NABU: Naturschutz muss wichtige Staatsaufgabe bleiben

NABU: Naturschutz muss wichtige Staatsaufgabe bleiben
Tschimpke: Vertragsnaturschutz droht Schieflage
30. Mai 2006, Berlin - Anlässlich des Jubiläums ´100 Jahre Naturschutz als Staatsaufgabe´ hat der Naturschutzbund NABU Bund und Länder aufgefordert, den Schutz von Mensch und Natur weiter als eine der wichtigen gemeinsamen Zukunftsaufgaben zu begreifen. *Vorrangig muss es darum gehen, die Lebensgrundlagen für nachfolgende Generationen zu sichern. Angesichts des Klimawandels, der immer knapper werdenden natürlichen Ressourcen, der zunehmenden Luftverschmutzung und des anhaltenden Artensterbens muss auch dem letzten Ökonomen klar geworden sein, wie lebensnotwendig der Erhalt einer intakten Umwelt ist´, sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke.
Seitdem der Staat den Naturschutz als Aufgabe begreife, sei zwar vieles erreicht worden. Man dürfe sich jedoch nicht ausruhen, sondern müsse mit den Experten der Naturschutzverbände weiter eng zusammenarbeiten. Deutschland verfüge mit seinen zahlreichen Naturschutzgebieten und den insgesamt 14 Nationalparken und 14 Biosphärenreservaten über ein wertvolles Erbe. Dieses gelte es zu erhalten, auszubauen und langfristig zu sichern. Vor diesem Hintergrund verwies der NABU-Präsident auf den jüngsten Regierungsbeschluss, 100 000 Hektar bundeseigener Flächen in den kommenden Wochen zur Sicherung des Naturschutzes an die Länder und die Deutsche Bundesstiftung Umwelt zu übertragen. Jetzt seien die Länder in der Pflicht, die früheren Truppenübungsplätze, Bergbaufolgelandschaften und Wälder vorrangig zu Naturschutzzwecken zu nutzen. Ferner müsse der enorme Verbrauch naturnaher Flächen von derzeit 93 Hektar täglich bis zum Jahr 2020 um Zweidrittel reduziert werden.
Mit Sorge blickt der NABU auf die Entwicklungen beim Vertragsnaturschutz. Während Politiker von Bund und Ländern gebetsmühlenhaft einen Vorrang freiwilliger Vereinbarungen gegenüber dem Ordnungsrecht fordern, wird der Vertragsnaturschutz finanziell immer stärker ausgehöhlt. Nach Informationen des NABU sollen die Förderprogramme des Vertragsnaturschutzes in einigen Bundesländern ab dem kommenden Jahr erheblich beschnitten oder gar komplett eingestellt werden. ´Was hilft die beste freiwillige Vereinbarung, wenn dafür kein Geld mehr bereitgestellt wird?´, so Tschimpke weiter. Ohne den Vertragsnaturschutz mit seinen flächen- und artspezifischen Maßnahmen drohe eine zentrale Säule des Naturschutzes der letzten 100 Jahre in Schieflage zu geraten.
Für Rückfragen: Kathrin Klinkusch, NABU-Pressesprecherin, Tel. 030-284984-23Im Internet zu finden unter www.NABU.de
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