Müller: 'Drogen-Tees' sind lebensgefährlich

Müller: 'Drogen-Tees' sind lebensgefährlich

+++ Immer wieder machen Jugendliche lebensgefährliche Experimente, um Rauschzustände herbeizuführen. Dies erklärte Gesundheitsstaatssekretärin Emilia Müller heute, nachdem vier Regensburger Schüler im Alter zwischen 13 und 15 Jahren wegen erheblicher Vergiftungserscheinungen nach dem Genuss eines selbst gebrauten Tees aus den Blüten einer Engelstrompete stationär behandelt werden mussten. Müller: "Auf der Suche nach dem Kick wird schnell das eigene Leben aufs Spiel gesetzt. Die Menge der aufgenommenen Giftstoffe ist bei Experimenten mit der Engelstrompete völlig unkontrollierbar. Je nach 'Gebräu' und aufgenommener Menge können leichte aber auch schwere bis tödliche Vergiftungen eintreten." Am besten ist nach den Worten Müllers Vorbeugung: "Eltern müssen ihre Kinder über die Risiken aufklären und den Drogenrausch als das darstellen, was er ist - ein Spiel mit dem Tod. Alternativen aufzuzeigen ist das Gebot der Stunde: Beispielsweise hilft ein Mannschaftssport im Verein, solche 'Schnaps-Ideen' durch 'Team-Geist' zu ersetzen." +++Die Engelstrompete gehört zu den Nachtschattengewächsen. Ihre Rausch- und Giftwirkung beruht auf Alkaloiden, im wesentlichen Scopolamin und Hyoscamin. Erste Vergiftungssymptome sind gerötete Haut, weite Pupillen und beschleunigter Herzschlag. Später können Herzrhythmusstörungen, Halluzinationen, Angstzustände (insbesondere bei Kindern), Krampfanfälle und Atemdepression hinzukommen. Müller: "Wenn Eltern derartige Symptome bei Ihren Kindern feststellen, sollten sie diese nach entsprechenden 'Experimenten' befragen, wenn möglich die Pflanzen zur Identifikation sicherstellen und umgehend Kontakt mit einem Giftinformationszentrum aufnehmen. Es ist in jedem Fall weitere ärztliche Abklärung erforderlich." Die recht beliebten Zierpflanzen blühen während des gesamten Sommers. Beheimatet sind sie ursprünglich in Südamerika und dort ein bekanntes Rauschmittel.

Giftnotrufe:
Giftnotruf München: Tox. Abt. d. II. Med. Klinik rechts der Isar der TUM, Ismaninger Straße 22, Tel: 089/19240 oder
Giftnotruf Nürnberg: Toxikologische Intensivstation d. II. Med. Klinik im Städt. Klinikum, Flurstr. 17, Tel: 09 11/3 98-24 51.

Weitere Informationen: http://www.gesundheit.bayern.de

Pressefotos allgemein zum Download (72 dpi, 300 dpi)