Natursteinsanierung Stuttgart 2005

Natursteinsanierung Stuttgart 2005
Neue Natursteinrestaurierungsergebnisse und messtechnische Erfassungen

Hrsg.: Gabriele Grassegger, Gabriele Patitz ; Regierungspräsidium Stuttgart, Landesamt für Denkmalpflege
2005, 142 S., zahlreiche Abbildungen, kartoniert
ISBN 978-3-8167-6718-3 | Fraunhofer IRB Verlag
EUR 19,80 Die Veranstaltungsreihe, die früher in Bern und seit 2004 in Stuttgart stattfindet, widmete sich schwerpunktmäßig aktuellen Fragen und Problemen aus der Praxis in den Bereichen Natursteinschäden und Natursteinsanierung. In diesem Tagungsband werden die Arbeitsschritte der Konservierung an den Tempelanlagen von Angkor Wat vorgestellt, mit dem KSE-Modulsystem und zum Teil selbst entwickelten Schlämmen- und Mörtelrezepturen. Zerstörungsarme oder Zerstörungsfreie mechanische Mikromesssysteme wurden an den Schadensbildern, konservierten Flächen und den Ausgangsgesteinen getestet, um Vergleichswerte für spätere Maßnahmen und eine Langzeitbeobachtung zu erhalten.

Der Dom zu Aachen hat im Laufe seiner Jahrhunderte zahlreiche bauliche Veränderungen erfahren. Bei den Voruntersuchungen zum Mauerwerkszustand kamen zerstörungsfreie Verfahren wie Radar und Mikroseismik zum Einsatz.

Schlämmenproben auf der Basis unterschiedlicher Bindemittelsysteme für den südlichen Chorturm des Ulmer Münsters wurde an ausgebauten geschädigten Werkstücken appliziert und in einer Bewitterungssimulation getestet. Eine erste Erprobung erfolgt vor Ort an einem Maßwerkbereich mit durchschnittlicher Schadensdichte und Schadensbildern. Am Beispiel der Instandsetzungsarbeiten der Frauenkirche in Dresden wird die Verbindung von historischem mit neuem Natursteinmauerwerk vorgestellt. Welche Ursachen und Konzepte zur Schadensvermeidung bei witterungsbedingter Beanspruchung von steinsichtigem Mauerwerk möglich sind oder welche Vorteile Kalk-Silikatkleber gegenüber herkömmlichen Klebern bietet, kann nachgelesen werden. Die Chancen und Grenzen von Ultraschall- und Radarmethoden zur Rissdiagnostik werden an mehreren Beispielen aufgezeigt. Welche Problematik die fehlende Abstimmung zwischen Materialeigenschaft von Naturstein und statischem System birgt, wir deutlich am Markttor von Milet. Hier werden Lösungsvorschläge für Spannverbindungen, flexible Knotenpunkte und reversible Verdübelungen vorgeführt. Hinterfragt werden Erfolg und Langzeitwirkung der eingesetzten Verfahren bei der Sanierung der Westturmanlage des Meißner Doms.