Mineralfaserdämmstoff

Mineralfaserdämmstoff

Unter Mineralfasern versteht man anorganische Fasern, deren Ursprung sowohl künstlich als auch natürlich sein kann. Gewonnen werden diese Fasern, indem man verschiedene Schleuder- oder Düsenverfahren anwendet, um eine mineralische Schmelze zu erzielen. Als Rohstoffe setzt man Altgläser, Glasrohstoffe, Kalkstein oder mineralisches Gestein ein. In der Handelsbezeichnung findet sich zumeist eine Andeutung auf den benutzten Rohstoff.  Man kann diese Fasern durch ihre kristalline Struktur voneinander differenzieren. Zu den kristallinen Fasern zählen polykristalline Fasern und faserförmige Einkristalle, auch Whisker genannt. Whisker sowie polykristalline Fasern können aus Oxiden, Metallen, Boriden, Nitriden, Carbiden, Kohlenstoff, Polytitanit und weiteren Materialien bestehen. Sie bilden Endlos- und Langfasern mit einem Querschnitt, der in der Regel polygonal ist. Zu den glasigen, also amorphen, Fasern gehören Mineralwolle aus Glas, Stein bzw. Schlacken aus der Verhüttung; Quarz- oder Glasfasern; Kieselsäurefasern, nachdem Natronwasserglas trocken gesponnen wurde und die Natronwasserglasfasern mit einer wasserstoffionenhaltigen, wässrigen Salz- oder Säurelösung behandelt wurden, um das enthaltene Natriumsilikat in Kieselsäure zu verwandeln.

Sehr oft kommen Mineralfasern zur Herstellung von Textilien zum Einsatz, früher beispielsweise, um aus ihnen Asbest zu weben und heute für Mineralwolle. Kieselsäurefasern nutzt man zur Verstärkung des Bremsbelags. Außer für Textilien sind Mineralfasern, vor allem Glasfasern, als Lichtwellenleiter sehr nützlich. Einzeln verwendet kann man Mineralfasern auch Gipskarton beimischen. Whisker sowie polykristalline Fasern dienen lediglich Sonderanwendungen. Da sie sehr zugfest sind, können sie als Verstärkungsfasern für Verbundwerkstoffe von Keramiken und faserverstärkten Leichtmetallen dienen. In Filtern mit hoher Temperaturbeständigkeit und zur Hochtemperaturisolation werden sie ebenfalls verwendet. Nicht vergessen werden sollte, dass Mineralfasern wie auch Asbest lungengängige Fasern freisetzen, die abhängig von ihrer Zusammensetzung Krebs auslösen können.