Neues Terminal mit Liapor-Leichtestrich

Neues Terminal mit Liapor-Leichtestrich

Der Flughafen Leipzig/Halle entwickelt sich immer mehr zu einer optimalen Schnittstelle der Verkehrswege Straße, Luft und Schiene. Dazu wurde Ende 2002 einer der größten Bauabschnitte innerhalb der Umgestaltung des Airports fertig gestellt: Ein multifunktionales Terminal vereint jetzt Check-in, ICE-tauglichen Fernbahnhof, Parkhaus und eine Einkaufspassage. Das Problem eines Höhen ausgleichenden, leichten und nicht brennbaren Fußbodenunterbaus wurde mit einer gebundenen Liapor-Schüttung gelöst.

Der Flughafen Leipzig/Halle liegt am Schnittpunkt der Autobahnen A 9 Berlin München und A 14 Magdeburg Dresden. Doch auch die wichtige Fernbahnstrecke Berlin Halle/Leipzig Frankfurt/Main bzw. München führt hier vorbei. Der Neubau einer Start- und Landebahn nördlich der A 14 machte eine Verbindung zwischen den Terminals Nord und Süd, dem ICE-Bahnhof, dem Parkhaus und den zugehörigen Erschließungsstraßen notwendig. Mit dem Übereinanderschichten der Erschließungsebenen Schiene, Straße, Flughafen und ihrer Verknüpfung durch ein Brückenbauwerk gelang es den Stuttgarter Architekten der AP Brunnert Plan GmbH, alle Verkehrsträger optimal miteinander zu verbinden. Für die Fluggäste entstehen kurze Wege inklusive einer guten Orientierung.Interessante Brückenkonstruktion

Diese funktionale Querspange, die das neue Terminal mit dem Abflug- und Landebereich verbindet, ist eine 400 Meter lange, brückenähnliche und röhrenförmige Konstruktion. Die Besonderheit: Das Zubringergebäude liegt etwa zehn Meter hoch über dem umgebenden Gelände. Schon aus der Ferne gut erkennbar, zeigt sich die auf Pylonen ruhende Konstruktion in einer besonders markanten Optik. Das neue Terminal mit seiner einer Tragfläche nachempfundenen Form beherbergt 25 Check-in Counter, die schnell vom Bahnhof, vom Parkhaus oder einer Vorfahrtsebene erreichbar sind. Die von Glas- und Stahlkonstruktionen dominierte Architektur wirkt ansprechend und ist durch Transparenz geprägt. Sie verbindet Funktionalität mit einem Höchstmaß an Reisekomfort. So verschwindet das am Check-in abgegebene Gepäck im unteren Stockwerk des neuen Gebäudes, von wo es auf Bändern in die moderne Sortierhalle gelangt. Aller Last entledigt, wandelt dann der Flugreisende auf dem Natursteinboden der oberen Etage zum Abflugbereich. In der Shopping Mall kann er Wartezeiten mit Einkaufen überbrücken oder sich an Serviceschaltern informieren. Besonders anspruchsvoll bei der Planung gestaltete sich die Materialwahl für den Höhenausgleich zwischen Betonboden und den darauf zu verlegenden Natursteinen.

Leicht, stabil und feuerfest

Um den statischen Ansprüchen gerecht zu werden, erforderte die Brückenkonstruktion einen Leichtestrich. Verschiedene Argumente sprachen für eine zementgebundene Liapor-Schüttung. Ein wichtiges Auswahlkriterium stellte die Wärmedämmung dar, die durch die gleichmäßige Porenstruktur der Liapor-Tonkugeln gewährleistet ist. Da das Material bei geringem Gewicht eine optimale Kornfestigkeit besitzt, können wie erforderlich auch Servicefahrzeuge durch die röhrenförmige Mall fahren. Wesentlich für Liapor sprach die Feuerbeständigkeit: Um maximale Sicherheit auf dem Flughafen zu gewährleisten, war Baustoffklasse A1 gefordert. Liapor erfüllt diese Bedingung und ist zudem hitze- sowie säurebeständig.
Bauleiter Eberhard Gessert von der AP Brunnert Plan GmbH arbeitet bereits seit 20 Jahren mit Liapor. "Ein besonders positiver Aspekt ist die schnelle Trocknung des Leichtestriches", betont er. Nach fünf bis sechs Tagen hat sich die Restfeuchtigkeit so sehr verringert, dass weitergearbeitet werden kann. Ein herkömmlicher Estrich braucht dazu etwa fünf Wochen.

Einfach zu verarbeiten

Die Verarbeitung funktionierte einfach: Lkw brachten Liapor F3 der Korngröße 4/8 mm in loser Form auf die Baustelle. Ein Kubikmeter Liapor wurde mit etwa 80 Litern Wasser und 150 Kilogramm Zement vermengt: Die immense Grundfläche von 11.000 Quadratmetern verlangte eine rasche und effektive Förderung des Estriches. Bei einer durchschnittlichen Einbaudicke von rund sieben Zentimetern ergaben sich so fast 800 Kubikmeter zu transportierender Leichtestrich. Eine Herausforderung bildete das vertikale Fördern auf die Betonierebene von zehn Meter Höhe. Unproblematisch war dagegen die horizontale Förderung der gebundenen Liapor-Schüttung in langen Schläuchen auf einer Strecke von bis zu 100 Metern. Nach dem Einbau auf der Rohbetondecke und dem Abziehen folgte ein Mörtelbett, das die Granitplatten aufnahm, die dem Gebäudeboden eine ansprechende optische Wirkung verleihen.
Die Firma Tittmann Fußbodenbau aus Sprotta zeigte sich mit der Verarbeitung sehr zufrieden. "Wir benutzen seit vielen Jahren Liapor als gebundene oder lose Schüttung", lobt Geschäftsführer Dieter Tittmann das Produkt. Auch dank der zügigen Verarbeitung und Trocknung der gebundenen Liapor-Schüttung konnte der straffe Terminplan eingehalten werden. Mit seinem neuen multifunktionalen Terminal bietet sich der umgestaltete Airport Leipzig/Halle ab 2003 als optimales Gateway für Osteuropa und Asien an.

Bildmaterial:

Bild 1
Eine 400 Meter lange, brückenähnliche und röhrenförmige Konstruktion verbindet das neue Terminal mit dem Abflug- und Landebereich.
Bild: Liapor

Bild 2
Unter dem Natursteinbelag übernimmt eine zementgebundene Liapor-Schüttung den Höhenausgleich.
Bild: Liapor

Bild 3
Fast 800 Kubikmeter Leichtestrich mussten mit bis zu 100 Meter langen Schläuchen auf die zehn Meter hoch gelegene Betonierebene gepumpt werden.
Bild: Liapor