Ministerin Bärbel Höhn: Exportverbot auf Milchprodukte aus Großbritannien ausweiten

Ministerin Bärbel Höhn: Exportverbot auf Milchprodukte aus Großbritannien ausweiten

Das Ministerium für Umwelt, Raumordnung und Landwirtschaft teilt mit:

Die Milchprodukte aus Großbritannien sollten mit einem Exportverbot belegt werden, forderte Umwelt- und Landwirtschaftsministerin Bärbel Höhn heute mittag in Düsseldorf. "Solange wissenschaftlich nicht geklärt werden kann, ob in der Milch BSE-Erreger übertragen werden können oder nicht, muß der Schutz für die Verbraucherinnen und Verbraucher schon jetzt greifen. Ich setze mich dafür ein, die halbherzige Politik der EU zu beenden, um das Vertrauen der Bevölkerung in unsere Nahrungsmittel nicht noch weiter zu strapazieren." Die Ministerin erklärte, es sei aus Ihrer Sicht ein Fehler der Europäischen Union gewesen, im Juni der Blockadepolitik der Briten nachzugeben und die Ausfuhrbestimmungen für einige Produkte zu lockern. "Jeden Monat kommen neue schreckliche Enthüllungen zum BSE-Thema, das halte ich für unerträglich", so die Ministerin heute. "Die britische Regierung sollte endlich mit allen europäischen Ländern zusammen gegen die Seuche vorgehen und alle Fakten auf den Tisch legen." Die jüngsten britischen Untersuchungsergebnisse zu einer Übertragungsmöglichkeit zwischen Mutterkuh und Kalb sollten nach dem Willen der Briten erst im Frühjahr des nächsten Jahres veröffentlicht werden. "Nach dem, was jetzt bekannt geworden ist, können sowohl die Milch als auch der Bullensamen als Übertragungswege der BSE-Seuche nicht völlig ausgeschlossen werden", erklärte Bärbel Höhn heute. "In Nordrhein-Westfalen haben wir zwar bisher keinen einzigen BSE-Fall gehabt und müssen daher jetzt auch nicht in Panik verfallen. Ich bin aber für eine genaue und zügige Auswertung aller wissenschaftlichen Ergebnisse. Die Ministerin betonte: "Wenn wir auf europäischer Ebene jetzt nicht schnell zu einer Ausweitung des Exportverbotes für Milchprodukte kommen, dann muß Bonn handeln. Dann muß die Bundesrepublik ihr Importverbot auf Milchprodukte ausweiten."