Offensive für natürlichen Hochwasserschutz in Bayern

Offensive für natürlichen Hochwasserschutz in Bayern
Umweltminister Schnappauf: Hochwasserschutz mit natürlichen Überschwemmungsflächen, Auen und Flutmulden / Ziel der Staatsregierung ist die Kombination von natürlichem und technischem Hochwasserschutz

(München) In Bayern sollen in den nächsten Jahren rund 100 Millionen Kubikmeter natürlicher Rückhalteraum für den Hochwasserschutz geschaffen werden, kündigte Bayerns Umweltminister Werner Schnappauf heute in München an. So sollen natürliche Hochwasser-Rückhalteräume geschaffen, Auwälder reaktiviert und Auen dynamisiert werden. Erstmals sollen an den großen Flüssen in Bayern auch Vorrangflächen für den Hochwasserschutz ausgewiesen werden. Auf diese Weise - so Schnappauf - werden die Überschwemmungsflächen gesichert und von Bebauungen freigehalten. Insgesamt werden für den vorbeugenden und den technischen Hochwasserschutz mit Deichen, Dämmen und Mauern rund 115 Millionen Euro pro Jahr und bis 2020 insgesamt rund 2,3 Milliarden Euro vom Freistaat zur Verfügung gestellt.
Im einzelnen sieht die Offensive Natürlicher Hochwasserschutz in Bayern die Schaffung von 7 gesteuerten Rückhalteräumen im Donau- und Main-Flusssystem vor. Das Landesamt für Wasserwirtschaft hat dazu erste Konzeptentwürfe erarbeitet. Diese sollen vor Ort am runden Tische mit den beteiligten Kommunen erörtert werden. Auch die natürlichen ungesteuerten Hochwasser-Rückhalteflächen sollen in einer offenen Planung mit den Kommunen und Bürgern vorangetrieben werden. Schnappauf mahnte angesichts der zunehmenden Häufigkeit und Intensität von Unwettern zur Eile. Natürliche Retentionsflächen sollen praktisch an allen Oberläufen der Fließgewässer in Bayern entstehen. Schnappauf: "Wenn die Böden aufnahmefähig werden wie ein Schwamm und das Hochwasser in der Fläche zurückgehalten werden kann, lassen sich die Hochwasserspitzen spürbar kappen."

Schnappauf kündigte die Vorstellung eines Gesamtkonzeptes für ein Auenprogramm Bayern für das nächste Jahr an. Teile des Programms sind bereits in der Ausführung, damit die Rückhaltefähigkeit der Flussauen verbessert werden kann. Das gleiche Ziel verfolgt das sog. Moorentwicklungsprogramm, mit dessen Hilfe die Wasser-Speicherfähigkeit der Moore wieder verbessert werden soll.

Mit Hilfe des Landesentwicklungsprogramms und der Regionalpläne sollen neue Bebauungen in hochwassergefährdeten Flussabschnitten konsequent verhindert werden. In zwei Regionen Bayerns, dem Allgäu und Südostoberbayern, sind entsprechende Vorsorgepläne für den Hochwasserschutz schon im Vorgriff auf das Inkrafttreten der Fortschreibung des Landesentwicklungsprogramm ausgewiesen worden.

Weitere Informationen: http://www.wasser.bayern.de