der Vorteil dieses Materials ist, dass es nicht brennen kann. Die Bautechnik setzt Melaminharzschaum auch zur akustischen und thermischen Dämmung ein. Aus Melaminharz bestehenden offenporigen Schaum verwendet man als sogenannten Schmutzradierer in Reiningungsmitteln. Das in Melamin enthaltene Salz dient gemeinsam mit Cyanursäure als Flammschutzmittel, ebenso Melaminpolyphosphat und Melamincyanurat.